openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Schere zwischen Stadt und Land öffnet sich weiter

26.09.201710:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Vom Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) koordinierte Studie sieht „neoliberale Entwicklung“ als Ursache für die wachsende Ungleichheit in Europa



---
„Sowohl das Zukunftskonzept Europa 2030 als auch die Lissabon-Agenda der Europäischen Union markieren einen Richtungswechsel weg von sozialen Gesichtspunkten und Beschäftigung hin zu Wachstum und Innovation“, sagt IfL-Projektleiter Dr. Thilo Lang. Das Ziel sei, die Wettbewerbsfähigkeit Europas im globalen Kontext zu stärken. Dass die EU hierbei vor allem auf die Städte setzt, führe zu wachsenden regionalen Ungleichheiten zwischen wirtschaftlich starken Metropolen und strukturschwachen ländlichen Räumen, so der Wissenschaftler. Besonders in den neuen Mitgliedsstaaten fehle es peripheren Regionen zudem oft an Infrastruktur und Personal, um intelligente Entwicklungskonzepte zu realisieren. Insgesamt sei der Trend zu beobachten, dass die Regionen für Erfolg oder Misserfolg selbst verantwortlich gemacht und strukturelle Nachteile ausgeblendet werden.

Zu diesen Ergebnissen kommt das von der EU mit gut drei Millionen Euro finanzierte Promotionskolleg „Socio-economic and Political Responses to Regional Polarisation in Central und Eastern Europe“ (RegPol2), in dem sich seit 2014 Wissenschaftler aus zwölf Ländern mit den Ursachen und Folgen der wachsenden regionalen Unterschiede in Mittel- und Osteuropa beschäftigen. In ihren weitgehend abgeschlossenen Doktorarbeiten und Postdoc-Projekten sind sie auch der Frage nachgegangen, wie diese Entwicklung gestoppt werden kann.

Die Forscher stimmen darin überein, dass hierzu gemeinsame Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erforderlich sind. So sollten die Regionen gegenüber der Zentralmacht der Regierungen im Sinne einer aktiven Mitsprache bei politischen Entscheidungen und einem wirklichen Austausch zwischen den Entscheidungsebenen gestärkt werden. Neben technischen Maßnahmen wie dem Ausbau der digitalen Infrastruktur empfehlen die Wissenschaftler zudem, zivilgesellschaftliche Akteure stärker in Regionalentwicklung und Regionalpolitik einzubeziehen. Förderinstrumente für lokale Initiativen müssten ausgebaut und flexibel handhabbare Regelungen sowie lokale oder regionale Budgets in Eigenverantwortung unterstützt werden. Nur dann könnten Projekte einer nachhaltigen Entwicklung langfristig erfolgreich sein und periphere Regionen ihre Innovationspotenziale ausschöpfen.

Ausführlich diskutieren werden die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse aus Fallstudien in acht europäischen Ländern auf der Abschlusstagung des Projekts vom 27. bis 29. September in Leipzig. International anerkannte Forscher aus Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden und Kanada sowie Praktiker ergänzen das Kongressprogramm mit aktuellen Beiträgen zu Fragen der ungleichen Entwicklung.

Medienvertreter sind am 28. September ab 11 Uhr zu einem Pressegespräch in das „Fürstenzimmer“ der Leipziger Universitätsbibliothek – Bibliotheca Albertina (Beethovenstraße 6, 04107 Leipzig) eingeladen. Eine digitale Pressemappe ist im Internet unter https://www.ifl-leipzig.de/de/download-bereich.html verfügbar.

Anschaulich aufbereitete Ergebnisse aus dem RegPol2-Projekt veröffentlicht das Leibniz-Institut für Länderkunde zudem ab 27. September in seinem Webangebot „Nationalatlas aktuell“ (http://aktuell.nationalatlas.de).

Weitere Informationen:
Franziska Görmar
Leibniz-Institut für Länderkunde
Tel.: +49 (0)341 600 55-190
E-Mail

Weitere Informationen:
- https://www.ifl-leipzig.de/de/download-bereich.html (digitale Pressemappe)
- http://www.regpol2.eu/category/news-and-events/ (Projektwebsite)
- http://aktuell.nationalatlas.de (Webangebot "Nationalatlas aktuell" des IfL)

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 970722
 163

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Schere zwischen Stadt und Land öffnet sich weiter“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Leibniz-Institut für Länderkunde

Hidden Champions: Entwicklungsmotoren abseits der Großstädte?
Hidden Champions: Entwicklungsmotoren abseits der Großstädte?
Welchen Beitrag leisten mittelständische Unternehmen in peripher gelegenen Kleinstädten für eine ausgewogene Entwicklung aller Teilräume? Dieser Frage gehen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Länderkunde im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit in einer Studie auf den Grund. --- Kleinstädten kommt in Deutschland eine Schlüsselrolle für die gleichwertige Raumentwicklung zu. Voraussetzung dafür sind nach Auffassung von Experten integrierte Konzepte und Beteiligungsformate, die Politik, Gesells…
IfL entwickelt Webkarten für Bürgerforscher
IfL entwickelt Webkarten für Bürgerforscher
Neue Online-Tools sollen Bestandsaufnahme der Artenvielfalt erleichtern --- Naturbegeisterte Bürger sammeln Tag für Tag wertvolle Informationen über unsere heimischen Tier- und Pflanzenbestände. Die über das Internet zugänglichen Daten helfen Wissenschaftlern, präzisere Aussagen über das Vorkommen und die Verbreitung von Arten zu treffen. Um noch mehr Menschen zum Mitmachen anzuregen, wollen Forscher des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) und des Leibniz-Instituts für Wissensmedien in Tübingen gemeinsam mit dem Dachverband Deutscher Avi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Vorstellung der neuen Serie Inox style Titanium – die Schere, die sich selbst schärft.
Vorstellung der neuen Serie Inox style Titanium – die Schere, die sich selbst schärft.
Auf der Messe COSMOPROF vom 17. - 20. März 2017 in Bologna/Italien stellte Niegeloh die neue Serie einer Scherengeneration vor, die bereits mit einem Modell seit ein paar Jahren auf dem Markt ist, nun aber in einer neuen Vielfalt ab 2017 zur Disposition stehen wird. Die Serie Inox style Titanium wird es als Hautschere/Hautschere Turmspitz, Nagelschere, …
Bild: Strom im ländlichen Raum durchschnittlich 4,2 Prozent teurer als in GroßstädtenBild: Strom im ländlichen Raum durchschnittlich 4,2 Prozent teurer als in Großstädten
Strom im ländlichen Raum durchschnittlich 4,2 Prozent teurer als in Großstädten
… dagegen im Schnitt 890 Euro bezahlt werden.“ Grundlage der Berechnungen sind die jeweils günstigsten regulären Tarife der lokalen Grundversorger. In einigen Bundesländern klafft die Schere zwischen Stadt und Land noch weiter auseinander. So kosten 4.000 kWh Strom in den drei größten Städten Mecklenburg-Vorpommerns, Rostock, Schwerin und Neubrandenburg, …
Bild: Chennai - Das ehemalige Madras
Chennai - Das ehemalige Madras
… Hinduismus („Glücksverheißender“). In Chennai leben Glaubensanhänger des Hinduismus, des Islam und des Christentums, wobei die Hindus mit ca. 80% den größten Bevölkerungsanteil bilden. Die soziale Schere in der Bevölkerung geht weit auseinander, was sich im Stadt- und Strassenbild mit modernen Einkaufszentren auf der einen und einfachsten Laden- und …
Bild: Kanalinspektion, Reinigung und Vermessung mit Lindauer Schere und ASYS
Kanalinspektion, Reinigung und Vermessung mit Lindauer Schere und ASYS
… Systemen ist bereits am ersten Abzweig das Ende der Inspektion erreicht. Das Problem des Abbiegens im Untergrund hat JT-elektronik mit der Lindauer Schere erfolgreich gelöst. Die Lindauer Schere ist eine patentierte abbiegefähige Farb-Dreh-Schwenkkopfkamera für die ganzheitliche Erfassung und Dokumentation des Kanal- und Leitungsverlaufs von Grundstücksentwässerungsanlagen. …
Bild: LEWO Unternehmensgruppe über das Auseinanderdriften der Immobilienpreise
LEWO Unternehmensgruppe über das Auseinanderdriften der Immobilienpreise
Schere bei den Immobilienpreisen zwischen Stadt und Land - aber auch immer innerhalb der Städte Leipzig, 26.06.2018. „Die große Mehrheit der Deutschen träumt von einer eigenen Immobilie. Laut einer Studie des Baufinanzierungs-Vermittlers Interhyp sind die Wünsche dabei sehr pragmatisch und eher auf Gemütlichkeit denn Protz ausgerichtet“, sagt Stephan …
Bild: Saarländische Kommunalbeamte in der „Föderalismusfalle“Bild: Saarländische Kommunalbeamte in der „Föderalismusfalle“
Saarländische Kommunalbeamte in der „Föderalismusfalle“
komba saarland: Schließung der Einkommensschere zwischen kommunalen Tarifbeschäftigten und Beamten Das hätten sich die Beamtinnen und Beamten der saarländischen Kommunen zu Beginn der Föderalismusreform nicht träumen lassen. Geahnt haben sie so etwas schon, dass diese Reform nicht nur dazu dient, in den Nehmerländern des Länderfinanzausgleich Tarifbeschäftigte …
Bild: 'Bulgarien, das unbekannte Land am Rande von Europa'
'Bulgarien, das unbekannte Land am Rande von Europa'
… den letzten Jahren deutlich verbessert. Dennoch gehört das ursprünglich stark landwirtschaftlich geprägte Land noch immer zu den ärmsten der EU: Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander und jedes Jahr verlassen viele meist gut ausgebildete Bulgarinnen und Bulgaren ihre Heimat. Die Unzufriedenheit der Bürger …
Bild: Im Dunstkreis Frankfurt - Aschaffenburg lockt Kapitalanleger und InvestorenBild: Im Dunstkreis Frankfurt - Aschaffenburg lockt Kapitalanleger und Investoren
Im Dunstkreis Frankfurt - Aschaffenburg lockt Kapitalanleger und Investoren
… der City vor. Dies ist im Umland der Börsenstadt doch erheblich günstiger und ruhiger bei höherer Lebensqualität. In kaum einer anderen Stadt im Rhein-Main-Gebiet ist die Schere größer auseinander zwischen Angebot und Nachfrage - und lässt Preise und Mieten auch in der Wirtschaftkrise weiter steigen. So verwundert es wenig, das Aschaffenburg in den Fokus …
Bild: Hohe Einkommensunterschiede: Ursache auch sozialer, kultureller und gesundheitlicher ProblemherdeBild: Hohe Einkommensunterschiede: Ursache auch sozialer, kultureller und gesundheitlicher Problemherde
Hohe Einkommensunterschiede: Ursache auch sozialer, kultureller und gesundheitlicher Problemherde
Die Einkommensschere in Deutschland hat sich im internationalen Vergleich besonders weit auseinander entwickelt, die Einkommensunterschiede hierzulande sind so groß wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Auch die Zahl der Armen erreichte im Jahr 2005 einen Rekordwert. Ein Aufsatz englischer Wissenschaftler hat zu dem Thema "ökonomische Ungleichheit …
Bild: Künstler im Korb
Künstler im Korb
… das Kulturreferat der Stadt München, beim Bauequipment-Vermieter Cramo einige Arbeitsbühnen anmietete und sie ihnen für ihre Arbeiten zur Verfügung stellte, darunter eine JLG Elektro-Schere 3369 LE und eine Teleskopbühne 460 AJ. Am Ende hatte sich der Aufwand gelohnt. Die fertigen Werke zeigten die verschiedensten Stilrichtungen auf und belegten eindrucksvoll, …
Sie lesen gerade: Schere zwischen Stadt und Land öffnet sich weiter