openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Den USA drohen häufigere Überschwemmungen

Lästige Überschwemmungen: Blauer Himmel, ruhige Wetterverhältnisse – und dennoch überschwemmte Straßen: Diese Kombination ist für die immer häufiger auftretenden „nuisance floodings“ typisch.  ((c) Fo
Lästige Überschwemmungen: Blauer Himmel, ruhige Wetterverhältnisse – und dennoch überschwemmte Straßen: Diese Kombination ist für die immer häufiger auftretenden „nuisance floodings“ typisch. ((c) Fo

(openPR) Der Ostküste der Vereinigten Staaten drohen in Zukunft immer häufiger Überschwemmungen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universitäten Bonn, South Florida und Rhode Island. Besonders gefährdet sind demnach die Bundesstaaten Virginia, North Carolina und South Carolina. Ihre Küstengebiete tauchen um bis zu drei Millimeter pro Jahr ab – unter anderem aufgrund menschlicher Eingriffe. Die Arbeit erscheint in der Zeitschrift „Scientific Reports“ der Nature Publishing Group.



---
Immer häufiger werden Städte wie Miami an der Ostküste der USA von Hochwassern heimgesucht. Ursache sind oft nicht einmal Wirbelstürme mit verheerenden Regenfällen wie Katrina oder unlängst Harvey oder Irma. Im Gegenteil: Überflutungen ereignen sich sogar schon an sonnigen und relativ windstillen Tagen. Sie richten Schäden an Häusern und Straßen an und stören den Verkehr, kosten aber keine Menschenleben. Daher werden sie auch „nuisance floodings“ genannt – lästige Überschwemmungen.

Und diese Plage dürfte in Zukunft noch deutlich häufiger auftreten. Dieser Überzeugung sind zumindest Forscher der Universitäten Bonn, South Florida und Rhode Island. Das internationale Team hat Daten von der amerikanischen Ostküste ausgewertet, darunter aus GPS- und Satellitenmessungen. Diese zeigen, dass weite Teile der Küstenregion langsam, aber stetig im atlantischen Ozean versinken.

„Für dieses Phänomen gibt es im Wesentlichen zwei Gründe“, erklärt Makan A. Karegar von der Universität von South Florida, momentan Gastwissenschaftler am Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn. „In der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahre waren weite Teile Kanadas von einem Eispanzer überzogen. Diese ungeheure Masse presste den Kontinent in die Tiefe.“ Dabei wurde der Erdmantel unter dem Eis teilweise zur Seite gedrückt, wodurch sich die eisfreien Küstenregionen anhoben. „Als dann die Gletscher schmolzen, kehrte sich dieser Prozess um“, erläutert Karegar. „Seit etwa 10.000 Jahren sinkt die Ostküste daher wieder ab.“

Dieser geologische Effekt erklärt das Abtauchen der Küstenregion aber nur zum Teil. Zwischen dem 32. und 38. Breitengrad geht es seit einigen Jahrzehnten deutlich schneller in die Tiefe als in den Jahrtausenden zuvor – um teilweise mehr als drei Millimeter pro Jahr. Das Abschmelzen des Eispanzers ist höchstens für ein Drittel davon verantwortlich.

Ursache ist die massive Nutzung von Grundwasser in dem entsprechenden Gebiet, vermuten die Wissenschaftler. Denn Wasser lässt die Landmasse gewissermaßen aufquellen – ähnlich wie Kohlendioxid-Bläschen den Kuchenteig. „Wenn Grundwasser entnommen wird, lässt sich die Landmasse stärker komprimieren“, sagt Karegar. „Sie fällt quasi in sich zusammen und sinkt dadurch noch stärker ab.“

„Auch das Anlegen von Stauseen kann – je nach Entfernung zum Meer – zur Absenkung oder aber zum Anstieg der Küstenregion beitragen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Kusche vom Institut für Geodäsie und Geoinformation. „Dieser Effekt wurde mit Hilfe von Satellitenmessungen berücksichtigt, die in unserer Arbeitsgruppe ausgewertet wurden.“

60 Zentimeter in 300 Jahren

Viele Städte an der US-Ostküste wurden Ende des 16. oder Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet. Heute liegen sie allein aufgrund des Gletscher-Effekts mindestens 45 Zentimeter niedriger als damals, haben die Forscher berechnet. In den letzten Jahren versinken sie aufgrund der Grundwasser-Entnahme mancherorts sogar wesentlich schneller. Dazu kommt der steigende Meeresspiegel aufgrund der Klimaerwärmung, ein Effekt, der sich inzwischen ebenfalls auf mehr als drei Millimeter pro Jahr beläuft und für weitere 15 Zentimeter landunter gesorgt hat.

Dieser Anstieg wird in Zukunft wohl noch erheblich an Fahrt aufnehmen. „Selbst wenn die Grundwasser-Entnahmen reduziert werden, wird die Zahl der Überschwemmungen weiter steigen“, prognostiziert Karegar. „Ebenso werden die Geldsummen, die für die Behebung der damit verbundenen Schäden aufgewendet werden müssen, deutlich zunehmen. Man sollte daher eigentlich annehmen, es wäre im ureigensten Interesse der USA, den Klimawandel mit allen Mitteln zu bekämpfen.“

Publikation: Makan A. Karegar, Timothy H. Dixon, Rocco Malservisi, Jürgen Kusche & Simon E. Engelhart: Nuisance Flooding and Relative Sea-Level Rise: the Importance of Present-Day Land Motion; Scientific Reports; DOI: 10.1038/s41598-017-11544-y

Kontakt:

Makan A. Karegar
School of Geosciences, University of South Florida, Tampa
Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn
Tel. 0228/73-6160
E-Mail: E-Mail

Prof. Dr. Jürgen Kusche
Institut für Geodäsie und Geoinformation
Universität Bonn
Tel. 0228/73-2628
E-Mail: E-Mail

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 967975
 148

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Den USA drohen häufigere Überschwemmungen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Bild: Näher an der optimalen Tour
Näher an der optimalen Tour
Die Doktorandin Vera Traub und ihr Betreuer, Jens Vygen, Professor am Bonner Forschungsinstitut für Diskrete Mathematik, erhielten auf der weltweit führenden Konferenz für diskrete Algorithmen (SODA) in New Orleans einen Preis für die beste Veröffentlichung („Best Paper Award“). Mit ihrem neu entwickelten Algorithmus kann man Touren durch beliebig viele Städte ermitteln, die der kürzesten Tour „möglichst nah“ kommen. --- Das „Problem des Handlungsreisenden“ ist weltberühmt und wurde erstmals im Jahr 1930 formuliert: Gegeben sind ein Anfangs-…
Bild: Entzündungsmechanismen treiben Alzheimer-Erkrankung voran
Entzündungsmechanismen treiben Alzheimer-Erkrankung voran
Laut einer jetzt im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie treiben Entzündungsmechanismen grundlegende Prozesse der Alzheimer-Erkrankung voran. Auslöser ist das Immunsystem des Gehirns. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Universität Bonn stützen sich dabei auf aktuelle Laboruntersuchungen. Diese Ergebnisse, an denen weitere Forscher aus Europa und den USA beteiligt waren, könnten auf lange Sicht den Weg für eine frühzeitige Behandlung der Alzheimer-Erkrankung bereiten: zu einem Zeitp…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: ÖDP NRW fordert: Schluss mit dem Verbot, Nahrungsmittelvorräte anzulegenBild: ÖDP NRW fordert: Schluss mit dem Verbot, Nahrungsmittelvorräte anzulegen
ÖDP NRW fordert: Schluss mit dem Verbot, Nahrungsmittelvorräte anzulegen
… Welthandelsregelungen Entwicklungsländern verbieten, Nahrungsvorräte anzulegen. Diese Nahrungsmittelvorräte sind jedoch zur Abwehr von Hungerkatastrophen, wie sie beispielsweise durch Dürren oder Überschwemmungen entstehen, für die Menschen vor Ort zwingend erforderlich. Dieses Verbot stellt nach Auffassung der ÖDP NRW auch eine inhumane Fehlsteuerung …
Edenhofer und Rockström skizzieren in Nature den Weg zu mehr globaler Klimafinanzierung
Edenhofer und Rockström skizzieren in Nature den Weg zu mehr globaler Klimafinanzierung
… Allein in den vergangenen sechs Monaten wurden die klimabedingten Schäden durch die Hurrikans Helene und Milton in den USA, die Waldbrände in Los Angeles und die Überschwemmungen in Valencia in Spanien auf mehr als 500 Milliarden Dollar geschätzt. Und es besteht die Gefahr noch größerer Klimaschäden: „Das Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze erhöht die …
Canadian Solar expandiert mit geplantem 26-MW-Solarkraftwerk nach Puerto Rico
Canadian Solar expandiert mit geplantem 26-MW-Solarkraftwerk nach Puerto Rico
… Coqui Power LLC entwickelt wurde. Das Solarkraftwerk befindet sich nordöstlich der Stadt Loiza in einer Region, in der regelmäßig Unwetter wie Hurrikans, Tropenstürme und Überschwemmungen auftreten. Aufgrund der speziellen Anforderungen des Projekts und des Standorts wurden die elektrischen Systemkomponenten der Anlage zwei bis vier Meter über dem Boden …
Klimaschutz nur mit Erneuerbaren Energien möglich – USA offenbar vor Politikwende (BEE zur Pentagon
Klimaschutz nur mit Erneuerbaren Energien möglich – USA offenbar vor Politikwende (BEE zur Pentagon
… sein. Der Zeitdruck steigt, Öl, Gas, Kohle und Kernenergie durch erneuerbare Energien zu ersetzen.“ Das Pentagon befürchtet für dieses Jahrzehnt bereits Unwetter, die zu Überschwemmungen in den Niederlanden und Kalifornien führen. Nach 2010 wird mit massiven Hungersnöten und militärischen Konflikten in Indien, Indonesien und Afrika gerechnet. In weiten …
Weltweiter Klimaschutz in entscheidender Phase
Weltweiter Klimaschutz in entscheidender Phase
… Jahrzehnt wird für den weltweiten Klimaschutz entscheidend. Gelingt eine Trendumkehr zu deutlich sinkenden Emissionen, können die negativen Folgen des Klimawandels wie zum Beispiel Überschwemmungen und Stürme noch in Grenzen gehalten werden. Hält der Trend zu erhöhten Emissionen weiter an, werden die ökologischen, wirtschaftlichen und humanen Auswirkungen …
Neun Monate nach der Flutkatastrophe in Pakistan - DEMIRA e.V. unterstützt die Menschen in Pakistan weiter
Neun Monate nach der Flutkatastrophe in Pakistan - DEMIRA e.V. unterstützt die Menschen in Pakistan weiter
DEMIRA e.V. engagiert sich seit dem Beginn der Überschwemmungen im Sommer 2010 in Pakistan. Weite Teile des Landes standen für Wochen unter Wasser. Schätzungsweise 20 Millionen Menschen waren von der Katastrophe betroffen. DEMIRA e.V. konzentriert sein Engagement seitdem auf Hilfsprojekte in der Katastrophenprovinz Khyber Pakhtunkhwa. Neben der medizinischen …
Aktueller Stand zu den Auswirkungen der regionalen Überschwemmungen auf die US-PGM-Betriebe von Sibanye-Stillwater
Aktueller Stand zu den Auswirkungen der regionalen Überschwemmungen auf die US-PGM-Betriebe von Sibanye-Stillwater
… 2022: Sibanye-Stillwater (Ticker JSE: SSW und NYSE: SBSW - www.commodity-tv.com/ondemand/companies/profil/sibanye-stillwater-ltd/) möchte die Stakeholder über die Auswirkungen der regionalen Überschwemmungen informieren, die am Montag, den 13. Juni 2022, ein weites Gebiet in der Umgebung seiner US-PGM-Betriebe in Montana, USA, betroffen haben. Nach …
Bild: Weltwassertag: Globale Entrüstung über äthiopischen Staudamm
Weltwassertag: Globale Entrüstung über äthiopischen Staudamm
… Überflutung" bedeuten, ohne alternative Gewährleistungen für das Überleben der betroffenen Menschen zu beinhalten. „Wir leben vom Fisch, er ist wie unser Vieh. Wenn die Überschwemmungen des Omo ausbleiben, werden wir sterben," sagte ein Mitglieder der indigenen Kwegu. Die äthiopische Regierung hat zudem 180.000 Hektar Land im Omo-Tal für landwirtschaftliche …
Nach Bali: Der CNN Klimagipfel - Experten und Politiker diskutieren morgen in Singapur
Nach Bali: Der CNN Klimagipfel - Experten und Politiker diskutieren morgen in Singapur
… Jahres zwei herausragende Sendungen wiederholt: „Planet in Peril“ – zweiteilige Dokumentation am 26. und 27. Dezember 2007, jeweils um 15.00 und 20.00 Uhr:Überschwemmungen, Stürme, Trockenheit: Naturkatastrophen wie diese bedrohen die Bevölkerung und rauben ihr die Existenzgrundlage. In den vergangenen Jahren haben derartige Katastrophen zugenommen. Und …
Bild: Agenda 2011-2012 - Die Diesellüge und andere UngeheuerlichkeitenBild: Agenda 2011-2012 - Die Diesellüge und andere Ungeheuerlichkeiten
Agenda 2011-2012 - Die Diesellüge und andere Ungeheuerlichkeiten
… Höhe beflügelt. Durch CO2 Herstellung in dieser Höhe wird die Atmosphäre elektrolytisch aufgeladen. Dadurch entstehen Blitzeinschläge, Wolkenbrüche, Orkane und Überschwemmungen. In Amerika gibt es den meisten Flugverkehr. Zyklone, Blitzeinschläge und Überschwemmungen entstehen nachweislich in Amerika. Ausgerechnet amerikanische Behörden prangern europäische …
Sie lesen gerade: Den USA drohen häufigere Überschwemmungen