openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Von der Entzauberung magischer Pilze

29.08.201715:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Von der Entzauberung magischer Pilze
Der Pilz Psilocybe cyanescens, auch bläuender Kahlkopf genannt, ist ein stark psilocybinbildender Pilz. (Dirk Hoffmeister)
Der Pilz Psilocybe cyanescens, auch bläuender Kahlkopf genannt, ist ein stark psilocybinbildender Pilz. (Dirk Hoffmeister)

(openPR) Jenaer Naturstoff- und Pilzforscher rekonstruierten erstmals die Biosynthese bewusstseinserweiternder Substanzen aus Pilzen

Jena. Seit fast 60 Jahren ist der Stoff namens Psilocybin bekannt. Er verleiht den sogenannten Magic Mushrooms, auch Zauberpilze genannt, die Magie – also ihre starke psychedelische Wirkung. Ein Geheimnis blieb jedoch: Wie genau bilden die Pilze der Gattung Psilocybe diese wirkungs-volle Substanz? Das Forschungsteam um den Jenaer Professor Dirk Hoffmeister konnte es jetzt lüften.



---
Artefakte und Kunstwerke beweisen, dass indigene Völker Mittelamerikas bereits um 2000 vor unserer Zeitrechnung mit halluzinogenen Pilzen experimentierten. Sie verehrten die Zauberpilze und nutzten sie zu spirituellen Zwecken.

Was die Pilze zum Zaubern bringt

Zwar ist die naturwissenschaftliche Forschung seit den 1950er Jahren fasziniert von der pharmakologischen Wirkung der Pilze. Von göttlicher Zauberei und Magie lassen sich Wissenschaftler jedoch nicht beeindrucken: Schon 1958 isolierte der Schweizer Chemiker Albert Hofmann den Wirkstoff Psilocybin und klärte seine einzigartige chemische Struktur auf. Auch die Wirkungsweise des Naturstoffs, der dem „Glückshormon“ Serotonin ähnelt, ist weitgehend nach-vollzogen. Darüber hinaus zeigten erste Studien aus den 1960er Jahren mögliche Wege auf, wie die Pilze dieses besondere Molekül bilden.
Doch welche Werkzeuge, sprich Enzyme, den Pilzen die besondere Fähigkeit zur Bildung von Psilocybin verleihen, war bisher unbekannt.

Dirk Hoffmeister ist Professor am Pharmazeutischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena und leitet eine assoziierte Forschungsgruppe am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut. Hoffmeisters Forscherteam gelang es nun, die Enzyme zu identifizieren, mit deren Hilfe die Pilze ihre magischen Substanzen aufbauen. Die Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen außerdem fest, dass die Biosynthese in einer anderen Reihenfolge stattfindet, als es ältere Studien beschrieben. Ihre Ergebnisse erschienen kürzlich in der renommierten Zeitschrift Angewandte Chemie.

Bahnbrechender Schritt zur kommerzialisierten Anwendung

Mithilfe des Modell-Bakteriums Escherichia coli ließen sich die zuvor identifizierten Enzyme produzieren. Auf diese Weise konnten Hoffmeister und Kollegen die Wirkstoff-Synthese im Labor rekonstruieren und Psilocybin ohne Pilzzellen herstellen. Die vorangegangenen Untersuchungen waren damit bestätigt.

„Mit der Herstellung von Psilocybin mittels Enzymen machten wir einen großen Schritt, dieses stark wirksame Molekül besser bereitzustellen“, macht Hoffmeister deutlich. „Hierzulande sind Magic Mushrooms zwar hauptsächlich als Freizeitdroge bekannt und haben dementsprechend ein zweifelhaftes Image. Doch das pharmazeutische Interesse an deren Wirkstoff Psilocybin nimmt gegenwärtig zu“, präzisiert der Professor die Bedeutung seiner Forschungs-ergebnisse mit dem Hinweis auf erste klinische Studien. Sie attestieren der Substanz Heilkräfte: Beispielsweise könnte sie in einer geringen Dosis die Angst von Patienten mit lebensbedrohlichem Krebs reduzieren oder die Symptome von Depressionen und Antriebslosigkeit lindern.

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 965771
 445

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Von der Entzauberung magischer Pilze“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI)

Bild: Die Funktion chemischer Vielfalt in der NaturBild: Die Funktion chemischer Vielfalt in der Natur
Die Funktion chemischer Vielfalt in der Natur
Jena. Jährlich vergibt das Pharmaunternehmen medac mit Hauptsitz in Wedel den medac-Forschungspreis an junge Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI). Ausgezeichnet werden interdisziplinäre Forschungsarbeiten, die in der Fachwelt besonderes Aufsehen erregt haben. In diesem Jahr wurden gleich drei herausragende Publikationen gewürdigt. --- Universitätsprofessor und Abteilungsleiter am HKI Christian Hertweck untersuchte mit seinem Team die Biosynthese des Antibiotikums Xi…
Infektionen auf internationaler Ebene bekämpfen
Infektionen auf internationaler Ebene bekämpfen
Ab Sonntag treffen sich mehr als 1.600 Wissenschaftler, Politiker, Wirtschaftsvertreter sowie Bürger aus über 80 Ländern zum jährlichen World Health Summit in Berlin. Gemeinsam diskutieren die Experten über globale Fragen des Gesundheitsmanagements und der Gesundheitsversorgung, erarbeiten zukünftige Strategien zum weltumfassenden Gesundheitsschutz und sprechen Handlungsempfehlungen aus. Das ambitionierte Ziel der Gipfelteilnehmer ist, die weltweite Gesundheit durch einen offenen Dialog und konstruktive Zusammenarbeit zu verbessern. --- Noch…

Das könnte Sie auch interessieren:

Pilze haben Hochsaison - Was gibt es zu beachten?
Pilze haben Hochsaison - Was gibt es zu beachten?
… Gerichte. Was Sie bei der Lagerung und Verarbeitung dieser nährstoffreichen Nahrungsmittel beachten sollten, erklärt Claudia Galler, Gesundheitsredakteurin von jameda (jameda.de), Deutschlands größter Arztempfehlung.Pilze lieben die feucht-warme Witterung Im Herbst, wenn es feucht, aber noch nicht zu kalt ist, schießen im Wald und auf Wiesen die Pilze …
Bild: Menschen über 50 sind offen für neue Marken und ProdukteBild: Menschen über 50 sind offen für neue Marken und Produkte
Menschen über 50 sind offen für neue Marken und Produkte
… Hannover im Rahmen des 3. ReifeForums das Fachforum „Marketing und Vertrieb vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“ statt. Ein Fokus liegt in der Entzauberung des Mythos einer lebenslangen Markenbindung. Immer noch weitverbreiteter Irrglaube ist, diese Grundlage werde in „jungen“ Jahren gelegt und demzufolge lohne sich ein Marketing-Investment …
Bild: Wer bin ich wirklich?Bild: Wer bin ich wirklich?
Wer bin ich wirklich?
… … das Unbekannte offenbart sich nur aus dem Raum des Unbekannten … Klaus Konstantin versteht es wie kein Zweiter aufzuzeigen, dass Desillusionierung und Entzauberung sowie Demontage aller Illusionen den hauptsächlichen Teil jedes menschlichen Wachstumsprozesses ausmachen. Sein Buch ist eine kompromisslose Anleitung zur Selbstaufklärung – nicht lösungsorientiert, …
Bild: Mit der neuen GU Naturführer-App Pilze die Natur entdeckenBild: Mit der neuen GU Naturführer-App Pilze die Natur entdecken
Mit der neuen GU Naturführer-App Pilze die Natur entdecken
München, 29.08.2012. Die Pilzsuche kann beginnen: Mit der neuen GU Naturführer-App Pilze – Die wichtigsten Arten entdecken und bestimmen wird der Waldspaziergang nun zu einem ganz besonderen Erlebnis. Giftig oder genießbar? Der moderne Pilzsammler greift für die Antwort nach seinem iPhone und der GU-App Pilze. Der Naturführer fürs Smartphone bietet auch …
Bild: Galerie kunstradar zeigt „Ich ist ein Raum I.-IX.“Bild: Galerie kunstradar zeigt „Ich ist ein Raum I.-IX.“
Galerie kunstradar zeigt „Ich ist ein Raum I.-IX.“
… Individuum reagiert zum Teil erschreckt. Die Sehnsüchte und Wünsche nach Geborgenheit im Gemeinsamen spülen überholte religiöse Bekenntnisse an die Oberfläche. Die Aufklärung, die mit der Entzauberung der Welt einen rationalen Raum begründen wollte, schlägt in ihr Gegenteil um. Die Suche des Einzelnen hin zum Geborgensein im Kollektiv ist blind. Das …
Bild: 2016 – Ein Pilzjahr zum VerliebenBild: 2016 – Ein Pilzjahr zum Verlieben
2016 – Ein Pilzjahr zum Verlieben
Selten hat ein Jahr schon mit solchen Massen an Pilzen begonnen wie das Jahr 2016, der ertragreiche Regen und das milde Klima sorgen für optimale Wachstumsbedingungen. 2015 war ein Reinfall, es scheint aber, als würden die Pilze in diesem Jahr alles nachholen wollen. Bereits Ende Mai ging es allerorts mit dem flockenstieligen Hexenröhrling (bayrisch: …
Tipps der DRF Luftrettung: So schützen Sie sich vor Pilzvergiftungen
Tipps der DRF Luftrettung: So schützen Sie sich vor Pilzvergiftungen
… draußen feucht ist und die Temperaturen sinken, steht die Pilzsaison vor der Tür: Dann streifen Sammler wieder durch die Wälder auf der Suche nach Champignons, Steinpilzen und Co. "Zwar sind nur wenige Pilze so giftig, dass Lebensgefahr droht, trotzdem werden sie manchmal mit den essbaren Sorten verwechselt", sagt Christoph Lind, Rettungsassistent der …
Bild: Apunkt Apeiron "Okkulte Kunst einer vergangenen Zukunft"Bild: Apunkt Apeiron "Okkulte Kunst einer vergangenen Zukunft"
Apunkt Apeiron "Okkulte Kunst einer vergangenen Zukunft"
… auf die Welt, die Menschen und das Unbegreifbare. Apeirons Kunst verunsichert, fragt und irritiert, das macht ihre Kraft aus. Seine Symbolik und Umdeutungen fordern den Betrachter auf, sich den Werken zu öffnen. Die Entzauberung der Welt ist womöglich doch nur ein Traum. Christine Balbach Kulturmanagerin, Ethnologin Kontakt Tel 0176. 50395675
Bild: Waldpilze selber trocknenBild: Waldpilze selber trocknen
Waldpilze selber trocknen
Wer selber in die Wälder streift und Pilze sammelt, kennt das Problem: Die frischen Pilze sind nicht lange haltbar. Auch auf den Gemüsemärkten sind nicht immer Pilze zu finden und deshalb möchte man sich manchmal gerne einen Vorrat anlegen, um auch im Winter noch Pilzgerichte zubereiten zu können. Glücklicherweise eignen sich die meisten Pilzsorten sehr …
Bild: Kleine PilzkundeBild: Kleine Pilzkunde
Kleine Pilzkunde
Kleine Pilzkunde Frische Pilze sind besonders häufig während den Herbstmonaten in den Wäldern und somit auch auf den Märkten zu finden. Zu den beliebtesten europäischen Sorten zählen Steinpilze, Eierschwämme, Pfifferlinge und diverse Röhrlinge. Neben ihrem feinen Aroma sind Pilze auch hinsichtlich ihres Nährwertes interessant. Eine Portion Steinpilze …
Sie lesen gerade: Von der Entzauberung magischer Pilze