(openPR) Die politische Szene in Deutschland hat schon etwas Morbides: Auf der einen Seite werden Reichen Reedern hunderte Millionen Schulden erlassen und die kriminellen Machenschaften in der Automobilindustrie von der Politik mit größter Zurückhaltung behandelt. Auf der anderen Seite unternimmt die große Koalition aus „Christen“ und „Sozialen“ außer kosmetischen und klientelorientierten Maßnahmen nichts gegen die schnell zunehmende soziale Schieflage unserer Gesellschaft.
Man wird an Stefan Georges Ausspruch erinnert: „Die Art wie ihr bewahrt, ist ganz Verfall.“
Was für ein Gemeinwesen schwebt den Politikern und ihren Klientelen eigentlich vor? Auf welche Zukunft unserer Gesellschaft steuern sie zu? Haben sie überhaupt klare Ziele für unser Land und ihre Mitmenschen oder lassen sie sich von denen treiben, die ihre Mitmenschen nur als Verfügungsmasse sehen, als Mittel zum Zweck unbegrenzter persönlicher Bereicherung?
Die brutale Herrschaft des Geldes und die Degradierung der Menschen zu bloßen Mitteln der Profiterzielung und Profitsteigerung einer reichen skrupellosen Minderheit löst den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf. Schließlich ist sich jeder selbst der Nächste. Abgeordnete agieren zunehmend als Lobbyisten für Sonderinteressen. Das Allgemeinwohl, dem sie ja auch gar nicht verpflichtet sind, scheint sie nicht zu interessieren. Warum auch? Sie können sehr gut für sich selbst sorgen.
Daß eine Abgeordnetenkarriere ohne die Unterstützung eines parteilichen Umfeldes kaum denkbar ist, sollte niemanden vergessen lassen, daß er oder sie Abgeordnete/r des ganzen Volkes ist und nicht etwa Abgeordnete/r einer Partei, eines Konzerns, eines Lobbyvereins oder irgendwelcher reichen Leute. Allein der Respekt vor dieser Tatsache, nämlich Abgeordnete/r des ganzen Volkes zu sein, sollte ein Verantwortungsbewußtsein der so Privilegierten für die ganze Gesellschaft wecken. Daß die Wirklichkeit anders aussieht, kann man ohne Übertreibung dem Niedergang der Moral zuschreiben.
Kein Wunder, daß weltweit die Bankster herrschen. Daß die Politiker, die doch für das Allgemeinwohl verantwortlich handeln sollten, die Finanzwirtschaft und die Großspekulanten von der Leine gelassen haben, hat seit Jahren schon weltweit verheerende Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Mit Finanzspekulationen und -manipulationen schnell reich und reicher zu werden ist wichtiger geworden als die Schaffung und Mehrung allgemeinen Wohlstands durch nachhaltig produktives Wirtschaften. Es scheint sich in weichen Gehirnen die Überzeugung festgesetzt zu haben, daß nur noch die Dummen arbeiten, während die Schlauen einfach und trickreich aus Geld mehr Geld machen.
Morbiden Charme hat auch der Glaube, das Ponzi-Spiel der großen Notenbanken der Welt, darunter der EZB unter Ex-Banker Mario Draghi könnte einen glücklichen Ausgang finden. Dabei wird jetzt schon deutlich, daß Zinssteigerungen auf ein ökonomisch gesundes Niveau nur um den Preis einer Weltfinanz- und Wirtschaftskrise zu haben sind.
Spekulationsblasen bilden sich nicht zurück; sie platzen. Immer. Auch die von der FED ersatzweise (?) geplanten sukzessiven Verkäufe eines Teils der in den letzten Jahren aufgekauften Anleihen werden sich kaum ohne zinssteigernde Wirkungen und die dadurch ausgelösten Folgewirkungen durchführen lassen. Kein Zweifel: Die Notenbanker sitzen in ihrer selbst gestellten Falle und mit ihnen hunderte Millionen Menschen weltweit, die die Zeche für dieses leichtfertige Experiment zahlen werden.
Deutliche kulturelle Verfallsanzeichen sind auch zunehmende Unzufriedenheit, Intoleranz, Haß und Gewalt, die überall in der Welt zunehmen. An die Krawalle von sogenennten Fußballfans haben wir uns schon gewöhnt. Aber auch immer mehr Menschen begegnen einander zunehmend unfreundlich, abweisend und rücksichtslos. Religiöser Wahn treibt zu Mordtaten und psychisch labile geraten in einer chaotischer werdenden Umwelt vollends außer Kontrolle.
Und immer mehr anständige, rücksichtsvolle und verständige Menschen haben angesichts dieser Entwicklung und ihres politischen Managements die sprichwörtliche Schnauze voll.
Was verursacht nur die zunehmende Rücksichtslosigkeit und Feindseligkeit unter einander Unbekannten? Was macht immer mehr Menschen so rücksichtslos wütend, ohne daß man eine Ursache dafür erkennen kann? Hat man einmal Gelegenheit mit rücksichtslosen Menschen ins Gespräch über Ursachen und die Beweggründe der umsich greifenden sozialen Verwahrlosung zu kommen, dann stellt sich heraus, daß eigentlich ganz andere gemeint sind, nämlich die, die immer öfter nichts mehr auf die Reihe kriegen, die ihre Aufgaben im Interesse der Allgemeinheit nicht mehr erfüllen und die ihren Klientelen den gierigen Rachen immer voller stopfen, anstatt die Arbeit für das allgemeine Wohl korrekt zu erledigen, für die sie bezahlt werden. Immer mehr Menschen verzweifeln an der Unfähigkeit (oder dem Unwillen) der „Eliten“, die Welt in Ordnung zu halten und wenigstens ein Minimum an Gerechtigkeit zu praktizieren.
Es hat sich schon viel Wut angestaut. Die Ideologie des Beutekapitalismus, die politisch geförderte private Abzocke zu Lasten derer, die nicht über effiziente Lobbys im Parlament verfügen, vergiftet zunehmend das soziale Klima. Das gilt nicht nur für Deutschland. Die Schuldigen sind aber für die meisten Betroffenen nicht erreichbar. So können sie ihrer Empörung an der richtigen Stelle keinen Ausdruck verleihen. Ihre Wut staut sich an und entlädt sich bei passender Gelegenheit dort, wo es gar nicht angebracht ist. Wir werden uns daran gewöhnen müssen.
Denn Besserung ist nicht in Sicht. Dafür müßte sich die politische Klasse an Haupt und Gliedern erneuern. So werden die Dinge wieder einmal ihren Lauf nehmen. Dennoch ist Wählen Bürgerpflicht. Wer sich in den Schmollwinkel zurückzieht und am 24. September nicht wählt, stärkt die, die ihn ausnutzen oder ausbeuten. Wer von allen sich um Abgeordnetensitze bewerbenden Parteien nichts hält, sollte wenigstens UNGÜLTIG wählen und damit ein Zeichen setzen.
Prof. Querulix beobachtet und kommentiert das ebenso interessante wie fragwürdige und nicht selten erschreckende Treiben der Menschentiere, vor allem das ihrer „Eliten“. Seine Beobachtungen werden in der eBook-Reihe „Tacheles“ dokumentiert. 7 Bände sind bisher erschienen. Der jüngste trägt den Titel: „Rien ne vas plus – Wohin treibt die Menschenwelt?“ (ISBN 978-3-943788-43-3). Wie seine 6 Vorgänger ist er im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort sowie in allen gut sortierten Buchhandlungen zum Preis von 9,95 Euro zu haben.
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