openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.201711:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Internationales Expertennetzwerk tagte in Berlin

---
Die guten Ernteergebnisse im Getreideanbau global und der zunehmende Druck auf europäische Ackerbaubetriebe waren zwei zentrale Themen auf der diesjährigen agri benchmark Cash Crop Konferenz, die vom 12. bis zum 15. Juni in Berlin stattfand. Über 50 Teilnehmer aus mehr als 30 Mitgliedsländern des Cash Crop Netzwerks, das vom Thünen-Institut in Braunschweig koordiniert wird, diskutierten gemeinsam die aktuellen Trends und Perspektiven im Ackerbau.



„Europäische Landwirte stehen heute unter starkem Anpassungsdruck“, unterstrich Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens, Gastredner auf der Konferenz. Nicht nur die verbreitete gesellschaftliche Skepsis gegenüber aktuellen Produktionsmethoden, auch handfeste betriebswirtschaftliche Fakten zwingen Landwirte zu Veränderungen:
• strengere Regulierung des Nähstoffüberschusses, um das Grundwasser zu schützen,
• abnehmende Verfügbarkeit von effektiven Pflanzenschutzmitteln,
• rückläufige Gewinnmargen.

Thomas de Witte, Wissenschaftler am Thünen-Institut und Mitglied im agri benchmark Cash Crop Netzwerk, hat auf der Grundlage zweier deutscher Fallstudien als Kernelement möglicher Anpassungsstrategien eine Verbreiterung der Fruchtfolge identifiziert. Dabei ist entscheidend, dass die Landwirte künftig mehr Sommerkulturen und – soweit ökonomisch machbar – vermehrt Blattfrüchte anbauen. Die beiden Fallstudien zeigen, dass ein solcher Weg nicht nur ackerbaulich positiv wäre, sondern auch ökonomisch tragfähig sein kann. Wie agri benchmark Partner aus Dänemark, Großbritannien und Frankreich bestätigten, stehen die meisten europäischen Landwirte vor den gleichen Herausforderungen. Daher wird agri benchmark zukünftig verstärkt mit Beratern und Landwirten daran arbeiten, Wege aufzuzeigen, wie Ackerbaubetriebe auf die aktuellen Rahmenbedingungen reagieren können.

In der Landwirtschaft gilt heute auch, was für andere Märkte schon lange selbstverständlich ist: Die heimische Produktion muss global wettbewerbsfähig sein. Im Verlauf der agri benchmark Cash Crop Konferenz 2017 wurden die Hauptergebnisse aus der Analyse der weltweiten, nach einheitlichen Standards erhobenen Daten typischer Betriebe präsentiert.

Russland dominiert, Argentinien schließt auf

Bemerkenswert ist die bestehende Dominanz Russlands auf dem Weizenmarkt. Aufgrund niedriger Input-Kosten – insbesondere für Stickstoff –, niedriger Landkosten und der wiederholten Abwertung des Rubels hatten die Getreideproduzenten Russlands 2016 ein äußerst profitables Jahr. Aufgrund steigender Erntemengen exportierte Russland 2016 mehr Weizen als jedes andere Land; aktuelle Prognosen gehen auch für 2017 von einem neuen Rekord aus.

Doch der Angebotsdruck auf den globalen Weizenmärkten wird sich unter anderem auch wegen aktueller Entwicklungen in Argentinien erhöhen. Die dortige Getreideproduktion – insbesondere Weizen und Mais – hat massiv von der Abschaffung von Exportzöllen sowie anderer handelsbeschränkenden Maßnahmen im Land profitiert. Unter diesen neuen Bedingungen haben die Landwirte nach Analysen von agri benchmark Gewinne von bis zu 50 US-Dollar pro Tonne Weizen erzielt. Da gleichzeitig eine deutliche Flächenausdehnung stattfindet und weiterhin zu erwarten ist, wird Argentinien in Zukunft wieder ein großer Player auf den globalen Weizenmärkten.

agri benchmark Cash Crop ist ein weltweites non-profit-Netzwerk von Agrarökonomen, das vom Thünen-Institut und global networks (gUG) koordiniert wird. Sein Ziel ist es, die Entwicklungen im globalen Ackerbau zugleich wissenschaftlich fundiert wie auch anwendungsorientiert zu analysieren und die gewonnen Ergebnisse Entscheidungsträgern zugänglich zu machen.

---
Nähere Informationen zur agri benchmark Cash Crop Conference 2017:
Dr. Jeannette Malchow
Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, Braunschweig
Tel. 0531 596-5107
E-Mail:

Weitere Informationen:
- http://www.agribenchmark.org/cash-crop.html - Webseite von agri benchmark Cash Crop

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 963535
 381

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

Holzforschung am Standort Hamburg-Bergedorf gesichert
Holzforschung am Standort Hamburg-Bergedorf gesichert
Thünen-Institut und Universität Hamburg unterzeichnen Kooperationsvereinbarung --- Die Präsidenten des Thünen-Instituts, einer Forschungseinrichtung des Bundes, und der Universität Hamburg haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die ab 01.01.2018 die wissenschaftliche Zusammenarbeit im Bereich der Forst- und Holzwirtschaft regelt. Grundlage hierfür war eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung zwischen der Hamburger Wissenschaftsbehörde und dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL), mit der die langjährige Zusammenarbeit an die…
Bild: Arbeit finden in Deutschland – Tipps von Flüchtlingen für FlüchtlingeBild: Arbeit finden in Deutschland – Tipps von Flüchtlingen für Flüchtlinge
Arbeit finden in Deutschland – Tipps von Flüchtlingen für Flüchtlinge
Thünen-Institut veröffentlicht alltagstauglichen Ratgeber für Flüchtlinge --- Viele Menschen sind in den vergangenen Jahren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Sie wollen hier arbeiten und für sich und ihre Familien eine Existenz aufbauen. Um diese Herausforderung zu bewältigen, benötigen sie zunächst leicht verständliche Informationen über die ersten Schritte in den Arbeitsmarkt. Das Thünen-Institut hat dazu nun einen alltagstauglichen Ratgeber veröffentlicht, der praktische Tipps zusammenstellt und geflüchteten Menschen Mut machen w…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Arbeitsmarkt - „Grüne Berufe“ boomenBild: Arbeitsmarkt - „Grüne Berufe“ boomen
Arbeitsmarkt - „Grüne Berufe“ boomen
… Nährstoffen. ZU guter Letzt steht die Ernte. „Das Ziel ist es, hochwertige Nahrungsmittel zu produzieren“, erläuterte Kreislandwirt Isermann. Als neuen Berufszweig für größere Ackerbaubetriebe oder Lohnunternehmen gibt es die „Fachkraft Agrarservice“. In diesem Ausbildungsberuf liege der Fokus eindeutig im technischen Bereich, so Ina Rubelowski, die für …
Bild: Kultur und demografischer Wandel – Erste Projekte in PotsdamBild: Kultur und demografischer Wandel – Erste Projekte in Potsdam
Kultur und demografischer Wandel – Erste Projekte in Potsdam
azu gibt es unter www.t-werk.de Weitere Veranstaltung im Rahmen von „Kultur im Wandel“ werden die „Carmina Burana“ zum Jahreswechsel sowie die „Lange Nacht der Märchen“ Anfang 2007 sein. „Kultur im Wandel“ ist ein Projekt der iq consult gmbh und wird unterstützt durch das Land Brandenburg sowie die Europäische Union.
Bild: Digitalisierte Anbausysteme für die Stadt: Forschungsraum an der FH Wedel stärkt städtische Landwirtschaft der ZukunftBild: Digitalisierte Anbausysteme für die Stadt: Forschungsraum an der FH Wedel stärkt städtische Landwirtschaft der Zukunft
Digitalisierte Anbausysteme für die Stadt: Forschungsraum an der FH Wedel stärkt städtische Landwirtschaft der Zukunft
… automatisierten Beeten, Aquaponik, klassischen Beeten, Gewächshäusern und Bienenvölkern. Mithilfe von Sensorik, IoT und KI entwickeln Forschende digitale Zwillinge der Anbausysteme und erfassen per KI-gestützter Biodiversitätserkennung automatisch Daten zu Pflanzenvielfalt, Pflanzengesundheit und Insektenaufkommen. Ziel ist es, die Effizienz, Nachhaltigkeit …
Kleiner Fehler – große Wirkung: EEG benachteiligt umweltverträgliche Biogasproduktion
Kleiner Fehler – große Wirkung: EEG benachteiligt umweltverträgliche Biogasproduktion
… wollte.“ Kleegras wird vor allem von ökologisch wirtschaftenden Betrieben in der Fruchtfolge eingesetzt, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen und den Unkrautbesatz zu regulieren. Ackerbaubetriebe, die den Aufwuchs nicht verfüttern können, hätten durch die höhere Vergütung die Möglichkeit gehabt, Biogasanlagen mit einem Substrat zu betreiben, das nicht …
Bild: Neue Pflanzmischung überzeugt im Praxistest: Spitzwegerich steigert Futterertrag und schützt das Grundwasser Bild: Neue Pflanzmischung überzeugt im Praxistest: Spitzwegerich steigert Futterertrag und schützt das Grundwasser
Neue Pflanzmischung überzeugt im Praxistest: Spitzwegerich steigert Futterertrag und schützt das Grundwasser
… besonders für Regionen mit Wasserknappheit oder für den Einsatz in Wasserschutzgebieten relevant. Die Studie liefert neue Erkenntnisse für die Weiterentwicklung ökologischer Anbausysteme unter den Bedingungen des Klimawandels. Mit der Kombination aus höherem Ertrag und geringerem Umweltbelastungspotenzial bietet sie einen praxistauglichen Ansatz für …
Europäisches Jahr für Aktives Altern - Experten diskutierten über die Folgen des demografischen Wandels
Europäisches Jahr für Aktives Altern - Experten diskutierten über die Folgen des demografischen Wandels
… Deutschlands wird bis 2060 von derzeit 82 Millionen auf rund 65 Millionen abnehmen, das Durchschnittsalter soll sich von aktuellen 44 auf 52 Jahre erhöhen. Der Europarat und das Europäische Parlament haben das Jahr 2012 zum „Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ ausgerufen. Ziel ist es, in Zeiten, in denen in Europa …
Bild: Überlebenstechniken für die digitale Welt von morgenBild: Überlebenstechniken für die digitale Welt von morgen
Überlebenstechniken für die digitale Welt von morgen
… weitere Branchen vor einer großen Umstrukturierung durch das Internet – vor allem das produzierende Gewerbe. Wer als Gewinner daraus hervorgeht, entscheidet sich jetzt. Damit europäische Unternehmen nicht den Anschluss verlieren, sind globale Digitalstrategien gefragt – sowohl im Handel als auch in der Industrie“, erklärt Marco Zingler, Geschäftsführer von …
Bild: Wurzelsysteme stärken: Metrop's neue Formel für schnellere und tiefere WurzelbildungBild: Wurzelsysteme stärken: Metrop's neue Formel für schnellere und tiefere Wurzelbildung
Wurzelsysteme stärken: Metrop's neue Formel für schnellere und tiefere Wurzelbildung
… Gärtnern und Landwirten ein Produkt an die Hand zu geben, das nicht nur das Pflanzenwachstum maximiert, sondern auch die Effizienz und Nachhaltigkeit ihrer Anbausysteme erhöht." Wie Metrop das Wurzelwachstum fördert Der verbesserte Wurzelstimulator von Metrop basiert auf einer wissenschaftlich abgestimmten Formel, die speziell entwickelt wurde, um …
Europäische Identität aus Sicht der Wissenschaft
Europäische Identität aus Sicht der Wissenschaft
Forschungsmagazin und Netzwerkveranstaltung beleuchten Hintergründe, Vorurteile, Probleme und Lösungsansätze --- Europa steht vor großen Herausforderungen: Was wird aus der Europäischen Union? Wie entwickelt sich die Finanz- und Flüchtlingskrise? Warum ist Europa liebenswert – trotz seiner Fehler? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität …
Sie lesen gerade: Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen