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Für mehr Frauen in Wirtschaft und Forschung

26.06.2017 • 14:44 Uhr • Wissenschaft, Forschung, Bildung
Prof. Dr. Kira Kastell, Frankfurt UAS
Prof. Dr. Kira Kastell, Frankfurt UAS

(openPR) Frankfurt UAS fördert karriereorientierte Frauen durch Programm „Mentoring Hessen“

Anfang Juni 2017 fand die Auftaktveranstaltung für das hessische Verbundprojekt „Mentoring Hessen zur Förderung weiblicher Talente“ statt. Hierfür haben sich die Förderprogramme „MentorinnenNetzwerk für Frauen in Naturwissenschaften und Technik“, „SciMento“ und „ProProfessur“ zusammengeschlossen, um eine aufeinander aufbauende Förderstruktur zu bieten. Das Projekt richtet sich an Frauen, die eine Hochschulkarriere oder Führungsposition anstreben. Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) ist Förderin von Mentoring Hessen und unterstützt so die Chancengleichheit für Frauen in Wirtschaft und Forschung.



„Durch unsere Unterstützung im Rahmen von Mentoring Hessen wird Frauen der Einstieg in die Wirtschaft und die Forschung erheblich erleichtert. Wir als Hochschule möchten ihnen den gesamten Möglichkeitsraum für ihre Karriere aufzeigen“, so Prof. Dr.-Ing. Kira Kastell, Vizepräsidentin für Studium und Lehre sowie Professorin für Übertragungstechnik am Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften der Frankfurt UAS. Sie war seit ihrem Berufseinstieg 1998 beim Vorläuferprogramm MentorinnenNetzwerk aktiv. Bei Mentoring Hessen agiert Kastell als Mentorin und beeinflusst als Teil der Steuerungsgruppe Zielsetzung, Ressourcenrahmen und Controlling des Verbundprojekts. Die Ingenieurin kennt beide Perspektiven des Mentorings: anfangs – in der freien Wirtschaft tätig ¬– als Mentorin, war Kastell später auf dem Weg zur Professur selbst Mentee. Sie setzt sich für die Förderung von Frauen in MINT-Fächern ein. „Wir helfen den Frauen im MINT-Bereich, sich in ein funktionierendes Netzwerk zu integrieren und vom direkten Erfahrungswissen zu profitieren. Frauen haben die gleichen Fähigkeiten und Rechte wie Männer und sollten daher auch in allen Arbeitsbereichen gleich vertreten sein; idealerweise sollte es keine Rolle mehr spielen, ob ein Mann oder eine Frau vor einem sitzt.“ Mentoring Hessen bietet hierfür die Förderlinie „ProCareer.MINT“ an.

Caprice Oona Weissenrieder ist Mentee der Förderlinie „ProCareer.Doc“. Sie ist Forschungspromotorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Wirtschaft und Recht der Frankfurt UAS und promoviert berufsbegleitend an der Business School der Napier University in Edinburgh, einer Partnerhochschule der Frankfurt UAS. Mit dem Arbeitstitel „Career success of women – the importance of influence tactics“ befasst sie sich in ihrer Dissertation mit den Karriereperspektiven von Frauen in der Wirtschaft. „Ich sehe nach wie vor einen hohen Bedarf, weibliche Potenzialträgerinnen zu fördern. Leider ist es für Frauen immer noch schwierig, Karriere zu machen. So haben verhaltens- und kulturspezifische Aspekte innerhalb unserer Gesellschaft und in Unternehmen, aber auch staatlich gegebene Rahmenbedingungen einen großen Einfluss auf das berufliche Fortkommen. Ich bin allerdings auch davon überzeugt, dass Frauen einige Dinge selbst anstoßen können und sollten“, so Weissenrieder, die sich ihren Karriereweg nach dem Mentoring noch offen hält. Sie forscht seit 2011 mit zwei Professorinnen der Frankfurt UAS, Prof. Dr. Regine Graml und Prof. Dr. Yvonne Ziegler, u.a. im Bereich Leadership, Diversity sowie Frauen und Karriere.

Prof. Dr. Diana Völz, Professorin für Produktentwicklung, Konstruktion und CAD am Fachbereich Informatik und Ingenieurwissenschaften der Frankfurt UAS, nahm am Vorläuferprogramm „ProProfessur“ teil. Sie konnte von allen Bausteinen des Mentoring-Programms profitieren. „Das Bewerbungstraining war sehr hilfreich und auch das Netzwerken zwischen den Mentees war besonders bereichernd. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Vernetzung der Mentees und der Mentorinnen durch die Zusammenführung der drei Programme zu Mentoring Hessen noch transparenter und intensiver wird“, so Völz. Sie ist seit 2015 als Professorin an der Frankfurt UAS tätig. Zuvor promovierte sie an der Technischen Universität Darmstadt und wurde dort von ihrem Doktorvater Prof. Dr. Reiner Anderl auf ProProfessur aufmerksam gemacht. „Ein Bewerbungsszenario an einer universitären Einrichtung für eine Professur verläuft ganz anders als in der Industrie. Oftmals ist es mit langen Wartezeiten verbunden. Mir hat das Programm die Hürde genommen, mich überhaupt erst zu bewerben“, ergänzt Völz. Das Programm ProProfessur wird bei Mentoring Hessen unter der gleichnamigen Förderlinie fortgeführt.

Frauen sind in Wissenschaft und Wirtschaft unterrepräsentiert. Der hessenweite Professorinnen-Anteil liegt bei 24,3 %, der Professorinnen-Anteil speziell in den MINT-Fächern liegt noch deutlich darunter. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen lag 2016 insgesamt bei 22,4 %. Aus diesem Grund bietet Mentoring Hessen spezifische Förderlinien für MINT-Studentinnen sowie Doktorandinnen, Postdocs, junge Wissenschaftlerinnen und angehende Professorinnen aller Fächer an. Diese sogenannten Mentees werden von einer berufserfahrenen Frau aus Wirtschaft oder Forschung, der Mentorin, begleitet. Mentees treten in aktiven Erfahrungsaustausch mit ihren Mentorinnen. Sie erhalten die Möglichkeit, den Berufsalltag und potenzielle Berufsfelder kennenzulernen und bei der Gestaltung von Promotion und Post-Doc-Phase unterstützt zu werden. Die Mentorin hilft bei der Entscheidungsfindung, zeigt auf, wie sich Beruf und Familie vereinen lassen, und bietet Hilfe zur Selbsthilfe.

Das Förderprogramm Mentoring Hessen ist ein Verbundprojekt der elf hessischen Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sowie der Hochschule Geisenheim University in Kooperation mit elf Unternehmen, drei Forschungseinrichtungen und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Es fördert wirkungsvoll und nachhaltig Frauen an den Hochschulen und trägt zu einer ausgewogenen Gender-Balance in Wirtschaft und Wissenschaft bei. Schirmherrin ist die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka. Mentoring Hessen wird an der Frankfurt UAS aktuell von neun Studentinnen (ProCareer.MINT) und zwei Doktorandinnen (ProCareer.Doc) genutzt. Insgesamt haben seit 2002 119 Frauen der Frankfurt UAS als Mentees das Programm sowie seine Vorläufer durchlaufen.

Die Frankfurt UAS unterstützte das Vorläuferprogramm MentorinnenNetzwerk seit seiner Gründung 1998 und setzt sich aktiv für Frauen in MINT-Fächern ein. Eine der Initiatorinnen des Programms war Prof. Dr. i.R. Sibylla Flügge, Professorin für das Recht der Frau und langjährige Frauenbeauftragte der Hochschule. Sie ist Trägerin des Laura Maria Bassi-Preises für ihr außerordentliches Engagement zur Förderung von Frauen an der Frankfurt UAS sowie für eine familienfreundliche Hochschule.

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Frauenbeauftragte, Dr. Margit Göttert, Telefon: 069/1533-2424, E-Mail: E-Mail

Weitere Informationen zu Mentoring Hessen unter www.mentoringhessen.de; mehr zur Frauenförderung an der Frankfurt UAS unter www.frankfurt-university.de/frauenbeauftragte.

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