(openPR) BaFin hat Bankerlaubnis entzogen - Massiver Ärger wegen Zusammenarbeit mit Turguts Vertriebstruppe Futura Finanz (jetzt IFF) - DBVI AG und Deutschlandfonds in ernsten Liquiditätsproblemen
München, 03.08.2006 - Für den Schrannenhallen-Investor Klaus Thannhuber zeichnen sich düstere Zeiten ab. Schlimmer noch könnte es jedoch für die vielen Tausend Anleger bei den von der DBVI AG initiierten Deutschlandfonds kommen. Denn die DBVI AG will sich nun von mehreren großen Immobilien trennen, die von den geschlossen Immobilienfonds Deutsche Beamten Vorsorge Immobilienholding AG & Co. Deutschlandfonds KG und Deutsche Beamtenvorsorge Immobilienholding AG & Co. 2. Deutschlandfonds KG erworben worden waren.
Die von Klaus Thannhuber gegründete DBVI AG hatte in den letzten Jahren stets Verluste in zweistelliger Millionenhöhe zu verzeichnen, das Eigenkapital der AG hatte sich enorm verringert. Wie die Süddeutsche Zeitung am 18.07.2006 berichtete, betrug das Eigenkapital zum 31.12.2005 nur noch 8,7 Millionen Euro, sodass nunmehr nach dem Aktiengesetz wegen Halbierung des Grundkapitals eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden musste. Nach wie vor kommt kein Geld in die Kasse, der Cash-Flow für die DBVI ist mit etwa 2,6 Mio. Euro negativ.
Insgesamt wies die DBVI in 2005 Verluste von ca. 26 Mio. Euro aus, die allerdings zum großen Teil auf Abschreibungen in Höhe von 2,2 Mio. Euro, aber auch auf das operative Geschäft zurückzuführen sind. Die etwa 35.000 Aktionäre, die mehr als 50 Millionen Euro eingebracht hatten, hätten dies zum Anlass nehmen können, den Vorstand Alexander Seebacher genauestens zu den Hintergründen dieser enormen Liquiditätsprobleme zu befragen. Seebacher war bereits als Geschäftsführer der Bayernland Wohn- und Gewerbebau GmbH im Zusammenhang mit zweifelhaften Mietgarantien für die Deutschlandfonds aufgefallen
Es drängt sich der Verdacht auf, dass die von der DBVI AG erworbenen Immobilien lange nicht den Preis wert waren, den diese bezahlt hatte. Überhöhte Kaufpreise zu Lasten der DBVI AG und der Deutschlandfonds erfordern auch nach einer entsprechenden Analyse der US-Investmentbank Lehman Brothers eine deutliche Anpassung des Unternehmenswerts der DBVI AG - folgerichtig nach unten.
Dramatische Konsequenzen wird dies auch für die Anleger der Deutschlandfonds haben. Die Geschäftsführung überraschte die Anleger auf der letzten Gesellschafterversammlung mit dem Vorhaben des Verkaufes der wesentlichen Immobilien in München und Köln sowie der vorzeitigen Liquidation der Gesellschaften. Nach Angaben der Geschäftsführung wären die Anteile der Anleger noch zwei Drittel des Nominalbetrages wert. Die von Klaus Thannhuber beherrschte Privatbank Reithinger, die einen Großteil der Gesellschaftereinlagen finanzierte, rechnet sogar nur noch mit einem Drittel des Wertes, was nach unseren Erfahrungen eher realistisch sein dürfte. Die Anleger des Deutschlandfonds stehen somit vor ganz erheblichen Verlusten.
Erfährt man nun von den gravierenden Liquiditätsproblemen der DBVI AG, verwundert es nicht, dass diese auf eine vorzeitige Beendigung der Fonds und eine Verwertung der Fondsimmobilien drängte. Schließlich gilt es, schnellstmöglich Bares zu beschaffen. Die Tatsache, dass insbesondere die Immobilie in Köln trotz kapitalintensiver Sanierungsmaßnahmen der letzten Jahre nun zu einem geringeren Wert als den ursprünglichen Kaufpreis verkauft wurde, überrascht vor diesem Hintergrund nicht. Die Geschäftsführung mochte diese Preisdifferenz auf der Gesellschafterversammlung trotz Nachfrage nicht erklären.
Da Klaus Thannhuber sowohl die DBVI AG gründete als auch die Deutschlandfonds initiierte, wundert es nicht, dass Hintergrund für den Niedergang dieser Gesellschaften zweifelhafte Geschäfte gewesen sein dürften. Auch bei der Münchener Schrannenhalle, einem weiteren Thannhuber-Projekt, bestand Betrugsverdacht gegen Thannhuber, sodass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen einleitete.
Vorläufiger Höhepunkt der Thannhuber-Story ist nun, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) der Privatbank Reithinger die Geschäftserlaubnis entzogen hat, da sie die Ansprüche der Anleger durch die Machenschaften Klaus Thannhubers massiv gefährdet sah. Die Privatbank Reithinger war von Thannhubers Credit & Handelsbank Wiesbaden AG übernommen worden, sodass Klaus Thannhuber mittlerweile mehrheitlicher Eigentümer der Bank ist.
Besonders problematisch für die Anleger ist, dass der Einlagenschutz für ihre eingezahlten Gelder nur sehr begrenzt ist, da das Bankhaus schon 2002 aus dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken ausgeschlossen worden war. Die Privatbank Reithinger war bereits damals wegen ihrer fraglichen Finanzprodukte ins Fadenkreuz geraten.
Die BaFin befürchtete vorab bereits, dass Thannhuber die Privatbank Reithinger bis hin zur Insolvenz aussaugen will. Sie verhängte deshalb gegenüber der Bank ein Zahlungsverbot an Thannhuber und an mit ihm geschäftlich verbundene Unternehmen. Die Bank durfte somit keine weiteren Zahlungen an Thannhuber leisten.
Zahlungen an Thannhuber sind aber nicht die einzigen Probleme der Bank. Sie hat sich mit Michael Turguts Vertriebsfirma IFF AG, in der Branche besser bekannt und berüchtigt unter ihrer vormaligen Bezeichnung Futura Finanz, zusammengetan. Dieser Strukturvertrieb hat über lange Jahre besonders riskante und unrentable Kapitalanlagen wie Securenta und Frankonia vermittelt
In Thannhubers Reich bleibt es also spannend. „Wir empfehlen, nicht auf das Ende zu warten, sondern selber das Heft in die Hand zu nehmen“, sagt Wilhelm Lachmair von der Kanzlei Lachmair & Kollegen. „Ein spezialisierter Rechtsanwalt sollte unbedingt zu Rate gezogen werden, um Ausstiegsmöglichkeiten aus den Fonds und Schadenersatzansprüche zu prüfen. Angesichts der vorzeitigen Liquidation der Deutschlandfonds bedarf es schon sehr viel guten Glaubens, um noch auf eine Erholung des Anteilwertes zu setzen.“







