(openPR) Sehr geehrte Damen und Herren,
in der Nacht vom 8. zum 9. Juni 2017 ist der Berliner Bildhauer Richard Heß verstorben.
Richard Heß war einer der bedeutenden figurativ arbeitenden Bildhauer Berlins in der Nachkriegszeit.
Geboren ist er in Berlin am 6. April 1937. Bildhauerei hat er von 1957 bis 1962 studiert an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, von 1962 bis 1963 war er Meisterschüler bei Professor Bernhardt Heiliger.
Von 1965 bis 1968 war er Assistent bei Professor Jürgen Weber an der Technischen Hochschule Braunschweig und von 1968 bis 1971 bei Professor Waldemar Grzimek an der Technischen Hochschule in Darmstadt.
1971 erhielt er an dieser Hochschule einen Lehrauftrag, von 1972 bis 1980 war er Dozent, von 1980 bis 2001 war Richard Heß Professor an der Fachhochschule Bielefeld.
Er war Mitglied der Neuen Darmstädter Sezession, 1980 erhielt er den Darmstädter Kunstpreis und 1997 den Preis der 1. Skulpturenbiennale Bad Homburg v.d.Höhe.
1995 nahm er an der Biennale Venedig (con il patrocinio della Biennale di Venezia XLVI, Esposizione International d'Arte), Außenstelle Vicenza teil.
1999 erfolgte der Umzug nach Berlin.
2005 wurde Richard Heß Korrespondierendes Mitglied der Accademia Nationale di San Luca, Roma.
Richard Heß hatte 55 Einzelausstellungen, die letzte im Kunsthandel Dr. Wilfried Karger im stilwerk Berlin, Kantstraße 17 aus Anlass seines 80. Geburtstags. Deren Vernissage erlebet er noch im Kreise vieler Besucher und Kollegen.
144 Plastiken schuf Richard Heß für den öffentlichen Raum, 38 alleine für Darmstadt, 19 für Berlin, 13 für Mainz und 7 für Heilbronn.
Auch in Italien ist Richard Heß hoch angesehen. Etwa 250 seiner Plastiken sind in den öffentlichen Sammlungen Italiens vertreten, Ausstellungen hatte er in Verona, Bolzano, Vicenca, Mantova, Cesenea, Milano und Padova.
Seine Bibliographie umfasst 157 Titel.
Im Jahre 2017 erschien das Verzeichnis seines plastischen Werkes mit 724 Arbeiten.
Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, der das Vorwort zu diesem schrieb, sagte 2012 über Richard Heß anlässlich seiner Ausstellung im Gutshaus Steglitz:
»Die Skulpturen von Richard Heß erzählen etwas, und dem Erzähler geht der Stoff nie aus. Das führt zur Mannigfaltigkeit seines Œuvres, was die Themen und auch was die Einstellung zu ihnen angeht. Es gibt Anklage, ironische Kommentare, aber auch freudige Bejahung, Faszination von der Sinnlichkeit und witziges Spiel mit der Erscheinung. Stets muss sich der Betrachter neu einstellen. Der Künstler erntet jetzt die Früchte über lange Zeit gesammelter Erfahrungen des Sehens und Gestaltens. (…)
Die skeptische Sicht der Welt als Lehre des 20. Jahrhunderts hat die Gattung der Skulptur als die am meisten auf Affirmation und Dauerhaftigkeit zielende der bildenden Künste gleichsam ihres Sockels beraubt. Mit dem skeptischen Blick wird auch sie gesehen. Richard Heß hat sich dieser Herausforderung gestellt.«
Dr. Wilfried Karger
www.kunsthandel-karger.com













