(openPR) Berlin: Würde nicht die Amtseinführung infrage gestanden haben, hätte sich das China Forum Berlin ein anderes Datum für den Neujahrsempfang am19. Januar 2017 im Berliner Hilton und naturgemäß auch ein anderes Thema ausgesucht haben. Die Folgen des Machtwechsels in den USA wurden jedoch als diskussionswürdig empfunden und sollten durch den Festvortrag des Unternehmers und Philisophen Dr. Uwe Petersen aus Berlin einer grundlegenden Betrachtung unterzogen werden. Ein ambitionierter Ansatz. Um es vorweg zu nehmen. Ein gelungener Vortrag dessen Kernaussagen allgemeine Beachtung verdienen: "
Donald Trump und andere Herausforderungen".
Der Vortrag ungekürzt: "
Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Während des amerikanischen Präsidentenwahlkampfs habe ich es für unmöglich gehalten, dass Do-nald Trump gewinnen würde. Er verfügt offensichtlich über keinerlei Erfahrungen in Politik und öf-fentlicher Administration. Zudem beschränkte sich sein Wahlkampf im Wesentlichen auf Beschimp-fungen seiner Gegner und auf geradezu unverschämte Lügen. So sprach jede Vernunft dafür, dass Hillary Clinton gewählt würde. Denn von ihr konnte erwartet werden, dass sie eine vernünftige Politik machen würde, die durch Fakten belegt ist.
Was hätte aber eine faktische Politik gebracht und wie weit sind Donald Trumps postfaktischen politischen Ziele sinnvoll?
Beginnen wir mit der Außenpolitik!
Der Europäismus als bestimmender Faktor der geistigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung und deren Globalisierung
Dass wir uns heute mit den Problemen der ganzen Welt beschäftigen müssen, ist eine Folge der Glo-balisierung. Dabei müssen wir uns bewusst sein, dass die Globalisierung eine Globalisierung unseres Geistes, unserer Lebensform, unserer Technik bis hin zur Atombombe, unserer Wirtschaft und Ge-sellschaft ist und wir somit insoweit selbst mitverantwortlich sind, was weltweit geschieht.
Die Ursprünge unserer Kultur und Zivilisation, das, was ich vereinfacht Europäismus nennen möchte, sind die Antike und das Christentum.
In der Antike wurde das selbstbewusste Individuum geboren. Dieses Selbstverständnis wurde durch Alexander dem Großen bis nach Indien verbreitet und im Hellenismus mit dem Erbe der vorder- um mittelasiatischen Kulturen verbunden. In der Gestalt des Römischen Bürgers wurde das selbstbewusste und selbstverantwortliche Individuum zum Leitbild europäischen Selbstverständnisses.
Dabei ist sich der Einzelne zugleich auch Glied einer Gemeinschaft: als Bürger Roms, als Mitglied einer allumfassenden Kirche und säkularisiert als Weltbürger. Ein solches Selbstverständnis gab es in keiner außereuropäischen Kultur und Zivilisation.
Während in anderen Religionen die Gottheit zeitlos und/oder jenseitig blieb und allenfalls einzelne ausgezeichnete Persönlichkeiten in die Götterwelt aufsteigen konnten, wurde im Christentum Gott selbst Mensch, verband sich mit der Menschheit und gab dem Menschen die Möglichkeit, sich mit Christus zu verbinden und so selbst göttlich zu werden.
In anderen Religionen wurde der Zeitverlauf rhythmisch verstanden: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Geborenwerden und Sterben. Das Christentum übernahm dagegen vom Judentum die eindi-mensionale Zeitvorstellung von einem Anfang der Welt und deren Ende im jüngsten Gericht, verbun-den mit der Aufforderung Macht Euch die Welt untertan! Der Europäer fühlte sich damit aufgerufen, selbst die noch unvollkommene Welt weiterzuentwickeln. Diese Impulse bestimmen den Europäismus und leben in säkularisierter Form ebenfalls im Liberalismus, Kapitalismus und Sozialismus.
Da sich der Christ mit allen Menschen verbunden fühlt und sein Menschenbild als für alle Menschen gültig hält, liegt im Europäismus auch zugleich die Aufgabe der Missionierung. Dabei wurde die Mis-sionierung allerdings von den verschiedensten egoistischen Machtinteressen überlagert.
Die Spaltung des Europäismus und damit den Beginn des Ost-West Gegensatzes und dessen Aus-wirkungen auf die Welt
Zudem ist zu berücksichtigen, dass der Europäismus und entsprechend auch seine säkularisierten Formen auch noch als westlicher und östlicher Europäismus auftreten.
Der Ursprung dieser Zweiteilung und damit des Ost-West Gegensatzes begann bereits mit der Tren-nung von West- und Ostkirche, als der Gesandte des Papstes Kardinal Humbert von Silva Candida am 16. Juli 1054 in einem Anfall von „gerechtem Zorn“ eine Bulle mit der Exkommunikation von Kerul-larios und weiteren orthodoxen Klerikern auf den Altar der Hagia Sophia legte.
Zentrum der Westkirche blieb Rom und Zentrum der Ostkirche Konstantinopel.
Das politische Zentrum der Orthodoxie wurde schließlich Moskau. Seit dem Fall Konstantinopels 1453 durch das Osmanische Reich betrachtet die russisch-orthodoxe Kirche Moskau als das Dritte Rom.
Russland versteht sich dabei als Hort des wahren Christentums. Wie Jörg Himmelreich schrieb, ent-spricht die messianische Heilserwartung des «Dritten Rom» auch >>dem weltlichen Befreiungsgedan-ken der kommunistischen Ideologie. Als «letztes Rom» der Christenheit allein im Besitz der letzten absoluten Wahrheit zu sein, verweist auf den totalitären Anspruch des Sowjetkommunismus. … So bildet die historische, orthodoxe Herrschaftsideologie auch heute wieder den Goldgrund für Putins autokratisches Regime.in Deutschland nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 2012 geschätzt 45,2 % des BIP, um die relative Verarmung der unteren Einkommensbezieher zu mildern.>Die Zahlungen aus Handels-geschäften, also Import und Exporten, sind heute nur noch für ca. 1,3 % (!) der weltweiten Kapitalbe-wegungen verantwortlich.













