(openPR) Die zunehmende Internationalisierung unterstreicht die dringende Notwendigkeit für die Einbeziehung Taiwans im globalen Kampf gegen die grenzüberschreitende Kriminalität.
Bei der Befragung InterNations Expat Insider Survey 2016 von weltweit mehr als 14.000 im Ausland lebenden Personen („Expats“) wurde Taiwan als bester Aufenthaltsort der Welt eingeschätzt. Rund 34 Prozent der Expats in Taiwan sind sehr zufrieden mit ihrer Arbeitsumgebung, das ist mehr als doppelte des weltweiten Durchschnitts. Taiwan mit seiner Bevölkerung von 23 Millionen ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein bedeutendes Wirtschafts- und Handelszentrum in der Region Asien-Pazifik. Im Jahr 2014 wurde es in einem Ranking der zehn sichersten Länder der Welt auf dem zweiten Platz geführt. Um zu einem Zeitpunkt, zu dem sich Cyber-Kriminalität und Terrorismus immer mehr verbreiten, ein hohes Maß an öffentlicher Sicherheit aufrechtzuerhalten, ist es für Taiwan unerlässlich, an Interpol teilzunehmen und mit Strafverfolgungsbehörden weltweit zusammenzuarbeiten.
Taiwans Fehlen bei Interpol beeinträchtigt die globale Sicherheit.
Taiwan wurde 1961 unter dem Namen der Republik China Mitglied von Interpol, war jedoch im Jahr 1984 gezwungen, sich aufgrund politischer Faktoren zurückzuziehen. Mehr als 30 Jahre sind seitdem vergangen, und nur Taiwan und Nordkorea sind von der Organisation ausgeschlossen. Taiwan unterscheidet sich jedoch deutlich von Nordkorea. Dass für Taiwan eine gegenseitige Befreiung von der Visumpflicht mit mehr als 100 Ländern auf der ganzen Welt gilt, könnte die Aufmerksamkeit von Kriminellen erregen, die an grenzüberschreitenden Straftaten beteiligt sind. Taiwans Ausschluss von Interpol – welcher bedeutet, dass ihm der zeitnahe Zugang zu womöglich entscheidenden Informationen sowie die Teilnahme an Seminaren und Schulungen verwehrt wird – schafft eine große Lücke im globalen Sicherheits- und Anti-Terror-Netzwerk.
Taiwan benötigt die Unterstützung von Interpol, während Interpol Taiwan benötigt, um ein umfassendes Sicherheits-Netzwerk zu gewährleisten.
Taiwan ist bereit und willens, sich an den globalen Bemühungen der Polizeibehörden im Kampf gegen das Verbrechen zu beteiligen. Seit 2009 haben Taiwans Polizeibehörden 235 Fälle in Zusammenarbeit mit Kollegen im Ausland gelöst und mehr als 12.000 Verdächtige verhaftet, die an organisiertem Betrug oder grenzüberschreitendem Handel mit Drogen und Menschen, einschließlich Kindern, beteiligt waren. Obwohl Taiwans Polizeibehörden bei der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität ihr Äußerstes tun, erhalten sie bei Ersuchen um Hilfe von Interpol nur wenig Unterstützung, wie die Tatsache zeigt, dass 2016 in den ersten neun Monaten nur auf 27 von 90 Anfragen eine Antwort erfolgte.
Ein internationales Sicherheitsnetzwerk, in dem Taiwan nicht vertreten ist, bedeutet in der durch Globalisierung geprägten Welt zwangsläufig höhere Kosten in der Strafverfolgung für alle Beteiligten. Beispielsweise hatten im Juli 2016 in Taiwan 22 Ausländer Geldautomaten ausgeraubt und 2,2 Millionen US-Dollar erbeutet. Erst nachdem die Polizei in Taiwan den Fall aufgeklärt hatte, erkannte sie, dass europäische Nationen sehr an dem Fall interessiert waren, als das Criminal Investigation Bureau Taiwans eingeladen wurde, ihn auf einem durch das Europäische Polizeiamt einberufenen Sondertreffen zu diskutieren. Taiwans Polizeibehörde war es jedoch weder möglich, Hinweise auf weitere Verdächtige in den oberen Rängen des Verbrecherrings zeitnah weiterzugeben, noch selbst auf dringend benötigte Informationen zuzugreifen. Da Verbrechen nicht länger geografischen Einschränkungen unterliegt, schafft Taiwans Ausschluss von Interpol eine große Lücke bei der Bekämpfung der internationalen Kriminalität, was weltweit ein immer größerer Grund zur Besorgnis darstellt.
Politik sollte Maßnahmen zur Zusammenarbeit zum Schutz der öffentlichen Sicherheit nicht unterlaufen. Wir bitten Sie, den Beitritt Taiwans zu Interpol als Beobachter zu unterstützen.
Taiwans Polizeibehörden haben als Teil der globalen Gemeinschaft der Polizeikräfte die Verpflichtung, Verantwortung, Bereitschaft und Fähigkeit zur Teilnahme an Interpol und mit anderen Polizeikräften auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten.
Um heikle politische Probleme zu vermeiden, ist Taiwan bereit, als Beobachter an der Interpol-Generalversammlung teilzunehmen. Obwohl die Teilnahme an dieser jährlichen Veranstaltung nicht zu einem direkten und schnellen Austausch von Informationen mit Mitgliedsländern oder Zugriff auf ihre Datenbanken führt, würde Taiwans Teilnahme an verschiedenen Tagungen und Veranstaltungen die Interaktion erleichtern und den aktuellen Mangel an Informationsaustausch bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Dies könnte im Hinblick auf den grundlegenden Bedarf für transnationale Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung ein erster Schritt sein – ohne politischen Themen zu berühren.
Die Bekämpfung der Kriminalität ist Aufgabe und Verantwortung der Polizei. Als Polizisten sollten wir geografische, ethnische und politische Unterschiede überwinden, damit die globale Gemeinschaft der Polizeikräfte gemeinsam zur Sicherheit und Gerechtigkeit in der Gesellschaft beitragen kann. Wir bitten Sie, bei entsprechenden Anlässen für Taiwan sprechen und seine Teilnahme an Interpol zu unterstützen.
Liu Po-liang
Leiter des Kriminalamtes der
Republik China (Taiwan)








