(openPR) „Das Ziel von KAoA ist, jungen Menschen an drei Tagen mal wirklich vor Augen zu führen, was bedeutet es nachher zum Beispiel einen handwerklichen Beruf zu erlernen, das heißt auch pünktlich zu sein, Pausen einzuhalten und einen ganzen Tag in sogenannten Sicherheitsschuhen an der Werkbank zu verbringen“, erklärt Dieter Flöhl, Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau und Organisator des Projekts KAoA im CJD Berufsbildungswerk Frechen.
Kaoa wurde vom Land Nordrhein Westfalen flächendeckend für Schulen als verbindliches Übergangssystem eingeführt und heißt: „Kein Abschluss ohne Anschluss“ und soll den Übergang von Schule und Beruf besser vorbereiten. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung im Bereich der Berufs- und Studienorientierung beginnend ab Jahrgangsstufe 8 bis hinein in eine Ausbildung oder ein Studium bzw. alternative Anschlusswege.
Die Umsetzung wird gefördert durch Mittel des Landes, des Bundes und des europäischen Sozialfonds. Das Projekt im CJD Berufsbildungswerk Frechen, das schon im Herbst 2015 begonnen hat, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Organisiert wird das Projekt von der kommunalen Koordinierungsstelle des Rhein-Erft-Kreises, die den Bedarf der Schulen ermittelt.
Im CJD Berufsbildungswerk Frechen, in dem 250 junge Menschen mit Förderbedarf eine Berufsausbildung in insgesamt 30 Berufen mit Kammerabschluss machen, nehmen am Projekt KAoA insgesamt 129 Schüler und Schülerinnen der achten Klassen aus 10 Förderschulen im Rhein- Erft-Kreis teil. Durch eine Potentialanalyse konnten die Schüler zunächst ihre fachlichen- und sozialen Stärken, ihre Talente und beruflichen Potenziale entdecken, wonach sie sich drei Berufsfelder ausgesucht haben, die sie nun seit Januar 2016 an drei Tagen in den Werkstätten im CJD Frechen erkunden, um sich damit beruflich zu orientieren und in ihrer Berufswahl zu stärken.
„Die Schüler haben sich ihre Potentialanalyse noch mal genau angeschaut und haben dann überlegt, welches Gewerk interessiert mich so und stimmt auch mit meiner Analyse überein“, berichtet Margit Steudter, Lehrerin an der Martinusschule in Erftstadt, die elf Schüler und eine Schülerin aus ihrer Klasse 8 bei der Berufsfelderkundung im CJD begleitete.
Die Schüler und die Schülerin haben sich im CJD Frechen Berufe wie Fachlagerist, Fachpraktiker Küche, Maler, Friseur, Gärtner, Hauswirtschafter, Maurer, Metaller und Tischler ausgesucht.
Margit Steudter ist sehr zufrieden mit dem Verlauf der Berufsfelderkundung. Sie kann sich dabei voll und ganz auf die Schüler konzentrieren.
„Das Gute an der Sache ist, dass man sich als Lehrer rauszieht und die Schüler auch wirklich ein Stückweit sich selbst überlässt, die sind alt genug, dass man sie auch ein bisschen von der Leine lassen kann, man ist im Hintergrund als Kontaktperson da, begleitet das Ganze natürlich von der organisatorischen Seite her, so dass die Schüler und die Schülerin das Gefühl haben da kommt ein Stück Selbständigkeit auf den Weg“, freut sich Margit Steudter.
Organisator Dieter Flöhl hat einen Plan entworfen, wonach jeder Schüler genau weiß, an welchem Tag er in welchem Beruf arbeiten wird.
„Gestern war ich in der Küche und hab da viel gelernt. Am Anfang konnte ich nicht so richtig Zwiebeln schälen, das habe ich jetzt besser gelernt und ich kann das jetzt sehr gut. Gelernt habe ich auch wie man das jetzt alles so macht in der Küche, wie schnell man sein muss und wie viel man auf die Teller gibt, und heute bin ich in der Malerei und wir sind im Moment dabei Linien zu malen“, beschreibt der 14- jährige Maurice, wie er die Tage im CJD Frechen bislang erlebt hat. Er hatte sich die Berufe Maler und Lackierer, Fachpraktiker Küche und für den dritten und letzten Tag die Berufe Fachlagerist und Fachkraft Lager Logistik ausgesucht, worauf er schon sehr gespannt ist.
Aber sein Traumberuf ist eigentlich Sanitäter und jetzt muss er abwägen, wohin sein beruflicher Werdegang gehen soll. Dazu hilft ihm die Berufsfelderkundung - und ob Wunsch und Wirklichkeit übereinstimmen weiß Margit Steudter.
„Maurice hat eine relativ ausgeprägte Vorstellung, sein Hobby ist die freiwillige Feuerwehr, da hat er auch den Kontakt zu Rettungssanitätern und das als Berufsfeld für sich entdeckt und jetzt müssen wir schauen, wie sich der Weg dahin gestaltet. Trotzdem ist er sehr offen für Pan B, den man immer haben sollte, so dass er sich hier im CJD Frechen Gewerke ausgesucht hat, die ihn interessieren, obwohl sein Wunsch Rettungssanitäter ist“.
„Die Berufsfelderkundung im CJD Berufsbildungswerk Frechen hat die Schüler auf der Suche nach dem geeigneten Beruf einen Schritt weitergebracht. Weitere Praktika in Betrieben werden folgen bis eine endgültige Entscheidung fällt. Am Ende des letzten Tages werden die Erfahrungen im CJD beurteilt und Schüler und Lehrer besprechen gemeinsam, wie es weitergehen soll“, erklärt Dieter Flöhl.
Noch bis Ende April können Schülerinnen und Schülern aus Förderschulen des Rhein –Erft- Kreises im CJD Berufsbildungswerk Frechen verschiedene Berufsfelder erkunden.











