(openPR) Emotionale Kompetenzen sind „Basiskompetenzen des Lebens“ und werden normalerweise in der Kindheit angelegt und erlernt. Um emotionalen Kompetenzen entwickeln und stärken zu können, sind allerdings bestimmte Lebensumstände erforderlich, die gerade im Fall der ADHS oft nicht vorhanden sind.
Emotionale Kompetenzen sind „Basiskompetenzen des Lebens“. Diese Kompetenzen sorgen dafür, dass der Mensch seine eigenen ( und die des Gegenübers )Gefühle wahrnehmen kann, sie erkennen und benennen kann und effektiv und positiv mit negativen Gefühlen und Situationen umgehen kann. Gut ausgebildete emotionale Kompetenzen sorgen für eine Stressregulierung in schwierigen Situationen und sorgen für das Gefühl „ich kann das, ich schaffe das“.
Um diese Kompetenzen optimal ausbilden zu können, sind einige Voraussetzungen notwendig. Sind diese, aus welchen Gründen auch immer, nicht gegeben, kommt es zu einer mangelhaften Entwicklung dieser Fähigkeiten. Notwendig für die optimale Ausbildung und Förderung sind u.a
- Gute Kommunikation von Säuglingsalter an zwischen Säugling und engsten Bezugspersonen
- Eltern müssen die ausgesendeten Signale verstehen und beantworten
- Optimistisch und positiv eingestellte Eltern im Zusammenhang mit Stress und Problemen
- Kindgerechte und individuelle Förderung der Kompetenzen
Im Zusammenhang mit ADHS kommt es häufig zu unterschiedlichen Problemen in diesen Bereichen. Die Kinder werden mit einem „schwierigen Temperament“ geboren, die Kommunikation zwischen ihnen und den engsten Bezugspersonen ist daher erschwert und nicht immer optimal. Hieraus resultieren Schuldgefühle bei den Eltern, Frust und das Gefühl zu versagen. Auf der Ebene der Kinder entsteht Stress, da ihre Signale nicht verstanden werden.
Der hieraus oftmals entstehende Teufelskreis sorgt für einen weiter ansteigenden Stresspegel bei allen Beteiligten, negativen Gefühlen und negativen Gedanken sowie daraus resultierenden negativen Handlungen.
Im weiteren Verlauf dieser Entwicklung werden nicht nur die kindlichen Kompetenzen nicht ausgebildet und ausgebaut, auch die emotionalen Kompetenzen der Bezugspersonen leiden.
Ziel einer emotionalen Kompetenz ist
- Gefühle wahrnehmen, erkennen und benennen
- Gefühle wertfrei annehmen „ich fühle jetzt gerade Wut, Ärger, Angst und es ist ok so“
- Gefühle und Situationen positiv beeinflussen können
- Sich selber innerlich „Mut“ zusprechen und unterstützen „ich kann das, ich schaffe das“
- Negative Gefühle für einen gewissen Zeitraum annehmen „Wut ist da, geht aber auch wieder“
- Sich mit negativen Gefühlen konfrontieren ( nicht vermeiden oder ausweichen)
Die Ausbildung emotionaler Kompetenzen ist in diesem Zusammenhang nicht nur für die Kinder und Jugendlichen mit ADHS wichtig und sinnvoll, sondern auch für die Eltern. Das Leben mit ADHS ist nicht immer einfach und tauchen Tag täglich die unterschiedlichsten Gefühle auf wie Angst, Frust, Wut, Trauer, Hilflosigkeit. Können diese Gefühle nicht optimal und positiv verändert werden und erkannt werden, entsteht wiederum ein Teufelskreis aus negativen Bewertungen von Situationen „nicht schon wieder, dass schaffe ich nicht“, negativen Gefühlen „Angst, Hilflosigkeit“, „negativen Gedanken „kann ich nicht, ich will das nicht“ und den daraus resultierenden Handlungen „Flucht, Zugeständnisse obwohl man eigentlich nicht möchte, laut werden“.
Es ist wichtig, dass Eltern über ein „stabiles und positives Selbst“ verfügen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass ein permanent erhöhter Stresspegel vorhanden ist. Dieser unterstützt den oben erwähnten Teufelskreis zusätzlich und kann Depressionen, Burnout und andere Erkrankungen auslösen.










