(openPR) Was ist der Dollar, der seine Stellung nur der Tatsache verdankt, daß er als Weltleit- und Reservewährung benutzt wird, angesichts der gigantischen Verschuldung der USA wirklich noch wert?
Solange die USA einfach nur neue Dollar drucken müssen, um den Kapitaldienst auf ihre Schulden zu leisten, können sie das Schuldenrad immer weiterdrehen. Sobald die Gläubiger aber das Spiel nicht mehr mitmachen und Dollar und Dollaranleihen in andere Anlagen konvertieren, wird es eng für die Vereinigten Staaten. Deshalb scheint es auch plausibel, was Kritiker der FED-Politik immer wieder vortragen, nämlich daß alles getan wird, um mit Hilfe verbündeter Bankster den Goldpreis zu drücken. Denn Gold ist der größte Feind derer, die den US-Haushalt weiterhin mit neuen Dollar-Billionen auf Kosten anderer Nationen finanzieren wollen. Gold könnte die Basis für eine wirkliche Währung (= die Wahre, die Dauernde) werden, und außer natürlich der polit-ökonomischen Herrscherklasse der USA sind viele daran interessiert.
Die Rechnung der Goldpreisdrücker wird ohnehin langfristig nicht aufgehen. Für die Spekulanten aus der Dritten Welt und den meisten Schwellenländern ist der Dollar gegenwärtig zwar immer noch die bessere Alternative zu Anlagen in der Währung oder in Anleihen ihrer Heimatländer oder heimischer Unternehmen. Längerfristig wird sich die übrige Welt aber nicht von den USA mit dem beliebig vermehrbaren Dollar oder Handelsabkommen kolonisieren lassen.
Die Nutzung des US-Dollars als Weltzahlungsmittel geht jetzt schon kontinuierlich zurück. Nur hapert es noch mit den Alternativen. Der Euro wackelt und ist letztlich von der unbegrenzten deutschen Zahlungsbereitschaft für die unsolide wirtschaftenden Partner in der Währungsunion abhängig. Die Hoffnung darauf ist aber keine Basis für die Zukunft der Gemeinschaftswährung. Wenig beruhigend ist auch, daß die EZB die gleiche Geldvermehrungs- und -entwertungsstrategie verfolgt wie die us-amerikanische FED. Schließlich steckt China infolge jahrelanger Immobilienspekulationen auf Kredit in Schwierigkeiten und hat zu lange damit gewartet, seine Wirtschaft aus ihrer Funktion als „verlängerte Werkbank“ europäischer und amerikanischer Unternehmen zu emanzipieren.
Alles dies ergibt eine Atempause für den Kampf der USA um ihren Status als Weltgroßmacht. Die chinesische Führung wird an ihrer Strategie, das Land zur Wirtschaftsmacht Nummer eins in der Welt zu machen, aber festhalten und dazu auch weitere von den USA unabhängige internationale Strukturen aufbauen. Die Gründung der New Development Bank als Alternative zur Weltbank und zum Internationalen Währungsfond gemeinsam mit Brasilien, Rußland, Indien und Südafrika ist ein erster wichtiger Schritt. Deutschland ist übrigens inzwischen Mitglied mit dem viertgrößten Anteil.
Durch den Anleihenaufkauf der Notenbanken (QE) werden nicht nur laufend gigantische zusätzliche Geldmengen erzeugt. Es sammeln sich dort auch alle Schrottpapiere an, die Spekulanten (mit hohen Gewinnen) dort abladen. Die EZB wird zur Badbank der Banken, Schließlich müssen die Steuerzahler für Kreditausfälle haften und nicht diejenigen, die von der Spekulation mit diesen Papieren profitiert haben.
Wie die Politiker und die Notenbanker aus ihrer Zaubernummer herauskommen wollen, weiß wahrscheinlich niemand. Jedenfalls wird immer mehr Beobachtern klar, daß alle Versuche, die Banken- und Staatschuldenkrise mit schrankenloser Geldvermehrung, Versorgung von Spekulanten mit praktisch kostenlosem Geld bei gleichzeitiger Ausplünderung der Sparer zum Scheitern verurteilt sind. Auch schaden sie sehr viel mehr als sie nützen. Je länger der Zusammenbruch des Finanzsystems hinausgeschoben wird – man könnte es natürlich auch mit konsequenten gesetzgeberischen Eingriffen bändigen, wenn die Politiker nur wollten und sich einig wären – desto schlimmer werden die Folgen und desto härter wird auch die Realwirtschaft betroffen sein. Die Politik der Geldvermehrung und der realen Negativzinsen ist Gift für die Realwirtschaft und vernichtet die wirtschaftliche Basis des Mittelstandes. Das könnte schlimme soziale und politische Folgen haben.
Bevor das Schulden-Kartenhaus zusammenbricht, sollte Deutschland seine vernachlässigten Zukunftsinvestitionen endlich nachholen und sie langfristig mit billigen Krediten finanzieren. Dann wären Geldvermehrung und reale Negativzinsen wenigstens zu etwas nützlich. Daß die deutschen Politiker quer durch alle Parteien diese Chance ignorieren, ist doppelt sträflich: einmal, weil für Deutschland sozial und wirtschaftlich existenziell wichtige Investitionen unterlassen werden, solange der Kapitalmarkt geradezu traumhafte Bedingungen dafür liefert, und dann auch wegen des Verzichts auf langfristige Entwicklungs- und Wachstumseffekte, die wir aus zwei Gründen dringend brauchen: 1. um die schleichende Verarmung auch größerer Teile des Mittelstandes zu verhindern, 2. um voraussichtlich 2-3 Millionen Einwanderer integrieren zu können.
Statt die Zukunft zu planen und vorzubereiten, versenken die deutschen Politiker lieber sechsstellige Milliardenbeträge in das Faß ohne Boden: Griechenland! Statt die soziale Stabilität unserer Gesellschaft zu sichern, geben sie Sparguthaben und Mittel für die private Altersversorgung zur Ausplünderung frei. Bankguthaben über 100.00 Euro sind nicht mehr sicher, weil sie im Falle der Insolvenz der Bank wie haftende Einlagen betrachtet werden. Dadurch wird zum Beispiel die infolge realer Negativzinsen ohnehin schon fast unmögliche Akkumulation von Kapital als Ersatz für nicht mehr auskömmliche Renten noch weiter erschwert.
Schuldenmachen ist heute praktisch gratis. Sparen kostet dagegen Geld. Entsprechend werden Schuldentürme aufgebaut, die zusammenbrechen, wenn, wenn zum Beispiel plötzlich niemand mehr die Mieten bezahlen kann oder will, die als Einnahme erforderlich sind, um den doch so billigen Kredit für das überteuert gekaufte Zinshaus zu bedienen.
Man fragt sich, warum es den Politikern so schwerfällt proaktiv die Zukunft zu planen und zu gestalten. Auch wenn die meisten von ihnen auf Kosten der Steuerzahler mehr als gut versorgt sind, ist ihre wirtschaftliche Zukunft doch keineswegs unbedingt sicher. Ein auch künftig – absehbar unter erschwerten Bedingungen – sozial stabiles und wirtschaftlich prosperierendes Gemeinwesen sollte doch auch in ihrem Interesse liegen.
Das wichtigste Ziel zur Sicherung sozialer Stabilität sind lebenslange und auch im Fall der Erwerbsunfähigkeit und der Pflegebedürftigkeit auskömmliche Einkommen für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger. Dadurch wäre nicht nur der sozialen Stabilität gedient, sondern auch der Binnenkonsum würde gestärkt. Daß eine solche Reform für Deutschland mit gerechten Steuern und der Abschaffung unsinniger Subventionen problemlos möglich wäre, zeigt eine Studie, die vor einigen Jahren erschienen ist. Sie trägt den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer - Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“. Als eBook (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook [PDF] oder ISBN 978-3-943788-32-7, eBook [ePub]) ist die Studie ist für je 9,95 Euro beim Verlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) und in allen guten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.
„Unsere Zukunft ist das, was wir aus unseren Möglichkeiten in der Gegenwart machen.“ (Prof. Querulix)
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