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Intensiv- und Notfallbehandlung: Neue Behandlungsempfehlung zur prähospitalen Notfallnarkose

03.09.201508:45 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Intensiv- und Notfallbehandlung: Neue Behandlungsempfehlung zur prähospitalen Notfallnarkose
Intensiv- und Notfallbehandlung 2/2015
Intensiv- und Notfallbehandlung 2/2015

(openPR) Die Notfallnarkose ist eine zentrale Maßnahme in der prähospitalen Notfallmedizin. Das Risiko ist außerhalb der Klinik deutlich höher als innerklinisch. PD Dr. Michael Bernhard und Kollegen haben dazu im Auftrag der DGAI eine detaillierte, umfangreiche Handlungsempfehlung erarbeitet. Sie erschien in der aktuellen Ausgabe von "Intensiv- und Notbehandlung".



U.a. berichten die Autoren über Komplikationen:

- Eine passagere Hypotension tritt mit einer Inzidenz von 7 bis 18% auf. Entsprechend wichtig ist die Verwendung des Standardmonitorings mit engmaschiger automatischer oszillometrischer Blutdruckmessung.

- Einige Narkosemedikamente können in seltenen Fällen eine Histaminliberation und/oder eine allergische Reaktion verursachen.

- Bei der prähospitalen Narkoseeinleitung ist die Inzidenz von Blutung/Sekreten im Mund-/Nasen-/Rachenraum sowie Aspiration von Erbrochenem mit annähernd 20 Prozent wesentlich höher als in der Anästhesie im Krankenhaus.

- Die Inzidenz einer Hypoxie im Rahmen einer Narkoseeinleitung beträgt im außerklinischen Bereich etwa 5 bis 18 %. Bereits eine kurze Hypoxieepisode steigert bei Schädel-Hirn-Trauma die Sterblichkeit um das zwei- bis dreifache. Die Hypoxie persistiert oftmals über einen längeren Zeitraum. Um optimale Ausgangsvoraussetzungen zu schaffen, sollte eine sachgerechte Präoxygenierung durchgeführt werden. Hypoxien können insbesondere bei nicht erfolgreicher oder prolongierter Atemwegssicherung auftreten.

- Vor Narkoseeinleitung sollte eine ausreichende Mundöffnung überprüft werden. Besteht keine ausreichende Mundöffnung, muss die Indikation zur Narkoseeinleitung kritisch überdacht werden.

- Die Inzidenz einer lebensgefährlichen ´cannot ventilate, cannot intubate´- Situation liegt im Operationssaal bei etwa 0,4 Prozent, in der prähospitalen Phase jedoch deutlich höher und kann zum Tod des Patienten führen.

Die Handlungsempfehlungen sind ein Consensus-Papier der Arbeitsgruppe ´Prähospitale Notfallnarkose´ des wissenschaftlichen Arbeitskreises Notfallmedizin der DGAI. Die Autoren fordern, "dass ein Notarzt unabhängig von der Fachrichtung die Fähigkeit besitzt, selbständig eine Notfallnarkose bei verschiedenen Verletzungsmustern, Krankheitsbildern und Risiken auch unter den prähospital erschwerten Umständen durchzuführen. Ergänzend muss das rettungsdienstliche Fachpersonal in der Lage sein, bei einer Notfallnarkose sicher zu assistieren."

>> M. Bernhard u.a.: Handlungsempfehlung zur prähospitalen Notfallnarkose beim Erwachsenen. In: Intensiv- und Notfallbehandlung 2/2015, S. 36-52.
http://www.dustri.de

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