(openPR) "Neben Atemwegsproblemen zählen Fehldosierungen von Medikamenten zu den häufigsten bedrohlichen Fehlern bei der Reanimation von Kindern," kritisiert Dr. Jost Kaufmann (Kinderkrankenhaus Köln) in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Intensiv- und Notfallbehandlung". In einer Übersicht dokumentiert er die Essentials für den Umgang mit pädiatrischen Notfallpatienten.
Ein hochriskantes, beispielhaftes Problemfeld: "Bei einem gut genährten Säugling, der wegen Hypovolämie oder Unterkühlung zentralisiert ist, kann es unmöglich sein, einen peripheren Venenzugang zu finden. Wenn in einer Notfallsituation das Anlegen eines venösen Zugangs nicht gelingt oder initial aussichtslos erscheint, muss unverzüglich auf eine intraossäre Nadel ausgewichen werden.
Zur Analgesie oder Sedierung bietet sich als weitere Alternative die Verabreichung über die Nasenschleimhaut mithilfe eines Zerstäubers an (MAD). Wegen der starken Vaskularisierung der Nasenschleimhaut ist der Wirkeintritt mit einer intravenösen Verabreichung vergleichbar. Grundsätzlicher Nachteil bei der Verabreichung von Medikamenten mit Hilfe der MAD ist, dass bei eintretenden Komplikationen oder Nebenwirkungen zunächst kein Zugangsweg für deren Behandlung zur Verfügung steht. Die erreichte Schmerzfreiheit oder Sedierung soll daher regelmäßig genutzt werden, um einen Venenzugang oder eine intraossäre Nadel anzulegen.
Zur Flüssigkeitstherapie dürfen nur balancierte Vollelektrolytlösungen verwendet werden. Die Zufuhr von 5% Glukose (oder anderen elektrolytfreien Lösungen) ist wegen der Gefahr eines Hirnödems in allen präklinischen Notfallsituationen kontraindiziert."
Kaufmann fügt seinem Beitrag eine Normalwert-/Notfalltabelle bei und nennt online-Informationsquellen, die es dem pädiatrisch nicht spezialisierten Arzt erlauben, Kinder im Notfall suffizient zu behandeln - zumindest bis zum Eintreffen eines Spezialisten.
>> J. Kaufmann, M. Laschat, F. Wappler: Der pädiatrische Notfallpatient. In: Intensiv- und Notfallbehandlung 3/15, S. 86-94
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