(openPR) Daß der Schwanz der Finanzwirtschaft infolge politischer Fehlentscheidungen und Versäumnisse mit dem Hund der Realwirtschaft wedelt und die ganze Welt in den wirtschaftlichen – wenn es beim wirtschaftlichen Abgrund bleibt, können wir noch froh sein - Abgrund zu reißen droht, erscheint der braven Bürgerin und dem braven Bürger unvernünftig. Aber ist es auch unvernünftig aus der Sicht derer, die dabei (wenigstens vorübergehend) unermeßlich reich und mächtig werden?
Auch die Währungsunion zu gründen, ohne dafür entscheidende Voraussetzungen zu schaffen, muß man wohl als unvernünftig bezeichnen. Die unterschiedlichen Mentalitäten der Völker, ihre bzw. ihrer polit-ökonomischen Herrscherklassen zum Teil weit auseinanderliegenden Vorstellungen von guter Haushalts-, Steuer-, Sozial- und Wirtschaftspolitik, sowie die weit auseinanderklaffenden Zielvorstellungen vom anzustrebenden Ausmaß der Vereinheitlichung hätten die damals verantwortlichen Politiker zur Vorsicht mahnen sollen. Die mit hunderten Milliarden jetzt schon verlorener Kredite verschleppte Pleite Griechenlands wäre uns erspart geblieben.
Daß Politiker solche Entscheidungen treffen, überrascht nicht. Sind nun einmal auch nur Menschen und handeln immer wieder genauso unvernünftig wie alle anderen Menschen auch. Beispiele dafür liefern sie täglich. Daß sie aber mit ihrer Unvernunft mitunter kolossale Schäden anrichten, deren Folgen auch nicht sie selbst – Politiker sind regelmäßig bis zur Bahre bestens versorgt – sondern die Unter- und Mittelschichten der Völker tragen müssen, für die sie verantwortlich sind, ist tragisch und in der Geschichte schon manchmal Auslöser für noch größere Tragödien geworden.
Mit Intelligenz hat unvernünftiges Handeln nichts zu tun. Nietzsche erscheint die Intelligenz sogar als eine besondere Form der Unvernunft. Menschen nutzen ihre Intelligenz sowohl für vernünftige wie auch für unvernünftige Handlungen.
Vernünftiges Handeln setzt Wissen voraus. Daraus kann Erkenntnis entstehen. So ist es möglich, Konsequenzen möglicher Handlungen vorauszubedenken und dabei erwünschte und unerwünschte Resultate zu erkennen. Was erwünscht oder unerwünscht ist, hängt von den jeweiligen Handlungsmaximen und Zielen der Entscheidungsträger ab. Da kann zum Beispiel der Kant’sche Imperativ obenan stehen oder eine bestimmte Vorstellung vom Allgemeinwohl. Daß Menschen davon unterschiedliche Vorstellungen haben, erfahren wir täglich.
Auch das notwendige Wissen ist nicht immer vorhanden, schuldhaft oder nicht. Was Menschen als wahr (an)erkennen, ist nicht immer wissenschaftlich nachgewiesen. Auch Lügen und (Selbst-)Täuschungen müssen eingerechnet werden. Wenn es um die Abschätzung von Handlungsfolgen geht, betreten Menschen umso schneller unsicheres Terrain, je komplexer die zu lösende Entscheidungsaufgabe ist. Für Hegel besteht die Vernunft in dem spekulativen Vermögen eines Entscheiders, das Absolute im komplexen Wechselspiel aller seiner Momente zu begreifen.
Schließlich bestimmt auch bloßer Glaube oft, was gut oder böse, richtig oder falsch ist. Und nicht zuletzt sind die meisten Menschen abhängig von dem, was ihre Mitmenschen für gut oder schlecht halten, oder was ihnen wichtige Menschen von ihnen erwarten.
Vernünftig handelt der, der damit seinen Handlungsmaximen optimal entspricht oder seine Zielsetzungen verwirklicht. Der Beobachter, der fragt: „Handelt dieser Mensch vernünftig?“ muß also wissen, welche Ziele der Beobachtete verfolgt, welches Wissen und welche geistige Kapazität ihm zur Verfügung steht. Er muß aber auch wissen, in welchen geistig-emotionalen und welchen materiellen Freiraum er sich bewegt.
Es gibt sie also gar nicht, die absolute Vernunft.
Forscher mögen herausfinden, was zu der überstürzten Gründung der Währungsunion geführt hat. Dabei wird wahrscheinlich herauskommen, daß die Gründung zum damaligen Zeitpunkt unter den damaligen Umständen aus der Perspektive einiger Beteiligter vernünftig, aus der Perspektive anderer Beteiligter weniger vernünftig war. Als unvernünftig wird sie niemand bezeichnen, der mitgemacht hat. An der eingetretenen Malaise ändert das alles aber sowieso nichts mehr.
Die Frage ist jetzt: „Wie kommen wir vernünftig aus dem Schlamassel wieder heraus?“
Prof. Querulix, Privatphilosoph, Essayist, Aphoristiker und Satiriker, beobachtet und kommentiert engagiert das bunte Treiben des Menschentiers. Aus seiner Perspektive, der eines in der Wolle gefärbten Demokraten, für den politisches Handeln strikt dem Allgemeinwohl verpflichtet sein muß, erscheint ihm das Handeln der polit-ökonomische Herrscherklassen der Welt überwiegend unvernünftig. Von der menschlichen Geschichte, einer unendlichen Geschichte von Niedertracht, Ausbeutung, Gewalt und Krieg fühlt er sich bestätigt.
Seine Beobachtungen und Kommentare hält er in kurzen Texten fest. Sie sind als eBooks in bisher fünf Bänden im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital (www.read.ruedenauer.de) erschienen und dort wie in allen guten (Internet-)Buchhandlungen für je 9,95 Euro erhältlich.
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