(openPR) Wenn es um das Allgemeinwohl geht, scheinen die Politiker entweder zu schlafen oder es ist ihnen gleichtgültig, daß immer größere Bevölkerungsteile verarmen . Damit sind sie ja bisher auch immer gut gefahren; ihren eigenen Wohlstand hat es im ungünstigsten Fall gar nicht, im günstigen sogar positiv beeinflußt, daß die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wurde. Welche politischen Folgen das bereits in naher Zukunft haben wird, scheint sie auch nicht zu interessieren. Sie verhalten sich tatsächlich genauso wie viele Politiker in der Weimarer Republik und werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die sprichwörtliche Karre auch genauso wie ihre Vorgänger in den Dreck fahren.
Nach Medienberichten soll in einer Schweizer Tochterfirma der HSBC (Hongkong and Shanghai Banking Corporation) bereits 2007 so etwas wie eine Kartei von Großkriminellen entdeckt, eine Entdeckung, die doch die letzten Zweifel hätte ausräumen müssen, daß Bankster mit dieser übelsten Sorte von Politgangstern gemeinsame Sache machen. Es soll sich um mehr als 100.000 Personen aus mehr als 200 Ländern handeln, darunter Steuerhinterzieher, Drogenhändler, Massenmörder und Terroristen. Auf den Konten der Schweizer Tochterfirma der HSBC sollen sie 2007 Guthaben von mehr als 75 Milliarden Euro versteckt haben.
Man fragt sich, warum eine solche Bank überhaupt noch eine Lizenz besitzt. Sind die Politiker zu dumm, rechtliche Verhältnisse und das Interesse des Allgemeinwohls durchzusetzen oder hatten sie „gute“ Gründe, die Bank und ihre Kunden ungeschoren zu lassen? Ein ganz Schlauer Zeitungsschreiber meinte, das sei doch alles nur noch historisch. Also Schwamm drüber? Abgesehen, daß hier keine Verjährung greift, ist es im Interesse aller anständigen Menschen geboten, solchem Treiben nicht nur endlich einen dicken Riegel vorzuschieben, sondern die Verantwortlichen mit der ganzen Härte des Gesetzes zu verfolgen und zu bestrafen.
Die „Lösung“ der Finanzkrise wird mit Billigung der Politiker, die doch die Interessen ihrer Völker vertreten sollen, von der EZB skrupellos auf Kosten der Unter- und Mittelschichten betrieben, während die Reichen sich dabei dumm und duselig verdienen dürfen. Die sozialen und politischen Folgen – die schnell steigende Zahl prekärer Arbeitsplätze, zunehmende Altersarmut, unzureichende Krankheits- und Pflegevorsorge – sind ihnen offenbar gleichgültig. Wie immer, wenn Politiker die unangenehmen Folgen ihres Handelns beseitigen wollen. Der österreichische Musiker und Feuilletonisten Otto Weiss definierte schon vor über hundert Jahren: „Reaktionäre Moral: Das Volk soll entsagen – zugunsten jener, die Entsagung predigen.“
Die neue griechische Regierung will die selbst verschuldeten Probleme ihres Landes allein (!) auf Kosten der europäischen Partner lösen und wird damit hoffentlich endgültig scheitern. Denn Frechheit darf nicht immer siegen. Es wäre auch ein schlechtes Beispiel wenn dieses Land, das sich den Eintritt in die Währungsunion ermogelt hat, jetzt auf Kosten ehrlicher Steuerzahler in den Partnerländern weiterhin alimentiert würde. Soll Tsipras sich das Geld doch bei seinen Oligarchen, seinen Steuervermeidern und Steuerhinterziehern holen, und soll er die korrupte Beamtenschaft des Landes zur Kasse bitten. Nicht allein in Deutschland scheint die Einsicht gereift, daß Griechenland ein Faß ohne Boden ist und bleiben wird. Ein schnelles Ende mit Schrecken durch einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion wäre jetzt besser als ein fortgesetzter Schrecken ohne Ende. Mit einer drastisch abgewerteten Drachme könnte das Land wieder auf die Beine kommen, wenn es seine Reichen angemessen besteuern sowie Korruption und Vetternwirtschaft konsequent bestrafen würde.
Die massenhafte Zuwanderung aus fremden Kulturen nährt in wachsenden Teilen der Bevölkerung nicht nur die Befürchtung, daß durch ein weiter wachsendes Angebot billiger Arbeitskräfte die weitere Ausbreitung prekärer Arbeitsverhältnisse und in der Folge auch der Altersarmut gefördert wird, sondern sie steigert auch die durchaus berechtigten Ängste vor den Folgen der bisher gescheiterten Integration von Migranten und deren Nachkommen. Statt aber die Befürchtungen ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger ernst zu nehmen und geeignete Abhilfemaßnahmen zu ergreifen, verlassen sich die Politiker darauf, daß die ihnen nahestehenden Medien alle Unmutsäußerungen des Volkes sofort mit der Nazi-Keule niederknüppeln. Gründliches Nachdenken und kritische Auseinandersetzung mit der in Gang befindlichen bedenklichen sozialen Entwicklung in unserem Land wäre besser und ist dringend erforderlich, auch und gerade von denen, die sich bisher noch in gutbezahlten Stellungen und mit Aussicht auf üppige Alterseinkommen als dem „Sicheren Establishment“ zugehörig betrachten.
„Die gefährlichste Dummheit ist die, die in der Verkleidung der Intelligenz daherkommt“, mahnt Prof. Querulix im Volksmund. Und er empfiehlt: „Es läßt sich vielleicht nicht immer vermeiden, etwas Dummes zu sagen. Man sollte allerdings vermeiden, es auch noch in die Tat umzusetzen.“
Die inzwischen beängstigende soziale Schieflage in Europa – und übrigens auch in den USA – darf nicht weiter einfach unter den Teppich gekehrt werden. Da tickt eine Zeitbombe. Wem es noch gut oder sogar sehr gut geht, sollte sich darüber im Klaren sein, daß sein Wohl und die politische Entwicklung in Europa letztlich am Faden des sozialen Friedens hängt. Und der wird zusehends dünner.
Überfällig ist eine kritische Auseinandersetzung mit der seit Jahren katastrophalen sozialen Entwicklung in Deutschland. Die Äußerungen vieler Medien sind da oft nicht hilfreich, nicht selten sogar irreführend. Was soll zum Beispiel die Aussage bezwecken, die Reallöhne der (welcher genau?) deutschen Arbeitnehmer seien gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Prozent gestiegen? Wer nicht weiß, welche Arbeitnehmergruppen wirklich profitieren, erfährt nichts Wesentliches. Unbedarfte Mitbürgerinnen und Mitbürger, die noch nicht vom sozialen Abstieg betroffen sind, lassen sich durch eine solche Meldung wahrscheinlich in Sicherheit wiegen. Bemüht man sich durch eigene Recherchen um mehr Klarheit, sieht es so aus, daß die Aussage auf diejenigen zutrifft, die über relativ sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze verfügen. Die in den vergangenen Jahren erheblich gestiegene Zahl derer, die sich mit prekären Arbeitsverhältnissen begnügen muß, hat an realer Kaufkraft verloren. Der Grund: Die gleiche Arbeitsmenge verteilt sich auf immer mehr Menschen. Seit 1995 ist nach einer Studie des WSI das Arbeitsvolumen, die Gesamtmenge an Arbeit, gleich geblieben, die Zahl der Erwerbstätigen aber von 33,7 auf 41,6 Millionen gestiegen. Heute gibt es viel mehr prekäre Arbeitsplätze, auf denen weniger als 7-8 Stunden täglich gearbeitet wird, oft zu verteilten Zeiten, abends und am Wochenende, und von dessen Lohn keiner Leben kann.
Die Welt befindet sich längst im Dritten Weltkrieg. Die bewaffneten Auseinandersetzungen drängen den immer heftiger tobenden Krieg auf dem Felde der Wirtschaft, der Finanzen und in der Welt elektronischen Datengewinnung und –manipulation. Geistige Verwirrung, Machtstreben, Zukunftsängste, materielle Not auf der einen und maßlose Habgier auf der anderen Seite . . . die Menschheit scheint vergessen zu haben, daß sie mit ihren Existenzgrundlagen Vabanque spielt.
Deutschland braucht nicht immer mehr Exporte, für die dann Papierdollars gebunkert werden – Schuldpapiere der USA, die niemals eingelöst werden, die aber in dem Augenblick wertlos werden, in dem der US-Dollar seine Stellung als Weltleit- und Reservewährung verliert. Und das wird voraussichtlich schneller kommen als die meisten Neunmalklugen denken. Denn es gibt politisch einflußreiche und wirtschaftlich starke Länder, die es satt haben, daß die USA sich durch bloßes Dollardrucken unbegrenzt auf ihre Kosten verschulden können. Wahrscheinlich arbeiten die USA auch im Wissen um solche Bestrebungen an alternativen Beherrschungsmitteln, wie zum Beispiel flächendeckender Spionage und Freihandelsabkommen, die ihnen weitgehende Einflußmöglichkeiten auf die Politik anderer Länder gewähren und den Profit ihrer Großkonzerne langfristig auf Kosten anderer Völker sichern sollen.
Europa sollte sich von den USA endlich so weit emanzipieren, daß es seine eigenen Interessen durchsetzen kann. Allzu viele Politiker und Wirtschaftslobbyisten scheinen noch gar nicht kapiert zu haben, daß sich die US-Amerikaner in der jüngsten Vergangenheit wirklich nicht als Freunde Europas empfohlen haben. Die USA sind auch weder sozial noch kulturell ein akzeptables Vorbild für die Zukunft unserer Geselllschaft. Unter dem Aspekt des Allgemeinwohls können wir auf ein Freihandelsabkommen in der von den USA gewünschten Art sehr gut verzichten und sollten es auch. Das deutsche Volk würde einen viel zu hohen Preis für sehr überschaubaren Nutzen einiger Industriefirmen bezahlen.
Statt immer mehr zu exportieren, wäre es ohnehin klüger, in die Zukunft Deutschlands und den Wohlstand der inzwischen vielen Millionen sozial abgehängten Mitbürgerinnen und Mitbürger zu investieren. Das würde die Binnennachfrage steigern und stabilisieren und den sozialen Frieden in Zukunft sichern. Die angesparten Papierdollars sollten in das ja glücklicherweise spottbillige Gold investiert werden, um ihren Wert langfristig zu sichern (und wahrscheinlich sogar erheblich zu steigern, da Dollars unaufhörlich nachgedruckt, Gold aber nur sehr aufwendig und in kleinsten Mengen nachproduziert werden kann).
Man könnte mit dem Kulturphilosophen Friedrich von Schlegel resigniert sagen: „Wo Politik ist oder Ökonomie, da ist keine Moral.“ Hat sich das Menschentier noch immer nicht weit genug vom Affen fortentwickelt? Hat es immer noch nicht die Wahl, seinen Verstand statt zum unaufhörlichen Drangsalieren und Berauben seiner Artgenossen zu gebrauchen, besser in den Dienst des globalen Wohls seiner Art zu stellen?
Auf die Beantwortung derletzten Frage ist Prof. Querulix gespannt. Sie wird das Schicksal der Menschheit entscheiden. Mit seinen zeitlos-zeitkritischen An- und Bemerkungen in Prosa, Aphorismen, Reimen und Gedichten begleitet er seit vielen Jahren das immer gleiche Theaterstück der Menschheit, in dem nur die Kulissen, Darsteller, Requisiten und die Mundart wechseln. Seine Werke sind als eBooks und auf CD im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor digital erschienen und dort sowie in allen guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich.
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