openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Parlamentarismus und Lobbydemokratur

05.02.201518:07 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Parlamentarismus und Lobbydemokratur
Prof. Querulix: Tacheles - kritische Be- und Anmerkungen zum Zeitgeschehen
Prof. Querulix: Tacheles - kritische Be- und Anmerkungen zum Zeitgeschehen

(openPR) „Nicht das Allgemeinwohl ist in den zeitgenössischen Demokratien Ziel und Maßstab politischen Handelns, sondern die Sonderinteressen derer sind es, die im Parlament durch Abgeordnete vertreten sind.“ (Prof. Querulix) Und das ist nicht das Volk, das sind nicht die Schwachen, auch nicht diejenigen, die den Wohlstand erarbeiten. Nein, die am besten Vertretenen sind die politiknahen Kreise, die skrupellos für sich selber sorgen und dabei die große Mehrheit ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger nur benutzen.



Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal. Wer nicht mehr Lebenserfahrung hat, weiß nichts vom Leben und von den Sorgen der großen Mehrheit seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wer als „Nur-Politiker“ lebenslang von dem Früchten der Arbeit des Volkes lebt und dabei zigmal besser versorgt ist, als 98 Prozent dieses Volkes, lebt in einer anderen Welt. Wenn er dann noch die Chance hat, mit Lobbyarbeit einen schönen Posten mit Millionengehalt in der Wirtschaft zu „erdienen“, ist schwer vorstellbar, wie er seine eigentliche Aufgabe, nämlich das Wohl des Volkes zu fördern, gerecht werden soll.

„Der Parlamentarismus, meinte der italienische Kriminologe Cesare Lombroso, „wirkt vor allem durch die Unverantwortlichkeit der Volksvertreter.“

Daß die Reichen immer reicher und die Armen immer zahlreicher und immer ärmer werden, ist Abgeordneten zu danken, die ihr Handeln so gut wie ausschließlich an den Interessen der Kapitalbesitzer orientieren. Damit schaffen sie zunehmend soziale Instabilität, weil immer mehr Menschen den Staat nicht mehr als den ihren erkennen. Die deutsche Exportsucht führt dazu, daß die Infrastruktur im Inland vernachlässig wird und zugleich Wohlstand ins Ausland verlagert wird. Statt Werte für die Zukunft zu schaffen, häufen diese Exportfanatiker Papierdollars an und finanzieren damit die exzessive Schuldenmacherei der USA. Diese wiederum „bedanken“ sich mit der Forderung, sich mit einem Freihandelsabkommen nebst (bis vor Kurzem noch geheim gehaltenen) Zusatzabkommen ihrer bzw. ihrer Großkonzerne Herrschaft zu unterwerfen.

Zur Ausbeutung gehören immer mindestens zwei: eine Herrenseele und eine Sklavenseele, um die Terminologie Nietzsches hier zu bemühen. Solange erstere nicht übertreibt, ist letztere – offensichtlich genetisch programmiert – gefügig und läßt sich ausbeuten. Die Geschichte zeigt aber, daß es einen Umschlagpunkt gibt, den niemand voraussagen kann. Dann befreit sich die Sklavenseele vom Joch der Ausbeutung – nicht selten, wie die Geschichte zeigt, grausam und blutig.

Der Einfluß der Wirtschaftslobby auf die Politik hat inzwischen bedenkliche Ausmaße angenommen. Nicht das Allgemeinwohl gibt dem politischen Handeln die Richtung vor, sondern der mögliche Profit der Wirtschaftsunternehmen.

Die seit Ende der 80er Jahre geradezu eingebrochene Beteiligung der Deutschen an den Bundestagswahlen ist ein Alarmsignal. Seitdem verheert der Neoliberalismus weltweit die soziale Landschaft; Menschen werden von den Besitzern der Produktionsmittel unter tatkräftiger Unterstützung durch Politiker zunehmend zum bloßen Mittel der Profiterzielung ausgebeutet. Die Zahl der prekären Arbeitsplätze, die nicht einmal das Nötigste zu Leben einbringen, eilt seit Jahren von Rekord zu Rekord. Es wird höchste Zeit, umzukehren. In unserem an Reichen so reichen Land muß jeder gerecht am gemeinsam erarbeiteten Wohlstand beteiligt werden. Selbst diejenigen, denen das Schicksal ihrer Mitmenschen gleichgültig ist und die andere Menschen nur als Mittel für ihre egoistischen Zwecke betrachten, sollten bedenken: der soziale Friede ist auch ein wertvolles Wirtschaftsgut.

Mit Flickwerk ist es allerdings nicht getan. Es genügt deshalb nicht, dem 200 Jahre alten Rat des Dichters Johann Gottfried Seume zu folgen, „der Staat sollte vorzüglich für die Ärmeren sorgen, die Reichen sorgen leider nur zu sehr für sich selbst“. Es gilt vielmehr, durch soziale Gerechtigkeit für nachhaltige soziale und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen. Als Kernstück wird dafür in einer Studie ein unbedingtes individuelles Grundeinkommen als negative Einkommensteuer vorgeschlagen. Dadurch soll sichergestellt werden, daß alle Mitbürgerinnen und Mitbürger lebenslang über ein Einkommen verfügen, das ihnen eine angemessene Teilnahme am sozial-kulturellen Leben der Gesellschaft ermöglicht. Darüber hinaus wird im Falle von Krankheit, Arbeitsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit die erforderliche Finanzierung von einer Volksversicherung gewährleistet.

Die interessante, mit Zahlen unterlegte Studie, die nicht weniger als eine positive Zukunftsvision enthält, ist im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital als eBook erschienen und dort sowie in allen guten (Internet-)Buchhandlungen für 9,95 Euro zu haben.

Prof. Querulix beobachtet seit langem sorgenvoll die schleichende Entwicklung der zeitgenössischen Staatsgebilde zu scheindemokratischen autoritären Herrschaftsstrukturen. Die Politikziele werden in diesen neuen Gebilden nicht mehr durch die legitimen existenziellen Interessen der Völker definiert, sondern von den polit-ökonomische „Eliten“. Die Volksmassen dienen ihnen dabei als Mittel zum Zweck ungehinderter maßloser Profitvermehrung. An der Spitze dieser Entwicklung steht die EZB, die für die europäischen Völker schicksalsentscheidende Maßnahmen, wie zum Beispiel unbegrenzte Papiergeldvermehrung zum Nutzen der Bankster und Großspekulanten, ohne jede parlamentarische Kontrolle trifft.

Kritische Beiträge zu solchen und anderen Themen unserer Zeit erscheinen seit 2012 gesammelt unter dem Titel „Tacheles“ im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital als eBook. Vier Bände sind bisher erschienen. Zusammengenommen ergeben sie das Bild einer Zeit des Umbruchs, bei dem die Menschheit – wenn sie sehr rasch sehr viel klüger wird – viel gewinnen kann, aber auch alles verlieren kann. Die Bände sind für je 9,95 Euro beim eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital und in allen guten (Internet-)Buchhandlungen zu haben.

READ Pressestelle

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 837934
 113

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Parlamentarismus und Lobbydemokratur“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von READ - Rüdenauer Edition Autor Digital

Bild: Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führenBild: Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führen
Keine Zeit verschwenden - Besprechungen und Konferenzen produktiv führen
Führungskräfte verbringen nicht selten mehr als 3 Tage der Woche in Besprechungen; der Zeitaufwand dafür steigt erfahrungsgemäß mit ihrer hierarchischen Position. Es liegt deshalb nahe, alles daran zu setzen, Besprechungen und Konferenzen so produktiv wie möglich zu gestalten. Die wichtigste Frage, die vor der Einberufung einer jeden Besprechung oder Konferenz beantwortet werden muß lautet: Ist ein Gruppengespräch unter den gegebenen Bedingungen notwendig oder wenigstens zweckmäßig? Kann das vorliegende Thema bzw. die vorliegende Aufgabe in …
Bild: Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen GeldwirtschaftBild: Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen Geldwirtschaft
Ein Blick auf Sein und Schein der aktuellen Geldwirtschaft
Die Börsenkurse spiegeln derzeit nicht annähernd die realwirtschaftliche Situation der Unternehmen wider, sondern die Wirkung der von der EZB erzeugten Schwemme kostenlosen Geldes. Dessen Empfänger suchen verzweifelt nach möglichst lukrativen Verwendungsmöglichkeiten für den kostenlosen Geldsegen. Diejenigen, die Zugang zu Zentralbankgeld zum derzeitigen Minustarif haben, „leiden“ besonders an diesem Anlagenotstand. Leider rechtfertigt die realwirtschaftliche Lage weltweit schon lange nicht mehr die derzeitigen Aktienkurse und die Hoffnung a…

Das könnte Sie auch interessieren:

direct/ Wirtschaftsjunioren Deutschland: Reformbedürftiger Parlamentarismus
direct/ Wirtschaftsjunioren Deutschland: Reformbedürftiger Parlamentarismus
Noch mehr Demokratie Wirtschaftsjunioren fordern Reformen am deutschen Parlamentarismus/ Start des zwölften Know-how-Transfers mit dem Deutschen Bundestag/ Fast ein Drittel der Abgeordneten im Austausch Berlin, 09. Mai 2006. "Der deutsche Parlamentarismus muss durchschaubarer, schlanker und lebendiger werden." Das sagte German Drechsler, Bundesvorsitzender …
Wie Piraten die Demokratie im Zeitalter globaler Vernetzung reformieren wollen
Wie Piraten die Demokratie im Zeitalter globaler Vernetzung reformieren wollen
… Demokratie im Zeitalter globaler Vernetzung? Wird das Parlament in Zukunft aufgelöst? Nein, es geht vielmehr um die Transformation des repräsentativen Parlamentarismus hin zu einem partizipativen Parlamentarismus. Gesucht wird also ein Kompromiss zwischen Basisdemokratie (alle entscheiden selbst über alles), repräsentativer Demokratie (Repräsentanten …
STADLER: Rot/Grün verweigert Debatte über Sicherheitslage
STADLER: Rot/Grün verweigert Debatte über Sicherheitslage
gerungen für die Gesetzgebung zu ziehen oder Verbesserungen im Gesetzesvollzug notwendig sind oder nicht. Dies setzt eine seriöse Information unmittelbar im Parlament und nicht etwa nur über Medien voraus. Rot/Grün hat heute diese Information verweigert. Dies ist ein schwarzer Tag für den deutschen Parlamentarismus.
STADLER: Das Gesetzgebungsverfahren in der Gesundheitsreform ist verfassungsrechtlich bedenklich
STADLER: Das Gesetzgebungsverfahren in der Gesundheitsreform ist verfassungsrechtlich bedenklich
… prüft seit der berühmten Elfes-Entscheidung (Band 6, Seite 32) ob ein Gesetz formell rechtmäßig zustande gekommen ist. Daran kann man bei dem von Rot/Grün und CDU/CSU geplanten Schnelldurchgang im Bundestag erhebliche Zweifel anmelden. Es geht um Grundfragen des Parlamentarismus und um die Zulässigkeit der Entmachtung des Bundestags durch runde Tische.
Missbrauch und Willkür der Koalitionsmehrheit stoppen
Missbrauch und Willkür der Koalitionsmehrheit stoppen
… der Justitiar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ronald Pofalla MdB: Das Organstreitverfahren der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gegen den Bundestag hat grundsätzliche Bedeutung für den deutschen Parlamentarismus - weit über die Besetzung der Bundestagsbank des Vermittlungsausschusses hinaus. Denn betroffen ist nicht nur der Vermittlungsausschuss, sondern betroffen …
30-Stundenwoche – ist das wirklich ernst gemeint?
30-Stundenwoche – ist das wirklich ernst gemeint?
… Arbeitslosigkeit und ihrer sozialen Folgen nehmen? Tatsache ist, daß uns die Transformation der Sozialen Marktwirtschaft mit dem Ziel Wohlstand für alle in eine beutekapitalistische Lobbydemokratur zusehends in ein gesellschaftliches Desaster führt. Millionen können bereits heute nicht von ihrer Arbeit leben. Im Alter ist ihnen bittere Armut sicher. …
Bild: Demokratie – Auslaufmodell oder chancenreiches Entwicklungsprojekt?Bild: Demokratie – Auslaufmodell oder chancenreiches Entwicklungsprojekt?
Demokratie – Auslaufmodell oder chancenreiches Entwicklungsprojekt?
… Sonderinteressen und der Sicherung des Machterhalts ihrer Führungskader beschäftigt, statt an der Organisation und Ausübung einer allgemeinwohlorientierten Volksvertretung mitzuwirken. Der gegenwärtige Parlamentarismus ist purer Lobbyismus, der mehr und mehr die Ressourcen frißt, die den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommen sollten, und zwar allen, nicht …
Resolution der Antirassismus Konferenz 2003
Resolution der Antirassismus Konferenz 2003
… außerparlamentarischen Mittel auszuschöpfen, um die Beschlussfassung zu verhindern. Der Beschluss eines offen menschenrechtswidrigen Gesetzes ist eine Bankrotterklärung des Parlamentarismus. Wir fordern daher Abgeordnete der Regierungsparteien auf, der Abstimmung fernzubleiben und weisen darauf hin, dass eine menschenrechtswidrige Beschlussfassung eine …
Bild: Heiner Geißler: »Wir brauchen neue Formen der Demokratie«Bild: Heiner Geißler: »Wir brauchen neue Formen der Demokratie«
Heiner Geißler: »Wir brauchen neue Formen der Demokratie«
… Volkes, die Ökonomisierung der Gesellschaft, die fehlende Transparenz der bürokratischen Genehmigungsverfahren begründen die Krise der Demokratie ebenso wie die Defizite des Parlamentarismus in einer Mediendemokratie mit Internet und Facebook. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen mit S 21 entwirft Geißler neue Formen einer Bürgerbeteiligungsdemokratie …
Öffentlichkeitsoffensive der Liberalen Hochschulgruppe Mainz
Öffentlichkeitsoffensive der Liberalen Hochschulgruppe Mainz
… Umstände im AStA und dem Studierendenparlament gibt, welches immerhin über eine Summe von über 14.000.000 €uro Semesterbeiträge der Studierenden pro Jahr entscheidet, kann Parlamentarismus an der Universität nicht funktionieren.“ begründet der Vorsitzende der LHG, Chemiestudent Ginald Muleshka, die Notwendigkeit der Zeitung. Die erste Ausgabe setzt sich vor …
Sie lesen gerade: Parlamentarismus und Lobbydemokratur