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Es geht um nicht weniger als um unsere Zukunft

22.01.201518:34 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Es geht um nicht weniger als um unsere Zukunft
Unbedingtes individuelles Grundeinkommen, eBook, ISBN 978-3-943788-18-1, 9,95 Euro
Unbedingtes individuelles Grundeinkommen, eBook, ISBN 978-3-943788-18-1, 9,95 Euro

(openPR) Das als Überschrift dieses Artikels gewählte afrikanische Sprichwort sagt uns zweierlei: Erstens, daß Zukunft ein herrenloses Gut ist, das jedem einzelnen zur bestmöglichen Nutzung für sich selbst Verfügung steht, und zweitens, daß jeder dafür mitverantwortlich ist, die Chance der Allgemeinheit auf eine gute Zukunft zu nutzen.



Diese, ihre zweifache Chance, unterschätzen allzu viele Menschen, und verzichten damit nicht nur auf ihr eigenes Glück, sondern auch auf ihren Einfluß auf das Ganze und damit wie ein Bauer auf die Möglichkeit, den Boden für seine Saat optimal vorzubereiten. Auf diese fatale Passivität der Benachteiligten spielt Prof. Querulix an, wenn er meint: „Wer bei seiner Lebensplanung auf die Zukunft setzt, sollte bedenken, daß es keinesfalls sicher ist, daß er eine hat.“ Wenn die Schafe nicht Schafe wären, könnten die Wölfe sie nicht reißen.

Deutschland ist trotz seines bei oberflächlicher Betrachtung im Vergleich mit anderen Staaten guten Zustandes ein Paradebeispiel dafür, wie Politiker die Zukunft eines Volkes gefährden. Die Verantwortlichen gehen aber aus freien Wahlen hervor. Da nützt dann kein Jammern, wenn die Ärmsten immer ärmer gemacht werden, wenn die gesetzgeberische Souveränität Deutschlands in wichtigsten Zukunftsfragen durch ein sogenanntes Freihandelsabkommen für ein Linsengericht an us-amerikanische Großkonzerne verhökert wird, und wenn zukunftsentscheidende staatliche Investitionen unterlassen werden, damit die Reichen möglichst wenig Steuern zahlen müssen – wenn also der Staat sozial zugrunde gerichtet und der soziale Friede von den „Eliten“ der Gesellschaft zerstört wird.

Das Betreiben der derzeitigen Regierungskoalition läuft darauf hinaus, den Menschen, soweit er nicht politiknaher Herrscher über Produktionsmittel ist, zum möglichst kostengünstigen Produktionsmittel zu erniedrigen. Er ist nicht der Souverän und Zweck allen politischen Handelns, sondern lediglich das Mittel. Auf längere Sicht wird er nur noch als an die Erfordernisse kostengünstiger Warenherstellung angepaßter williger Arbeitssklave und – natürlich – als Konsument gebraucht.

Wie das allerdings funktionieren soll, ist ungeklärt. Schon heute können ungefähr 15 Prozent der Berufstätigen in Deutschland nicht mehr von ihrem Arbeitseinkommen leben und müssen mit öffentlichen Mitteln subventioniert werden. Von den ärmer werdenden Rentnern gar nicht zu reden. Das seit mehr als einem Jahrzehnt infolge Technisierung, Rationalisierung und Arbeitsverdichtung ungefähr gleichbleibende Arbeitsvolumen verteilt sich auf immer mehr Arbeitskräfte, die in prekären Arbeitsverhältnissen – wenn überhaupt – nur noch das Nötigste zum Überleben verdienen. Damit die hohen Einkommen immer weiter steigen können, müssen sich immer mehr Menschen mit sinkendem Lebensstandard abfinden – nicht zuletzt auch durch ein ungerechtes Steuersystem.

Für andere wird Arbeit immer stressiger, sodaß körperliche und psychische Schäden zunehmen. Das dadurch überlastete Gesundheitssystem wird immer teurer. Aber die höheren Kosten werden auf die Ausgebeuteten abgewälzt; die Eigentümer der Produktionsmittel und Nutznießer der gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen werden verschont.

Daß wirtschaftsnahe Lobby-Politiker trotzdem noch die Regierung stellen können und alles immer noch schlimmer machen, statt endlich für soziale Gerechtigkeit sorgen und den sozialen Frieden nicht weiter gefährden, wundert jeden, der rational denkt. Aber er weiß auch, daß – wie der Volksmund sagt – die Kälber ihre Schlächter selbst wählen. Als Rudeltier ist der Mensch für Ausbeutung und Versklavung anfällig, auch wenn die Geschichte zeigt, welche Katastrophen daraus erwachsen.

Kluge proaktive Politiker müßten nicht nur den Handlungsbedarf längst erkannt, sondern längst gehandelt haben. Stattdessen sorgen sie wie nicht nur Pofalla und Bahr für ihre eigene und ihrer Klientel Zukunft. Allzu viele Politiker sind zu Lobbyisten verkommen. Politiker, die proaktiv im Interesse des Allgemeinwohls handeln, gibt es augenscheinlich nicht, jedenfalls treten sie nicht hervor. Die Völker befinden sich in der Gewalt von Mangelverwaltern und verkappten Lobbyisten, die die Staatsschiffe sehenden Auges auf die Klippen steuern.

Die Banken- und Staatsschuldenkrise zeigt wieder ihre Virulenz; eine Weltwirtschaftskrise kündigt sich an. Da können Herr Draghi und seine Kollegen in anderen Notenbanken so viel Geld drucken und an Bankster und Spekulanten verteilen wie sie wollen. Sie erzeugen damit wahrscheinlich Inflation, aber weder eine gesunde Entwicklung ihrer Volkswirtschaften noch der Weltwirtschaft.

Wir wissen nicht, wie schlimm es wird. Dennoch liegt gerade in der Katastrophe auch die Chance auf wirkliche Besserung. So wie der einzelne sich und seine Lebensverhältnisse am ehesten unter Leidensdruck an neue Anforderungen anpaßt, so reformieren sich Staaten und Gesellschaften mit größerer Wahrscheinlichkeit in der Folge großer Katastrophen. Nur gibt es leider keine Garantie dafür, daß die im engstirnigen Lobbydenken verhafteten Politiker die Chance im Interesse des Allgemeinwohls nutzen.

Wie der inzwischen sowohl sozial wie auch volkswirtschaftlich vollkommen ungesunden Einkommensverteilung entgegen gewirkt und die soziale Stabilität und Selbstbehauptungskraft unserer Gesellschaft und des Staates gestärkt werden könnten, ist in einer kleinen Studie nachzulesen. Sie trägt den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer – Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft“ (eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital, ISBN 978-3-943788-18-1, eBook, 9,95 Euro). Die Studie ist beim Verlag und in allen guten (Internet-)Buchhandlungen erhältlich.

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