(openPR) Bundesverband Initiative 50Plus fordert „Mindestlohn“ bei häuslichen Pflegeleistungen
Berlin, 22.01.2015. Die Einführung des Mindestlohns in Deutschland zum Jahreswechsel wird von vielen Arbeitnehmern als Segen empfunden. „Die Menschen in Deutschland sollten grundsätzlich von ihrer Arbeit leben können, ohne in großem Umfang auf Sozialleistungen angewiesen zu sein“ ist ein Credo, das inzwischen nicht nur Gewerkschaftler auf den Lippen führen.
Probleme bereitet der Mindestlohn oftmals in Pflegeberufen. „Wir befürchten, dass viele Pflegeanstalten den Druck auf die Mitarbeiter erhöhen werden, anstatt neues Personal einzustellen“, stellt Uwe-Matthias Müller, der Leiter des Berlinbüros des Bundesverband Initiative 50Plus fest. Hinzu käme, dass es gerade in Pflegeberufen einen großen Mangel an Fachkräften gebe. Da viele Pflegebedürftige zudem schon heute Sozialfälle seien, steige die Belastung des Staates Jahr für Jahr. Im Ergebnis würden schon heute viele Heime eher „Pflege-Fabriken“ als lebensbejahenden Versorgungseinrichtungen ähneln.
„Wir fordern eine stärkere Unterstützung der häuslichen Pflege“, so Uwe-Matthias Müller. Dies müsse sich nicht nur in gezielten Fortbildungskursen äußern, sondern auch in finanzieller Unterstützung. Derzeit erhalten viele pflegende Familienangehörige weniger als 500 Euro im Monat – umgerechnet also weit weniger als dies dem neuen Mindestlohn entspricht.
Der Bundesverband Initiative 50Plus fordert daher eine Diskussion zum Thema Pflegenotstand in Deutschland und welche Lösungsansätze möglich sind. „Die staatlichen Aufwendungen für Pflegeeinrichtungen sind zu hoch und könnten aus unserer Sicht durch eine gezielte Umverteilung zur Förderung der häuslichen Pflege verringert werden“, so Müller.











