(openPR) "Viele Unternehmen meinen, ein Outdoor-Training bringe keinen Mehrwert im Vergleich zu anderen Seminaren", erzählt Martin Wiesend von Martin Wiesend & Partner aus Bayreuth. "Sie denken, das Fachwissen der Mitarbeiter reicht aus." Doch seine eigene Erfahrung als Trainer besagt das Gegenteil: "Auch wenn ein Team theoretisch weiß, wie es zusammenarbeiten soll, dann klappt das in der Praxis meist längst nicht so gut wie vorgestellt."
Die Aufgaben eines Teams sind in den vergangenen Jahren größer und komplexer geworden. Bei Projektarbeit haben verstärkt die fachübergreifenden Ansätze Aussicht auf Erfolg – und genau diese lassen sich sinnvoll und effizient nur im Team lösen. Teamerfahrung und -ausbildung der Einzelnen reichen jedoch oft nicht aus. Spannungen und Missverständnisse zwischen Gruppenmitgliedern erschweren die Zusammenarbeit. Wissen kann nicht optimal genutzt werden, bei der Kommunikation treten Reibungsverluste auf. In der Konsequenz bleibt das tatsächliche Ergebnis weit hinter dem Potenzial des Teams zurück.
Solche hehren theoretischen Ziele hatte Hommel, die nach eigenen Angaben erfolgreichste herstellerunabhängige Vertriebs- und Kundendienstorganisation für CNC-Werkzeugmaschinen in Deutschland, nicht im Sinn. Hommel-CNC-Service-Geschäftsführer Guido Schmitt wollte vor allem "in den Einzelkämpfern des Außendiensts ein Firmen-Zusammengehörigkeitsgefühl wecken."
Bei der alljährlichen Tagung durften die Techniker gemeinsam mit den Innendienstlern Übungen wie den "Schuh des Goliath", "Magic Stick"" und "Spinnennetz" machen und an der Steilwand klettern. "Die Übungen sind so angelegt, dass jeder seine Grenze selber steckt, ohne dass das Teamergebnis darunter leidet. Nur wenn einer komplett aussteigt, leidet das Team, so Thomas Kreutz, einer der Trainer von Outdoor Unlimited. "Vor dem Spinnennetz sind alle Seminarteilnehmer Fremde, danach sehen sie sich mehr als Kollegen und Bekannte." Allein durch Kennenlernen und Herstellen persönlicher Beziehungen würde auch das Verhältnis zwischen Außen- ud Innendienst verbessert, weil Vorurteile abgebaut werden, ist Kretz überzeugt.
Für Martin Wiesend als Trainer ist jedes Training individuell. "Es ist von Firma zu Firma unterschiedlich, wie locker oder streng der Umgang mit Regeln gehandhabt wird und ob sie auch mal ignoriert werden dürfen." Gerade im Service-Bereich müssten die Mitarbeiter häufig entscheiden, ob sie nun berufliche Regeln zum Wohle des Kunden übertreten. "Wenn am Freitag Nachmittag ein Teil kaputt geht, und der Servicetechniker trotzdem zum Kunden fährt und so Überstunden macht, dann ist der Kunde glücklich. Der Chef sieht diese Entscheidung vielleicht anders, denn er mus die Zusatzarbeit entweer bezahlen oder zusätzlich Freizeit gewähren, was angesichts des knappen Personal- und Finanzbudgets nicht leicht fällt.
Andererseits hätte der Kunde am Montag nicht mit der kaputten Maschine arbeiten können, was für die Kundenbindung nicht gut ist. "Solche Entscheidungen würden in den Outdoor-Übungen herausgearbeitet und im anschließenden Gespräch bewusst gemacht. "Den meisten Teilnehmern ist gar nicht klar, dass sie täglich Regeln übertreten – oder eben genau dies tun und damit möglicherweise die Interessen der Kunden ignorieren."
Spannend für die Mitarbeiter ist auch die Tatsache, dass die Gruppe, in der der Chef ist, gar nicht selten schlechter abschneidet als andere Gruppen. "Er ist daran gewöhnt, ein höheres Risiko einzugehen, das tut er als Führungskraft ständig. Allerdings kennt er die täglichen beruflichen Risiken besser, kann die auch für ihn neuen Outdoor-Risiken schlechter einschätzen.", erklärt Martin Wiesend dieses Phänomen. Gemeinsame Fragestellungen lössen, schafft gemeinschaftliche positive Erlebnisse – und die motivieren. "Alle Teilnehmer hatten Spaß. Wer nicht dabei sein konnte, der ärgert sich jetzt hinterher", stellt Hommel-Geschäftsführer Schmitt fest. Und ein weiterer Effekt freut ihn: "Die Mitarbeiter haben mehr Vertrauen in ungewohnte Entscheidungen ihres Chefs bekommen." Denn vor dem Seminar war die Wahl des Trainings im Unternehmen durchaus umstritten.
"Das Outdoor-Seminar hallt im Unternehmen nach" resümiert Schmitt mehr als zufrieden. "Wir wollen in anderen Unternehmensbereichen auf jeden Fall ähnliches wiederholen.
(Anja Kühner)










