(openPR) Wind und Schatten
_29. November 2014 | 19.00 Uhr
_Kunsthaus Rhenania | Bayenstr. 28 | Köln
Der vor allem für seine Vokal- und Musiktheaterwerke bekannte Komponist Manfred Trojahn wendet sich wieder der Kammermusik zu und hat ein Konzertprogramm für das E-MEX-Ensemble zusammengestellt: Mit Toutes les choses sont passées comme l'ombre et comme le vent (Jean Hugo) «Journal pour ensemble» cahier 1 bringt E-MEX ein Highlight aus seinem Kammermusikrepertoire zur Aufführung. In einem das Konzert begleitenden Gespräch wird der Komponist in die Werke einführen. Einer der bemerkenswerten Bezüge, die das Programm herstellt, ist die Verbindung zwischen Trojahn und seinem Schüler Jan Masanetz, dessen Rhymers Ayre von 2006/09 erklingen wird. Daneben bildet die Uraufführung des neuen Werks Lob der Ferne von Henry Fourès einen programmatischen Kontrapunkt zu Trojahns Schaffen.
Henry Fourès‘ Komposition Postcards aus dem Jahr 1997 ist inspiriert durch eine scheinbar zufällige, intuitiv-haptische Auswahl von fünf Postkarten, deren satinierte Oberfläche den Komponisten zu einem Quintett anregte. Der lange Titel des Werkes Toutes les choses sont passées comme l'ombre et comme le vent – »Journal pour ensemble« cahier 1 von Manfred Trojahn zitiert die Schlussverse des Gedichts »Quand nous habitions« von Victor Hugo aus dem Jahr 1844. Wolfgang Rihm komponierte sein Werk Deploration 1973 in memorian Ingeborg Bachmann. Schwermütige, seufzerartige Klänge durchziehen die gesamte Komposition. »Deploration«, so der Komopnist, » hat oft den Charakter des Vor-sich-hin-Weinens, des Wimmerns. (...) Ein schöpferischer Mensch war gestorben. Ihm wird nachgeweint im Puls von eben gerade noch Schöpferischem. Konstruktivität ist, wenn sie erscheint, zentriert; oft eine Spirale, die ausweglose Chiffre, und wirft lange Schatten. Diese Schatten sind das eigentliche Stück (...) So verstanden verschwinden die Ereignisse hinter sich selbst.«
Programm:
Matthias Geuting und Leonie Reineke im Gespräch mit Manfred Trojahn
Henry Fourès
Postcard (1997)
für Flöte, Bassklarinette, Violine, Violoncello und Klavier
Jan Masanetz
Rhymer's Ayre (2) (2006/2009)
für Klarinette, Violoncello und Klavier
Henry Fourès
Lob der Ferne (2014)
für Violine und Schlagzeug UA
Wolfgang Rihm
Deploration (1973)
für Flöte, Violoncello und Schlagzeug
Wilhelm Killmayer
Kaskaden (2008)
für Klarinette und Violoncello
Manfred Trojahn
Toutes les choses sont passées comme l'ombre et comme le vent (Jean Hugo) «Journal pour ensemble» cahier 1 (1997)
für Flöte, Klarinette, Posaune, Violine, Violoncello, Klavier und Schlagzeug
E-MEX
Evelin Degen, Flöte – Joachim Striepens, Klarinette – Andreas Roth, Posaune – Kalina Kolarova, Violine – Burkart Zeller, Violoncello – Michael Pattmann, Schlagzeug – Martin von der Heydt, Klavier – Christoph Maria Wagner, musikalische Leitung
Das Konzert wird gefördert durch die Kunststiftung NRW, die Ernst von Siemens Musikstiftung, das NRW KULTURsekretariat, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und über ON Neue Musik Köln durch die Stadt Köln.





