(openPR) Beethoven und Schubert in zeitgenössischer Wiederkehr
30. September 2014
19.30 Uhr Konzert
domicil | Hansastr. 7-11 | Dortmund
Nie war es so einfach, wie im digitalen Zeitalter: das Einarbeiten fremder Inhalte in eigene Werke. Gerade in jüngster Zeit, in der der Einsatz elektronischer Medien immer mehr um sich greift, ist das Kombinieren von fremdem mit eigenem Material ein beliebtes Kompositionsverfahren geworden. Dieses Prinzip aber findet sich keineswegs nur im Zusammenhang mit elektronischer Musikproduktion. Schon immer – und gerade in der prä-technologischen Ära – spielten Zitate, Schein-Zitate, Reminiszenzen, stilistische Anleihen, Bearbeitungen oder Verfremdungen auch in der Instrumentalmusik eine wichtige Rolle.
Unser Konzertprogramm widmet sich aktuellen Kompositionen ebenso wie Werken der vergangenen Jahrhunderte, in denen sich Komponisten fremder musikalischer Inhalte bedienen und diese auf originelle Art und Weise in ihr künstlerisches Schaffen einbinden.
Ein klassisches Beispiel für die Verarbeitung fremden Materials ist Hans Zenders Horch, Horch die Lerch’ im Ätherblau. Zender zitiert hier das gleichnamige Ständchen von Franz Schubert aus dem Jahr 1826, wobei die Melodie des Schubertschen Originals die Basis für alle Tonhöhenbewegungen in Zenders Stück bildet. Auch Schubert selbst bezog sich mit seinem Lied auf einen bereits vorhandenen Text aus Shakespeares Cymbeline. Die Sonate Nr. 2 für Violine und Klavier von Charles Ives enthält zahlreiche Eigenzitate, hauptsächlich Übernahmen aus seinen früheren Kompositionen. Christoph Maria Wagners Remix III (Beethoven V) fußt auf der fünften Sinfonie von Beethoven, die durch starke Verhallungen und spektralharmonische Umdeutungen verwässert wird. Mauricio Kagel wiederum spielt in seinem Tango Alemán mit stereotypistierten musikalischen Stilvorstellungen, sodass das Stück sich sowohl aus argentinischen Tango-Elementen als auch aus Gesten der westlichen Avantgardemusik speist. Auch Peter-Jan Wagemans nimmt auf Traditionen Bezug: Seine Komposition Ewig orientiert sich an Gustav Mahler und impressionistischen Vorbildern.
Programm:
Charles Ives (1874-1954)
Sonata No. 2 (1901-1919)
für Violine und Klavier
1. Autumn - 2. In the Barn - 3. The Revival
Franz Schubert (1797-1828)
Horch, Horch die Lerch’ im Ätherblau (1826)
für Stimme und Klavier D. 889
Hans Zender (*1936)
Horch, Horrch die Lerch’ im Ätherblau (2001)
für Flöte und Klavier
Christoph Maria Wagner (*1966)
Remix III (Beethoven V) (2012)
für Klavier solo
Peter-Jan Wagemans (*1952)
Ewig (1993)
für Klavier und Schlagzeug
Mauricio Kagel (1931-2008)
Tango Alemán (1977-78)
für Stimme, Violine, Akkordeon, Klavier
Christoph Scheeben, Bariton
E-MEX
Evelin Degen, Flöte
Kalina Kolarova, Violine
Christina Taczyk, Akkordeon
Martin von der Heydt, Klavier Christoph Maria Wagner, Klavier
Michael Pattmann, Schlagzeug
Eintritt: 10 € / ermäßigt 5 € / Schüler und Studierende frei
Das Konzert wird gefördert durch, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und das Kulturbüro der Stadt Dortmund.






