openPR Recherche & Suche
Presseinformation

RECHTLEGAL - Newsticker 11 + 12/2006 vom 23.03.2006

23.03.200610:30 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 11 + 12/2006 vom 23.03.2006
Anwaltskanzlei Kronenberghs
Anwaltskanzlei Kronenberghs

(openPR) Arbeitsrecht - scharfe Kritik am Chef und Kündigung

Ein Unternehmen stellte einen Abteilungsleiter ein, um ihn später nach Ablauf der Probezeit zum Geschäftsführer zu befördern. Nachdem aber seine Mitarbeiter erhebliche Vorwürfe gegen ihn äußerten, wie häufiges Zuspätkommen, Erteilen unsinniger Anweisungen und schlechten Informationsfluss, wurde der Abteilungsleiter innerhalb der Probezeit entlassen.



Er wehrte sich zwar nicht gegen die ausgesprochene Kündigung, nahm aber die ihn kritisierenden und ihm unterstellten Mitarbeiter im Wege des Schadenersatzes in Anspruch, jedoch zu Unrecht, wie das Landesarbeitsgericht (LAG) Frankfurt zum Az. 10 Sa 1580/04 entschied. Danach darf scharfe Kritik nicht unmittelbar zum Schadenersatz führen. Wenn bloß der Arbeitsstil kritisiert wird, ist dies etwas erheblich anderes als ein schwerer Angriff auf die Menschenwürde, so das LAG wörtlich.



Arbeitsrecht - Anfechtung Aufhebungsvertrag

Einem Arbeitnehmer ist es nicht gestattet, so aktuell wieder einmal das LAG Rheinland-Pfalz zum Az. 4 Sa 381/05, einen einmal geschlossenen Aufhebungsvertrag später anzufechten.

Die Begründung des Arbeitnehmers, er sei seitens des Arbeitgebers völlig unzureichend über die Folgen des Aufhebungsvertrages, vor allem in sozialversicherungs-rechtlicher Sicht belehrt worden, trägt nicht. Der Arbeitnehmer ist nämlich verpflichtet, sich über diese Folgen selbst zu informieren.



Steuerrecht - Widereinsetzung bei Telefax

Das Niedersächsische Finanzgericht (FG) hat zum Az. 13 K 373/04 zur Widereinsetzung bei unverschuldetem Fristablauf Stellung bezogen. Ein Steuerpflichtiger hatte gegen seinen Steuerbescheid Einspruch am Tag des Fristablaufs einlegen wollen, jedoch hat wenige Minuten vor Fristablauf das Faxgerät den Dienst verweigert.

Der Steuerpflichtige hat darauf hin am kommenden Werktag seinen Einspruch unter Hinweis auf das Faxversagen und unter Nachweis durch ein Sendeprotokoll - eigentlich um einen Tag verfristet - abgegeben, gleichzeitig Widereinsetzung beantragt. Diesem war stattzugeben, so das Niedersächsische Finanzgericht.



Versicherungsrecht - hat der Monat 40 Tage?

Nach ständiger Rechtsprechung werden Unfallschäden auf Neuwagen-Basis abgerechnet, wenn das beschädigte Fahrzeug weniger als 1.000 km gelaufen und jünger als einen Monat ist.

Bis zum Landgericht (LG) Schweinfurt ging folgender Fall, den dieses zum Az. 21 O 959/04 entscheiden musste: Der durch unverschuldeten Unfall betroffene Autofahrer erklärte, wegen eines mehrwöchigen Urlaubs habe er seinen 40 Tage alten Wagen weniger als 30 Tage genutzt, daher müsse auch ihm ein Anspruch auf Abrechnung auf Neuwagen-Basis zustehen, jedoch zu Unrecht, wie die Schweinfurter Richter entschieden. Es kommt nämlich einzig darauf an, wie lange man den Wagen hätte nutzen können, unerheblich ist die tatsächliche Nutzung.

Das Team von RECHTLEGAL meint mit gewissem Augenzwinkern: "Herr Richter, ich fahre doch nur Sonntags...."



BGH - Urteil zu R-Gesprächen

Zum Az. III ZR 152/05 musste letztinstanzlich der Bundesgerichtshof (BGH) die Frage entscheiden, ob Telefonkunden für R-Gespräche ihrer Kinder haften.

Zum Hintergrund: Bei R-Gesprächen zahlt nicht der Anrufer, sondern der Angerufene, wenn er nach entsprechendem Hinweis das Telefonat annimmt. Nachdem eine Kundin angab, sie werde die knapp EUR 600.-, die in einem Monat zusammengekommen waren, nicht zahlen, da ihre minderjährige Tochter die Gespräche angenommen habe, und zwar unerlaubt, ging diese "Ausrede" durch die Instanzen.

Letztinstanzlich entschied der BGH, die Kundin müsse nicht zahlen, da die minderjährige Tochter die R-Gespräche nicht wirksam im Hinblick auf die Kosten entgegen nehmen konnte, und der Mutter technische Gegenmaßnahmen wie die Blockade von R-Gesprächen nicht zumutbar waren.

Das Team von RECHTLEGAL meint zu der Argumentation, die Tochter habe die Gespräche für EUR 600.- entgegen genommen: "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt."



Logistik - Rekordgewinn bei Kühne & Nagel

Der weltweite Logistikkonzern Kühne & Nagel hat sein Ergebnis für 2005 präsentiert, das beste in seiner Geschichte. Der Reingewinn stieg um über 30% auf EUR 210 Mio. Der Rohertrag stieg gleichfalls um 20% auf gut EUR 2 Milliarden.



Zu guter Letzt - Dauer der dienstlichen Weihnachtsfeier

Nachdem ein Mitarbeiter der Stadt Dreieich morgens um drei Uhr auf der Weihnachtsfeier des Kultur- und Sportamtes der Gemeinde volltrunken eine Treppe herunterstürzte und sich hierbei ein Schädel-Hirn-Trauma zuzog, verweigerte die zuständige Unfallkasse die geforderten Zahlungen. Sie begründete dies mit der Uhrzeit des Unfall und verwies darauf, dass fast alle Gäste die Feier bereits gegen ein Uhr nachts verlassen hatten, es sich also um einen Unfall anlässlich eines privaten Trinkgelages handelte.

Die Richter des Sozialgerichts Frankfurt sahen dies zum Az. S 10 U 2623/03 jedoch entgegengesetzt und gaben dem schwerverletzten Treppenstürzer recht.

Begründung des Gerichts: Um drei Uhr morgens sei auch der Vorgesetzte noch anwesend gewesen. Solange, bis dieser geht, hat die Feier dienstlichen Charakter, erst danach privaten.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 81011
 222

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „RECHTLEGAL - Newsticker 11 + 12/2006 vom 23.03.2006“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von RECHTLEGAL - Anwaltskanzlei Kronenberghs

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige AusschlussfristBild: RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
RECHTLEGAL - Newsticker 39 + 40/2007 vom 10.10.2007 - Arbeitsrecht - zweistufige Ausschlussfrist
Eine so genannte Ausschlussfrist in Arbeitsverträgen ist zulässig, so aktuell wieder einmal das BAG zum Az. 5 AZR 572/04. Bei zweistufigen Ausschlussfristen müssen die wechselseitigen Ansprüche nach Fälligkeit zunächst schriftlich geltend gemacht werden, sodann bei Ablehnung durch die Gegenseite klagweise durchgesetzt werden. Lässt eine Partei des Arbeitsvertrages bereits eine der beiden Fristen verstreichen, verfällt der Anspruch insgesamt. Wenn aber die vereinbarte Frist weniger als drei Monate beträgt, gilt wieder, so auch das BAG, die r…
Bild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des ArbeitgebersBild: RECHTLEGAL Newsticker  Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
RECHTLEGAL Newsticker Arbeitsrecht - Privatpost auf Kosten des Arbeitgebers
Ein Arbeitnehmer, der seine private Post mittels der Frankiermaschine des Arbeitgebers mit Porto versieht, riskiert ohne weiteres eine fristlose Kündigung, so das Landesarbeitsgericht (LAG) Hessen zum Az. 16 Sa 1865/06. Das LAG hat klargestellt, dass es in diesem Zusammenhang, gerade weil ein erheblicher Vertrauensbruch vorliegt, auf die Höhe des verursachten Schadens nicht ankommt, insbesondere auch ein äußerst geringer Schaden die fristlose Kündigung nach sich zieht. Prozessrecht - Postfach als Parteiadresse unzureichend Das Hessische Fi…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 17/2005 vom 04.05.2005
… der Antragsteller mit seiner Partnerin bereits seit 27 Jahren zusammen wohnte. Gleichwohl hat das SG Saarbrücken entgegengesetzt (noch nicht rechtskräftig) entschieden. Das Team von RECHTLEGAL hat hierfür keinerlei Verständnis und geht davon aus, dass diese Entscheidung in der nächsten Instanz korrigiert wird. Unabhängig von der Beweislast spricht bereits …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 24/2005 vom 24.06.2005
Arbeitsrecht - Ethikregeln bei Wal-Mart Das Arbeitsgericht Wuppertal (das Aktenzeichen liegt dem Team von RECHTLEGAL noch nicht vor) hat beschlossen, dass die Ethik-Richtlinie des Handelskonzerns Wal-Mart unwirksam ist. Weder darf Wal-Mart als Arbeitgeber Regelungen treffen zum Liebes- und Privatleben der dort beschäftigten Arbeitnehmer, noch eine Telefon-Hotline …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 28/2005 vom 22.07.2005
… Geschädigten wochenlanges Zuwarten nicht zuzumuten, "... aber so gehe es auch nicht". Offenlegung von Manager-Bezügen - Teil II Mit newsticker 26/2005 hat das Team von RECHTLEGAL berichtet, dass ab Anfang 2007 die Vorstände und Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen ihre Gehälter offen legen müssen, und vermutet, dass die meisten Hauptversammlungen …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 10/2007 vom 16.03.2007
… Verkäufer Unfallfreiheit zusichert, muss er hierfür einstehen, ansonsten erklären, ihm seien Vorschäden nicht bekannt. Verkehrsrecht - Nummernschild für Harley-Davidson Nach Kenntnis des Teams von RECHTLEGAL ist erstmals eine Harley-Davidson vor das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gelangt. Dieses hat zum Az. 7 A 10754/06 zur Größe der an Harleys …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 50/2006 vom 21.12.2006
… bereits mit 60 Jahren in Rente gehen müssen, gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, so der offizielle Titel des Gesetzes, verstößt. Sobald dem Team von RECHTLEGAL das Aktenzeichen des Verfahrens vor dem Arbeitsgerichts Frankfurt vorliegt, wird dieses nachgereicht. Das Verfahren wird übrigens im März 2007 fortgesetzt. Verkehrsrecht - Rotlicht- …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 03/2007 vom 24.01.2007
… angebrachte Schilder mit Hinweisen auf eingeschränkte Winterdienste vermeiden kann, brauchte sich das OLG Hamm nicht zu befassen. In Anbetracht der momentan unsteten Witterung weist das Team von RECHTLEGAL darauf hin, dass in Fällen wie dem entschiedenen in aller Regel auch eine Mitschuld des Geschädigten in Betracht kommt, meist wegen zu schneller und nicht …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
RECHTLEGAL - Newsticker 02/2006 vom 13.01.2006
… rechtens ist, weil sie in das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer unzulässig eingreift und gegen das Grundgesetz verstößt. Allerdings hätte, dies meint das Team von RECHTLEGAL, der Arbeitgeber dieses Ergebnis bereits mit seinem gesunden Menschenverstand vorhersehen können, ohne dass es gerichtlicher Hilfe bedurft hätte. Umsatzsteuer - Reform erst 2008 Es …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 34/2005 vom 09.09.2005
… gelten, so das LAG Hannover, wenn die Ausschlussfrist im sonstigen Text des Arbeitsvertrages versteckt ist. Steuerrecht - Rentenbeiträge als Werbungskosten Das Team von RECHTLEGAL hat bereits mit newsticker 26/2005 vom 08.07.2005 über die Frage berichtet, ob aufgrund diverser Gesetzesänderungen Rentenbeiträge vollständig als vorweg genommene Werbungskosten …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
RECHTLEGAL - Newsticker 36/2005 vom 26.09.2005
… Interessenvertreter der Krankenhausärzte seien diese radikal unterbezahlt. Im übrigen würde eine solche Gehaltserhöhung die Krankenhauskosten auch nur um 5% steigen lassen. Das Team von RECHTLEGAL meint wie in der Überschrift erwähnt: "Bescheidenheit ist eine Zier ..." Gaspreise - die unendliche Geschichte Die unendliche Gasgeschichte geht weiter. Das Team von …
Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007Bild: RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
RECHTLEGAL - Newsticker 07/2007 vom 22.02.2007
… Arbeitsverhältnis mit der Folge, dass der Arbeitnehmer das Änderungsangebot nicht mehr annehmen kann, wie das BAG zum Az. 2 AZR 44/06 entschieden hat. Das Team von RECHTLEGAL empfiehlt also von Änderungskündigungen betroffenen Arbeitnehmern, auf jeden Fall innerhalb dieser drei Wochen tätig zu werden, und dem Arbeitgeber mitzuteilen, dass die Änderung akzeptiert …
Sie lesen gerade: RECHTLEGAL - Newsticker 11 + 12/2006 vom 23.03.2006