(openPR) Materialien der Stiftung Weltethos für Kindergärten und Grundschulen.
Bereits im Kindergarten treffen heute verschiedene Kulturen, Sprachen und Religionen aufeinander. Umso wichtiger ist es, die Kinder bereits in diesem frühen Alter für einen respektvollen Umgang miteinander zu sensibilisieren. Die Stiftung Weltethos unterstützt Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrkräfte mit verschiedenen Materialien bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe. Ziel ist es, den Grundstock für ethisches Gespür und interkulturelles Verständnis schon bei den ganz Kleinen
Wesentliche Voraussetzung für das friedliche Zusammenleben in unserer Gemeinde, unserem Land, ja auf der Welt ist, dass schon Kleinkinder ein Verantwortungsbewusstsein für ein gutes Miteinander entwickeln und respektvollen Umgang lernen und einüben. In Kindertageseinrichtungen und Kindergärten treffen verschiedene Kulturen, Sprachen und Religionen aufeinander. Kleine Kinder müssen lernen sich in dieser multireligiösen und multikulturellen Welt friedlich zu bewegen und offen für „das Andere“ zu sein, ohne „das Eigene“ aufzugeben. Da Kinder früh differenzieren können, und dies ohne entsprechende pädagogische Begleitung leicht zu Vorurteilen führt, ist ethische und interreligiöse Bildung schon bei Kleinkindern unverzichtbar geworden. Der Weltethos-Ansatz spielt hier eine Schlüsselrolle, da er den einzelnen Religionen und Kulturen ihre Verschiedenheit belässt, aber ihre Gemeinsamkeiten im Ethos betont. Er ermöglicht so eine kultur- und religionsübergreifende Werteerziehung. Hinzu kommt, dass es sich beim Weltethos um einen ethischen Grundkonsens handelt, der sich gleichermaßen an religiöse wie nicht-religiöse Menschen richtet.
Die Stiftung Weltethos, die sich auch in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Recht und Kultur für ein Wertebewusstsein und interreligiösen Austausch engagiert, erarbeitet Konzepte und Initiativen, durch die Kinder bereits in der Vorschule mit dem Thema Weltethos in Berührung kommen. Ziel ist den Kindern sowohl Respekt vor Anderen zu vermitteln, als auch ihre individuellen Kompetenzen zu fördern. Im Vordergrund stehen vor allem die Fähigkeit zur gewaltfreien Problemlösung, Empathie und Achtsamkeit gegenüber den anderen sowie gegenseitige Rücksichtnahme.
Projekte und Materialien
In diesem Zusammenhang führte die Stiftung Weltethos im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Initiative Weltethos Österreich in einem Pilotkindergarten in Wien das Projekt „Weltethos im Kindergarten – Ethische Erziehung angesichts kultureller Pluralität“ durch. Vier akademisch gebildete Kindergartenpädagoginnen, mit Erfahrung in der praktischen Erziehungsarbeit, haben das Projektkonzept entwickelt und setzten es gemeinsam mit den Erzieherinnen und Erziehern des Pilotkindergartens um, wobei auch die Eltern der Kinder mit einbezogen wurden. Die Ergebnisse sind vielversprechend: die Kinder wurden in ihrem Miteinander achtsamer und wertschätzender und trugen das Erlernte sogar selbstständig in ihre Familien hinein. Unter dem Titel „Verschieden und doch gleich – Weltethos im Kindergarten“ ist eine umfangreiche Dokumentation des Projekts mit vielen Anregungen zur Umsetzung der Weltethos-Inhalte im Kindergarten erschienen. Die Broschüre kann als Programm für das ganze Kindergartenjahr dienen. Sie beinhaltet alle im Rahmen des Projekts durchgeführten Aktivitäten wie Spiele, Lieder, Bastelarbeiten, oder Theaterstücke und eine Literaturliste.
Außerdem werden derzeit in Wien auf dem Projekt basierende Fortbildungen für Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen durchgeführt. Auch in Deutschland bietet die Stiftung Weltethos auf Wunsch Fortbildungen in verschiedenem Umfang an. Interessierte sind eingeladen, sich hierfür an Dr. Günther Gebhardt zu wenden (Kontaktdaten siehe unten).
Des Weiteren bietet die Stiftung Weltethos die Materialien „Weltethos für 4- bis 8-jährige Kinder. Ethisches Lernen im Kindergarten und in der Grundschule“ an, die eine Vielzahl von Umsetzungsmöglichkeiten der vier ethischen Prinzipien des Weltethos „Gerechtigkeit“, „Gewaltlosigkeit“, „Partnerschaftlichkeit“ und „Wahrheit“ beinhaltet. Die Materialien werden in digitaler Form auf CD samt einem systematischen Ablagesystem angeboten. Kindern in Kindergarten und Grundschule kann so fundiert und altersgerecht die Weltethos-Idee nahegebracht werden. Erarbeitet wurde das Material von einem Autorenteam des „Kompetenzzentrums Weltethos“, einer Kooperation zwischen der Stiftung Weltethos Schweiz und der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz. Auch in Deutschland beteiligt sich die Stiftung Weltethos an der Ausbildung von Frühpädagoginnen und -pädagogen, etwa im Rahmen einer Kooperation mit dem Institut der Theologien der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg.
Sowohl die Materialien „Weltethos für 4- bis 8- jährige Kinder“, als auch die Projektmappe „Verschieden und doch gleich – Weltethos im Kindergarten“ können im stiftungseigenen Online-Shop bestellt werden: www.weltethos.de/data-ge/c-1000-shop/shop-angebot.php?wg=Materialien
Außerdem bietet die Stiftung Fortbildungen für Erzieherinnen und Erzieher zu den Themen Weltreligionen, Weltethos und Werteerziehung an. Interessierte sind eingeladen, sich an die Stiftung zu wenden.
Weltethos in der Schule
Neben ihren Aktivitäten in der Frühen Bildung engagiert sich die Stiftung Weltethos seit vielen Jahren auch im schulischen Bereich, wie etwa mit der Bildungsinitiative „Interkulturelle Wertevermittlung in Schulen“. Wichtiger Teil der Initiative ist die Ausstellung „Weltreligionen – Weltfrieden – Weltethos“, die seit dem Jahr 2000 weltweit erfolgreich gezeigt wird. Um Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken über ethische und moralische Werte anzuregen, wurde die interaktive, kostenlose Online-Lernplattform „A Global Ethic now!“ entwickelt, die in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch vorliegt und auch als Offline-Version als USB-Stick erhältlich ist. Zudem bietet die Stiftung für die schulische Arbeit mit der Weltethos-Thematik eine Fülle von Unterrichtsmaterialien und Lernmedien an. 2013 würdigte die Stiftung außerdem erstmals zwei Schulen mit der Auszeichnung „Weltethos-Schule“ für ihre gelungene Umsetzung der Weltethos-Idee im Schulalltag. Weitere Schulen werden 2014 folgen.
Die Weltethos-Idee
Die Weltethos-Idee geht zurück auf den in Tübingen wirkenden Schweizer Theologen Hans Küng und sein Buch „Projekt Weltethos“ (1990). Darin und in späteren Werken entwickelte er das „Weltethos“, ein gemeinsames Wertefundament aller Religionen und Kulturen, als Grundlage für einen gelingenden interreligiösen Dialog sowie als Basis für eine kulturübergreifende Werteerziehung. Erste internationale Anerkennung fand die Weltethos-Idee im Jahr 1993 im „Parlament der Weltreligionen“ in Chicago: Dort verständigten sich Vertreter der großen Weltreligionen mit der „Erklärung zum Weltethos“ erstmals in der Religionsgeschichte auf einen Konsens in Fragen des Ethos.



















