(openPR) Der Kindergarten ist erst seit kurzem in das Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit und das von PolitikerInnen gerückt.
Diverse Studien-Ergebnisse (PISA, Starting strong..) und gesellschaftliche Veränderungen das Rollenverständnis und die Zusammensetzung von Familien betreffend haben den Kindergarten diskussionswürdig gemacht.
Im letzten Jahr ist auf politischer Ebene mehr geschehen, als zig Jahre davor!
Anlässlich einer Podiumsdiskussion im Dschungel Wien mit rund 150 sehr engagierten TeilnehmerInnen hat Heidemarie Lex-Nalis, Steuergruppenmitglied der Plattform EduCare, nachfolgendes Impulsreferat gehalten, zu dem Minister Hahn #Wissenschaftsministerium#, Sektionschef Dobart #Unterrichtsministerium#, Direktorin Stein #Arbeitkammer# und Abteilungsleiter Riemer #industriellenvereinigung# unter der Moderation von Chefredakeur Kontanko von der Tageszeitung KURIER am Podium und mit den TeilnehmerInnen diskutierten.
Die ?Plattform EduCare
? ist eine österreichweite Arbeitsgemeinschaft aus VertreterInnen von Institutionen, Interessengemeinschaften und TrägerInnenorganisationen aus dem Bildungsbereich sowie von einzelnen ExpertInnen,
? ist parteiübergreifend, überkonfessionell, ohne Festlegung auf pädagogische Lehrmeinungen und Schulen und keinen Trägerorganisationen verpflichtet,
? tritt für die Reform der Elementaren Bildung als Bestandteil der dringend anstehenden gesamten Bildungsreform - ein,
? setzt dafür auf unterschiedlichen Ebenen Initiativen und forciert die Vernetzung aller daran Interessierten.
Unsere wesentlichsten Forderungen sind:
? Recht für alle Kinder auf einen ganztägigen und ganzjährigen Platz in der Bildungseinrichtung Kindergarten
? Recht für alle Kinder auf kostenlose Frühe Bildung
? Rahmenbedingungen, die den auf europäischer Ebene, beschlossenen, Qualitätsstandards entsprechen. Österreich hat diese Qualitätsstandards mit beschlossen.
? Anhebung der Ausbildung auf tertiäres Niveau gemeinsam mit allen pädagogischen Berufen.
Lassen Sie mich Einiges dazu näher ausführen.
Wir sprechen im Kindergarten von Elementarer Bildung und dies beinhaltet die Betreuung Erziehung und Bildung von Kindern.
Elementare Bildung geht davon aus,
? dass Kinder grundsätzlich lernende und wissbegierige Wesen sind,
? dass Lernen nicht rein kognitiv, sondern ganzheitlich also mit allen Sinnen geschieht,
? dass ElementarpädagogInnen dafür Sorge tragen, dass den Kindern jene Kompetenzen vermittelt werden, die die Grundvoraussetzung dafür schafft, dass Bildungsprozesse überhaupt stattfinden können,
? dass in Bildungsplänen Bildungsziele und Bildungsbereiche definiert sind und
? dass Eltern und Elementarädagoginnen gemeinsam dafür sorgen, dass die Kinder sichere Bindungen vorfinden, denn Kinder brauchen diese Sicherheit, um sich auf Entdeckungsreise machen zu können.
Um zu gewährleisten, dass in allen Kindergärten Österreichs ähnliche Bildungsangebote stattfinden, braucht es einen
? bundesweit gültigen Bildungsplan
in letzter Konsequenz - angelehnt an Beispiele in Deutschland - für den gesamten Bildungsweg vom Elementarbereich bis zur Oberstufe.
Der Kindergarten ist die erste Einrichtung in der Bildungsbiografie jedes Menschen und aus der Schnittstelle zur Schule sollte eine Nahtstelle werden.
Qualitätsvolle Elementare Bildung braucht jedoch angemessene Rahmenbedingungen.
Wir fordern
? ein Bundesrahmengesetz,
in dem die oben angesprochenen Qualitätsstandards festgelegt sind.
Wir begrüßen die ersten Schritte in Richtung Verpflichtendes kostenloses Jahr im Kindergarten.
Der Aufenthalt im Kindergarten ist jedoch noch keine Garantie dafür, dass Kinder zu ihrem Recht auf frühe Bildung kommen.
Derzeit neun unterschiedliche Gesetze der Bundesländer führen zu unterschiedlichsten Rahmenbedingungen für Kinder, Eltern und Personal und TrägerInnen-Organisationen hinsichtlich
? Gruppengröße,
? Verhältnis MitarbeiterInnen/Kinder
? Arbeitstzeiten und Bezahlung der Pädagoginnen
? Räumliche Anforderungen
? Öffnungszeiten
? Höhe der Elternbeiträge
? Qualifikation/Bezeichnung/organisatorische Einbindung der pädagogischen Aufsicht
? Qualifikation/Bezeichnung von Leiterinnen, Helferinnen, AssistentInnen
? Finanzierung
Wir fordern bereits jetzt alle VerantwortungsträgerInnen in Gemeinden und Ländern folgende Veränderungen dringend in Angriff zu nehmen:
? Reduzierung der Gruppengröße je nach Alter der Kinder von 14 bis 20
? Mindestens 2 Fachkräften pro Gruppe und
? Mehr Vorbereitungsstunden.
Und wir fordern die Ministerin Schmied und Minister Hahn auf, die Veränderung der Ausbildung zügig voran zu treiben.
Wir fordern
? die gemeinsame Ausbildung für alle pädagogischen Berufe und
? ein einheitliches Dienstrecht für alle Pädagogischen Berufe.
Die 5?jährige Ausbildung im Sekundarbereich ist für die berufliche Qualifikation absolut unzureichend!
Das liegt nicht an den Unterrichtsinhalten in den fachspezifischen Gegenständen, sondern am Alter der Auszubildenden und an der Gewichtung der Unterrichtsgegenstände. 30% berufsbildend, 70% allgemeinbildend.
Zudem ist unsere Ausbildung national und international in eine Sackgasse.
Für alle neu anstehenden Aufgaben - Sprachförderung, verpflichtendes letztes Kindergartenjahr - braucht es Weiterbildungsangebote und die stärkere Einbindung von Personen mit anderer Muttersprache.
Warum ist es notwendig, rasch zu handeln? - Wir leiden an Personalmangel!
Wir erleben zunehmend, dass immer mehr AbsolventInnen der BAKIPs nicht in den Beruf einsteigen. Zwischen max. 30% in Wien bis max. 60% in den anderen Bundesländern. der einzigen Studie Berufsverläufe betreffend zu Folge waren es im Jahr 2000 noch ca. 70%#
Wir sollten dringend die an den BAKIPs ausgebildeten Pädagoginnen in die Kindergärten zurückholen - dies wird jedoch nur gelingen, wenn sich einerseits die Rahmenbedingungen ändern und wenn andererseits Zusatzausbildungen/Studienabschlüsse im Kindergarten erwünscht sind und abgegolten werden.
All diese Forderung brauchen zur Umsetzung im ersten Schritt ein klares politisches Bekenntnis und den politischen Willen, den Kindergarten auf eine Stufe mit allen anderen Bildungseinrichtungen zu stellen.
Nicht zuletzt, wie im Regierungsprogramm dargestellt, im Sinne der Konjunkturbelebung und nachhaltiger Maßnahmen zum Erhalt des Wirtschaftsstandortes Österreich.
Und im zweiten Schritt die Zusammenarbeit aller damit befassten Regierungsstellen im Bund und in den Ländern gemeinsam mit den Sozialpartnern und den ExpertInnen.
In diesem Sinn wünsche ich uns und Ihnen eine angeregte Diskussion













