(openPR) „Der Tod ist ein allgegenwärtiges Thema“, sagt Sven Bodsch. Wer darüber mit ihm ins Gespräch kommt, merkt schnell, dass es dem 34-Jährigen ein Anliegen ist, Tod und Trauer aus der Tabu-Ecke der Gesellschaft zu holen. Im Josefsheim Bigge engagiert sich Sven Bodsch als Koordinator des Arbeitskreises Trauer- und Sterbebegleitung.
Diesen Arbeitskreis gibt es seit rund dreieinhalb Jahren. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Josefsheims haben sich darin zusammengefunden. Am Anfang stand eine umfangreiche Fortbildungsreihe, die insgesamt 48 Stunden umfasste. Die Mitglieder des Arbeitskreises verstehen sich sowohl als Ansprechpartner und Berater für Kollegen, die im Arbeitsalltag mit sterbenden Menschen zu tun haben, als auch als Begleiter von Menschen am Ende ihres Lebens und deren Angehörigen.
„Es sind zehn ganz unterschiedliche Typen von Menschen ganz unterschiedlichen Alters und mit ganz unterschiedlichen Auffassungen zum Thema Sterben“, sagt Björn Kölber, Seelsorger im Josefsheim und damals, im Herbst 2010, Initiator des Arbeitskreises.
Zum Beispiel Sven Bodsch, der als Heilerziehungspfleger im Haus Angelika arbeitet, einem Wohnhaus für Menschen mit Spina bifida und Hydrocephalus an der Schulstraße in Bigge. Auf den ersten Blick wirkt er nicht wie einer, der sich intensiv mit dem Thema Sterben auseinandersetzt: verheiratet, zwei Kinder, Heavy-Metal-Fan. Sven Bodsch steht mitten im Leben. „Aber gerade deshalb“, sagt er. „Denn der Tod gehört zum Leben. Wer sich dessen bewusst ist, lebt intensiver und nicht oberflächlich.“
Die Mitglieder des Arbeitskreises stellen einen gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit den Themen Tod und Trauer fest: Immer mehr Menschen suchen nach neuen Formen, Abschied zu nehmen und zu trauern. „Auch die Menschen im Josefsheim setzen sich damit auseinander und sprechen uns darauf an“, sagt Sven Bodsch. So werden zunehmend Anfragen nach Feuerbestattungen, Friedwäldern oder einem Trauergarten an den Arbeitskreis herangetragen.
Aktuell trägt der Arbeitskreis Ideen zusammen, einen solchen Trauergarten auf dem Gelände des Josefsheims zu realisieren. „Dies könnte neben der Trauer auch ein Ort der Begegnung und des Gesprächs für alle Menschen in Olsberg und Umgebung werden“, hofft Sven Bodsch. Auf diese Weise würde ein Trauergarten dazu beitragen, den Tod weiter aus der Tabu-Ecke zu befreien.












