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Was ist, wenn der Himmel voll ist?

23.12.200813:45 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Aktionen in ganz Deutschland führen Kinder an die Themen Tod, Friedhof und Trauerrituale heran.

Für die meisten Erwachsenen ist der Tod ein Tabuthema. Kinder dagegen sind allen Vorurteilen zum Trotz neugierig und wissbegierig über das Wie und Warum des Sterbens. Bundesweite Initiativen der friedhofsnahen Gewerke wollen dieses unbefangene Interesse unserer Jüngsten wachhalten und sie mit unserer Trauerkultur vertraut machen.



„Kinder haben durchaus ein Bewusstsein, dass das Leben endlich ist“, sagte die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann auf einer Pressekonferenz vor einer Woche zum Auftakt des Projektes „Gibt`s im Himmel auch Spaghetti?“. Die Bischöfin unterstützt eine Aktion der Treuhandstelle für Dauergrab-pflege Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, die die Kinder an die Themen Tod, Friedhof und Sterben behutsam und gleichzeitig offen heranführen möchte. Käßmann be-merkte, dass Sie es als große Chance sähe, wenn Erwachsene mit Kindern in das Gespräch über Leben und Tod kommen. Bevor aus Kindern Jugendliche werden und sie bis zum 12. Lebensjahr schätzungsweise 18.000 zumeist gewaltsame und reißerisch inszenierte Tote im Fernsehen und Internet gesehen hätten, wäre es sinnvoll, Kindern die natürliche Neugier auf den Tod zu belassen, ihnen gleichzeitig aber die Angst davor zu nehmen. Sie sollten den Friedhof als friedlichen Ort entdecken und die Rituale des Abschiednehmens schon früh kennenlernen. Käßmann: „Es ist wichtig, ein Ritual zu haben, um der Trauer eine Form zu geben und dem Leben Tiefe.“

Das niedersächsische Projekt ist aber nicht das einzige. In ganz Deutschland versuchen Initiativen aus dem Umfeld des Friedhofs und den einschlägigen Gewerken, den Kindern die Scheu vor einem Thema zu nehmen, das die Erwachse-nen zumeist selbst nur im wahrsten Sinne des Wortes totschweigen. Sie laden deshalb zu Workshops, Friedhofsführungen für Kindergärten und Grundschulen und anderen Aktionen ein.

„Kinder, Tod und Lebensfreude“
So zum Beispiel im Ruhrgebiet. Hier haben sich die Genossenschaften der Fried-hofsgärtner in Dortmund, Gelsenkirchen und Bochum zusammengeschlossen, um Kinder mit dem Ort Friedhof vertraut zu machen. Weitere Träger haben sich mittler-weile dem Netzwerk namens „Kinder, Tod und Lebensfreude“ angeschlossen, unter anderen das Kindermuseum Mondo mio!, lokale Kindergärten und Hospizdienste. Seinen Anfang nahm das Netzwerk, als vor einigen Jahren die Dortmunder Fried-hofsgärtner eG die Unterstützung von Manuela Wenz und Birgit Mattern suchte, um die berufseigenen Kompetenzen mit denen der beiden Kulturpädagoginnen zu kom-binieren. Hauptprogrammpunkt der Kooperation ist der Workshop „Großer Friedhof – Kleiner Friedhof“, bei dem ausgewählte Kindergärten zwei Wochen die Grundlagen über Leben und Tod anhand von Beispielen aus der Natur und das Ausprobieren von Ritualen erfahren. Das von den Kulturpädagoginnen ausgesuchte pädagogische Konzept bezieht dabei Anleihen aus der Kunstrichtung „Landart“, die kreativ Natur-materialien bei der schöpferischen und sinnlichen Auseinandersetzung mit einem Thema nutzt: in diesem Fall, wenn die Kinder eigenständig einen kleinen Insekten-Friedhof auf ihrem Kindergartengelände anlegen.

Martin Struck, der Geschäftsführer der Dortmunder Genossenschaft, ist mit dem bisherigen Verlauf des Projektes mehr als zufrieden: „Die Resonanz ist wirklich groß. Uns liegen immer mehr Anfragen von interessierten Schulen und Kindergärten vor. Und auch die Stadtverwaltung Dortmund plant mit uns gemeinsame Aktionen.“ Aktuell beteiligt sich Strucks Genossenschaft an der Wanderausstellung „Erzähl mir was vom Tod“, die vom 14.09.2008 bis 25.01.2009 im Westfalenpark im Kinder-museum „mondo mio!“ gezeigt wird. Neben Führungen über Dortmunder Friedhöfe und Landart-Workshops werden von Kindern im Außenbereich des Museums Mustergräber gestaltet. Martin Struck: „Die Auseinandersetzung der Kinder mit diesem Thema im Rahmen unserer Workshops ist beeindruckend. Und je nach Charakter setzen sich die Kinder ganz unterschiedlich mit unseren Themen ausei-nander. Die einen beobachten nur einen Regenwurm, die anderen fragen, warum Blumen auf dem Grab sind und wiederum andere fragen, was mit den Toten passiert, wenn der Himmel voll ist.“
Andreas Mäsing, Vorsitzender des „Vereins zur Förderung der deutschen Friedhofs-kultur (VFFK)“ sieht diese frühe Heranführung der Kinder an diese Thematik nicht nur als sehr förderlich für die psychische Reifung der Kinder an, sondern bewertet diese Aktionen auch vor einem historischen Kontext: „Bis vor etwa hundert Jahren wurden Kinder immer schon sehr früh mit dem Tod konfrontiert. Danach hat man bis heute die Kinder vor dem Thema Sterben schützen wollen. Tatsache aber ist, dass der Tod zum Leben gehört. Und wenn wir von den Kindern erwarten, dass sie das Leben lernen, so ist es unehrlich von uns, ihnen den Tod vorzuenthalten.“

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