(openPR) Tulku Khyungdor Rinpoche zelebriert uraltes buddhistisches Ritual – Sicht auf spirituelle Dimension des Todes hat Auswirkung auf erfüllte Lebensführung
München, den 6. November 2011. Am Vorabend zum Totensonntag findet am Samstag, den 19. November 2011, in der Trauerhalle des Ostfriedhofs München ein sogenanntes „Bardo Ritual“ statt. Zelebriert wird dieses Jahrhunderte alte Ritual von Tulku Khyungdor Rinpoche, einem Halter verschiedener alter buddhistischer Traditionen. Mit der Veranstaltung, zu welcher der Long Yang e.V. mit Unterstützung der Landeshauptstadt München einlädt, will der Weiße Lama die konstante lebendige Erfahrung von „Übergängen“ im Leben als Vorbereitung auf das Sterben und den Tod stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Angesichts der Angst vor der eigenen Vergänglichkeit und der Verdrängungsmechanismen, deren sich Menschen häufig bedienen, ist es seine Intention, den Teilnehmern mit dem Ritual den Tod als natürlichen Teil des Lebens begreifbar zu machen und ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln. Die Veranstaltung richtet sich damit an Jeden, nicht nur an diejenigen, die im Gesundheitswesen sowie im Hospiz- und Palliativmedizinumfeld täglich mit Sterbenden und deren Angehörigen zu tun haben. Eingerahmt wird das ca. zweistündige Ritual durch eine multimediale Bilderreise, eine kleine Ausstellung und Literatur zum Tibetischen Totenbuch.
Das Bardo Ritual basiert auf den Lehren des weltbekannten „Tibetischen Totenbuchs“, das als Schlüssel zum tieferen Verständnis von Leben und Tod gesehen wird und inzwischen weltweit millionenfach übersetzt wurde. Darin werden die vier „Bardos” – also Bewusstseins-Zwischenzustände zwischen Leben und Tod, beschrieben, die wichtiger Teil der buddhistischen Lehre sowohl für Lebende wie auch für Verstorbene sind.
Spirituelle Dimension des Sterbens
Beim Zelebrieren des Rituals geht es vor allem um die Erfahrung der spirituellen Dimension des Sterbens und damit, den Tod als sogenannten „Übergang“ zu betrachten und anzunehmen. Zudem soll das Ritual dazu beitragen, das Leben in seiner Vielfalt zu würdigen und sich durch eine positive Haltung und Lebensführung bereits zu Lebzeiten auf einen angstfreien Tod als Höhepunkt eines bewussten und erfüllten Lebens vorzubereiten. Tulku Khyungdor Rinpoche erläutert die vier Zwischenzustände auf Deutsch, chantet und rezitiert in tibetischer Sprache und auf Sanskrit.
„In der Angst vor dem Tod und dem Ungewissen liegt ein großes Potential zur Weiterentwicklung und zur Freiheit“, fasst Rinpoche zusammen. Ein affirmativer Umgang mit dem Tod diene daher nicht nur zur Vorbereitung darauf, sondern habe auch positive Auswirkungen auf das gegenwärtige Leben. „Mein Dank gilt insbesondere der Landeshauptstadt München und seiner Friedhofsverwaltung, die es ermöglicht haben, das Ritual an dem ehrwürdigen Ort des Ostfriedhofs zelebrieren zu können.“
Offen für verschiedene Trauerkulturen der Welt
In regelmäßigen Abständen öffnet die Städtische Friedhofsverwaltung die Trauerhalle des Krematoriums für kulturelle Veranstaltungen, die sich mit den Themen Tod, Trauerkultur und Trauerbewältigung auseinandersetzen. „Ich freue mich, dass wir mit der Trauerhalle des Krematoriums einen Ort in München haben, an dem wir die buddhistische Trauerkultur kennenlernen können und wo so ein Austausch der Kulturen stattfindet“, so Joachim Lorenz, städtischer Referent für Gesundheit und Umwelt.
Das 1929 eröffnete Krematorium am Rande des Ostfriedhofs stellt aufgrund der architektonischen und geschichtlichen Besonderheiten einen geeigneten Ort für die Bardo Veranstaltung dar. Der Münchner Friedhofs-Architekt Hans Grässel verzichtete damals vollständig auf konfessionelle Zeichen und symbolisierte durch den Einsatz von hellem und dunklem Marmor in geometrischen Mustern einen Übergang zwischen Leben und Tod.
Veranstaltungsinformation:
Wann: Samstag, 19.11.2011, 18.30 Uhr - Einlass und multimediale Bilderreise: ab 18.00 Uhr
Wo: Trauerhalle des Krematoriums am Ostfriedhof, St.-Martin-Straße 41, 81541 München
Eintritt: frei, Spenden willkommen.
Reservierung: www.long-yang.org oder telefonisch unter 0177-5261064
Bitte wärmende Kleidung mitbringen!













