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Die Sorge um die Versorgung

05.02.201418:11 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) 270.000 Deutsche erleiden jedes Jahr eine Schädel-Hirn-Verletzung, meist durch Stürze oder Verkehrsunfälle. Jüngstes prominentestes Beispiel: Michael Schumacher. Während sich der ehemalige Formel-1-Profi und seine Familie keine Sorgen um eine optimale medizinische Versorgung machen müssen, sieht die Realität für Menschen in Nordrhein-Westfalen vielfach anders aus.



Nümbrecht. Gerade Kopfverletzungen, meist durch Unfälle oder Stürze verursacht, können gravierende Folgen für die Betroffenen haben. Blutergüsse und Schwellungen, die im Gehirn durch diese äußere Gewalteinwirkung entstehen, sorgen über einen Druckanstieg für Quetschungen und Durchblutungsstörungen. Ist das Gewebe zu lange unterversorgt, stellt es seine Funktion ein – bestimmte Denk und Sprachfunktionen, die Koordination von Bewegung und Gleichgewicht können erheblich beeinträchtigt sein. Um bleibende Schäden so gering wie möglich zu halten, ist eine optimale medizinische Versorgung vom Unfallort über die Intensivstation bis hin zur Rehabilitation entscheidend. Während im Krankenhaus Notfall- wie Intensivmediziner, Neurologen und Neurochirurgen Hand in Hand arbeiten, um den Patienten zu stabilisieren, ist der frühzeitige Beginn der neurologischen Frührehabilitation entscheidend, um beeinträchtigte Fähigkeiten wiederherzustellen und bleibende Schäden zu vermeiden.

Wieder schlucken und atmen
Es sind dabei ganz basale Funktionen, die zunächst trainiert werden müssen. Lag der Patient bei-spielsweise länger im Koma, kann es sein, dass sich seine Muskulatur soweit zurückgebildet hat, dass er nicht mehr selbstständig schlucken und atmen kann. Physiotherapeuten und Logopäden arbeiten frühstmöglich nach dem Trauma mit ihm daran, die Muskulatur wieder aufzubauen. Spricht der Patient gut auf die Therapie an, kommen in einer späteren Phase Behandlungen wie die Spiegeltherapie zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe können bestimmte Areale im Gehirn darauf trainiert werden, Aufgaben von beeinträchtigten Hirnregionen mit zu übernehmen. Bewegungs- und Empfindungsstörungen können so weiter kompensiert werden. Das alles braucht Zeit, manchmal bis zu zwei Jahren.

Behandlung in NRW nicht gesichert
Es ist gerade diese Phase der Behandlung, die in Nordrhein-Westfalen nicht für alle Patienten ge-sichert ist, sagen führende Experten auf dem Gebiet der Schädel-Hirntrauma-Patienten. Während die intensivmedizinische Erstversorgung von sog. Polytraumata mit Hirnverletzungen als vorbildlich in Nordrhein-Westfalen bezeichnet werden kann, gibt es danach erhebliche Probleme, in NRW ein Bett zur Frührehabilitation zu bekommen. Rund 700 Betten fehlen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland laut einer Studie, die die Landesarbeitsgemeinschaft Neurorehabilitation Nordrhein-Westfalen (LAG) 2012 in Auftrag gegeben hatte. „Die notwendige medizinische Versorgung von neurologisch schwerstbetroffenen Patienten zum Beispiel nach einem Schädel-Hirn-Trauma ist in NRW nicht sichergestellt“, beschreibt Dr. Markus Ebke, Chefarzt der neurologischen Abteilung der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik und Gründungsmitglied der LAG die Lage. „In NRW kommt auf 55.000 Einwohner gerade mal ein neurologisches Frührehabett. In Thüringen ist es ein Bett pro 12.000 Einwohner. Damit bilden wir das absolute Schlusslicht im Ländervergleich. Hier muss in nächster Zeit dringend etwas passieren.“

Hinweis auf Zwei-Klassen-Medizin
Besonders schwierig sei die Versorgungssituation für Patienten, die sich ein Schädel-Hirn-Trauma während der Freizeit zuzögen, etwa beim Ski- oder Fahrradfahren. Diese müssten in der Regel verstärkt um ihre optimale Versorgung kämpfen, wohingegen die Berufsgenossenschaften, welche Kostenträger bei Berufsunfällen sind, die Behandlung für ihre Patienten optimal organisierten. Es ist nicht nur dieser Hinweis auf eine Zwei-Klassen-Medizin, der Dr. Markus Ebke dringenden Handlungsbedarf erkennen lässt: „Uns liegen Studien vor, die belegen, dass in Nordrhein-Westfalen 47% der schwerstbetroffenen neurologischen Patienten ohne weiterführende Reha direkt in eine Pflegeversorgung, zumeist ein Pflegeheim gehen. Das ist, wie mir auch ein Vertreter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung bestätigte, eine ungewöhnlich hohe Zahl im Ländervergleich. In der neurologischen Frührehalandschaft in NRW muss sich also dringend etwas tun.“

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