(openPR) Eine Pflegereform ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht, wenn sie die Bedarfe Pflegender Angehöriger nicht thematisiert und berücksichtigt. Pflegende Angehörige gehen auch bei dieser Reform leer aus. Sie spielen offensichtlich keine Rolle.
Pflegebedürftige brauchen in erster Linie eine an ihren individuellen Bedarfen orientierte ganzheitliche Versorgung. Pflegende Angehörige müssen Rahmenbedingungen erhalten, die ihnen solch eine ganzheitliche Versorgung ihrer Pflegebedürftigen neben der Sorge für das eigenen Leben möglich machen. Dieses Ziel steht ganz offensichtlich nicht im Fokus der Politik bzw. des Bundesgesundheitsministers!
Geld an die professionelle Pflege zu geben ist sinnvoll. Offensichtlich soll damit vor allem die stationäre Pflege gestärkt, also Pflegebedürftige vermehrt stationär versorgt werden. Man stärkt die Rahmenbedingungen für stationäre Pflege, die nur einen Bruchteil der Pflegebedürftigen versorgt und versorgen kann? Denkt man denn ernsthaft, dass man so das Problem mit den Pflegenden Angehörigen aussitzen kann?
Altenpflege ist das eine, Pflege und Versorgung von Kindern und Jugendlichen, von jungen Erwachsenen und Menschen mittleren Alters das andere. Wo steht geschrieben, dass "Pflege" nur "Altenpflege" ist? Wann beginnen die in der Politik Verantwortlichen endlich damit, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern eine ganzheitliche, an den Interessen der Pflegebedürftigen und der sie Pflegenden ausgerichtete Reform anzugehen? Negieren und Tabuisieren der Pflegeleistung von Angehörigen wird auf Dauer nicht gehen.
WIR! fordern eine Pflegereform, die an den Bedarfen der Pflegebedürftigen und der sie informell und professionell Pflegenden ausgerichtet ist!
WIR! fordern eine kommunale Pflegeplanung, die unbürokratisch eine individuelle Versorgung ermöglicht.
WIR! fordern einen Rechtsanspruch auf einen Kurzzeitpflegeplatz sowie das Vorhalten von genügend Tages- und Nachtpflegeplätzen.
WIR! fordern einen finanziellen Leistungsausgleich für die Pflege- und Sorgearbeit von Angehörigen und eine daraus resultierende angemessene Altersversorgung.
WIR! fordern endlich eine rechtssichere Definition des Begriffs "Pflegende Angehörige" und eine an der Realität ausgerichtete Tätigkeitsbeschreibung ihrer Pflege- und Sorgearbeit.
WIR! fordern von der Politik, dass sie auf uns, die pflegenden Bürgerinnen und Bürger, die Auftraggeber und Finanziers der Pflege hört und mit an die Entscheidungstische nimmt. Unsere Erfahrungen und Forderungen müssen ernst genommen werden, wir müssen Mitspracherechte bekommen.
Ohne die Sorge und Pflegeleistung von uns, den Bürgern, bricht die Pflege in Deutschland zusammen. Das weiss ziemlich sicher auch ein Bundesgesundheitsminister und die ihn begleitenden und beratenden Personen. Wann handeln sie endlich?











