(openPR)
Pressemitteilung der WIR! Stiftung Pflegender Angehöriger zum 8. September,
dem "Tag der Pflegenden Angehörigen".
Über 80% der Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf jeden Alters werden in Deutschland von "pflegenden Angehörigen" rund um die Uhr betreut, begleitet und gepflegt.
Der finanzielle Gegenwert dieser Pflege beträgt etwa 37 Milliarden Euro pro Jahr.
Pflegende Angehörige haben in Deutschland keinen rechtssicher definierten Status.
Ein Anspruch auf einen finanziellen Leistungsausgleich für ihre Pflege- und Sorgetätigkeit besteht nicht. Eine strukturell systemische Pflegereform ist überfällig.
Unser Pflegesystem basiert auf der im BGB §1618a festgeschriebenen familien- und generationensolidarischen Pflege- und Sorgetätigkeit von Bürger:innen.
Professionelle Pflege unterstützt und ergänzt die Angehörigenpflege, kann sie aber nicht ersetzen.
Angehörigenpflege wird nach wie vor vor allem von Frauen geleistet. Frauen sind vielfach gut ausgebildet und berufstätig. Sie arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, dann tauchen Fragen auf wie:
Wer kann und will sich kümmern, wer die Berufstätigkeit reduzieren oder aufgeben?
Pflegende Angehörige jeden Alters fordern
- einen Rechtsanspruch auf Beratung, die zeit- und wohnortnah, unbürokratisch, individuell und bei Bedarf zugehend in Anspruch genommen werden kann.
- alltagsunterstützende Angebote, die wohnortnah, flexibel und bedarfsorientiert in Anspruch abgerufen werden können.
- einen Rechtsanspruch auf einen Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflegeplatz.
- einen finanziellen Leistungsausgleich für ihre Sorgetätigkeit. Altersarmut durch Pflege kann und darf keine Option sein.
- eine rechtssichere Begriffsdefinition von "Pflegende Angehörige" und eine Tätigkeits- bzw. Arbeitsplatzbeschreibung.
- die Einbeziehung in Entscheidungsfindungen beim Thema "Pflege". Professionelle Pflege und Angehörigen-Pflege stellen gemeinsam "die Pflege" in Deutschland sicher.
- Unterstützung dabei, eine Lobby für ihre Interessen zu bilden. Pflegende Angehörige müssen die Möglichkeit haben, selbst (!) zu sagen, was sie brauchen.
Die Angehörigenpflege ist ein "schlafender Riese". Wann wird sie endlich in ihrer Bedeutung wahrgenommen und wertschätzend behandelt?
Bricht die Angehörigenpflege zusammenbricht, dann bricht "die Pflege" in Deutschland zusammen.
Wie lange noch wird dieser Sachverhalt tabuisiert?
Weitere Informationen: "WIR! Manifest für eine menschliche Pflege" , Lippe Verlag,
ISBN 978-3-89918-283-5













