(openPR) Hamburg: Die im Dezember veröffentlichte neue PISA-Studie 2012 zeigt, dass sich die geschlechterspezifischen Lesekompetenzunterschiede zuungunsten der Jungen erneut vergrößert haben. Waren sie bei der ersten PISA-Studie 2000 noch 35 Punkte hinter den Mädchen, sind es jetzt 44 Punkte und damit so hoch wie nie zuvor. 40 Punkte entsprechen etwa dem Rückstand eines Schuljahres. Das bedeutet, seit der ersten PISA-Studie haben die geschlechterspezifischen Unterschiede nochmals um etwa ein Viertel Jahr zugenommen und betragen jetzt deutlich über ein Schuljahr. Der Unterschied der geschlechterspezifischen Lesekompetenz zuungunsten der Jungen im Vergleich zum Durchschnitt über alle teilnehmenden Länder ist in diesem Jahr mit 7 Punkten ebenfalls so hoch, wie nie vorher.
Die PISA-Studie 2000 forderte Jungenleseförderung als wichtige bildungspolitische Herausforderung. Bislang wird spezielle Jungenleseförderung von allen Bildungsministerien in Bund und Ländern kategorisch abgelehnt, was der gemeinnützige Verein MANNdat seit Jahren kritisiert. Noch vor wenigen Wochen hat uns die Leiterin des Referates „Gleichstellung für Jungen und Männer“ der Bundesregierung, Angela Icken, mitteilen lassen, dass es keine relevanten Lesekompetenzunterschiede zwischen Jungen und Mädchen gäbe.
Der weltweit größte Schulleistungstest PISA wird seit 2000 alle drei Jahre von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris durchgeführt.













