(openPR) Stuttgart, 24. Juni 2013 – Mit der Gründung einer Altenpflegeschule will die Stiftung Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg dem Fachkräftemangel in der Altenpflege begegnen. Bislang kann man in Stuttgart den Beruf des Altenpflegers in vier Bildungsinstituten erlernen, durch die „Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe“ des Wohlfahrtswerks wird dieses Angebot im ersten Jahr um 25 Ausbildungsplätze erweitert, später sollen es deutlich mehr sein. Die Ausbildung wird am 1. Oktober im Stuttgarter Westen beginnen. Interessenten können sich ab sofort bewerben.
„Die Frage, wie qualifiziertes Personal gewonnen und entwickelt werden kann, stellt sich uns praktisch täglich“, begründet Vorstandsvorsitzende Ingrid Hastedt die Gründung einer eigenen Schule. „Wir können dort nicht nur junge Menschen ausbilden, sondern auch ausländische Bewerber für die Tätigkeit in deutschen Pflegeheimen qualifizieren.“ Eine weitere wichtige Chance, dem Fachkräftemangel zu begegnen, sieht Hastedt in der Weiterqualifizierung von Mitarbeitern, die bereits als Pflegehelfer in Pflegeheimen oder bei Pflegediensten arbeiten. Seit Beginn dieses Jahres können diese nämlich nach einer Änderung des Altenpflegegesetzes durch den Bund eine auf zwei (statt drei) Jahre verkürzte berufsbegleitende Ausbildung zum Altenpfleger absolvieren.
Für die grundständige dreijährige Ausbildung müssen die Bewerber entweder einen Realschulabschluss oder einen Hauptschulabschluss - mit zweijähriger Berufsbildung oder alternativ mit einjähriger Ausbildung zum Krankenpflege- oder Altenpflegehelfer - mitbringen. Die theoretische Ausbildung wird in der Altenpflegeschule stattfinden, die Praxis erfolgt in Pflegeheimen oder -diensten des Wohlfahrtswerks und bei anderen Altenhilfeträgern. Für die Ausbildung wurde ein modularer Lehrplan entwickelt, was den neuesten Richtlinien entspricht. Das Wohlfahrtswerk ist damit Vorreiter bei den Stuttgarter Altenpflegeschulen. Eine modulare Ausbildung erleichtert im späteren Berufsleben die Anerkennung der Kenntnisse, wenn Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium oder Weiterbildungen geprüft werden. Auch für internationale Berufswege ist sie hilfreich, weil die Module auch im Ausland die Anerkennung des deutschen Abschlusses erleichtern. Die derzeit noch getrennten Ausbildungen der Kranken-, Kinder- und Altenpflege will die Bundespolitik in den nächsten Jahren zu einer generalistischen Pflegeausbildung verschmelzen. „Auch bei dieser Entwicklung möchten wir von Anfang an mit dabei sein, um mitgestalten zu können“, erklärt Hastedt.
Die Altenpflege bietet krisensichere Arbeitsplätze und eine Reihe von Entwicklungsmöglichkeiten, auch in Richtung eines Studiums. Und auch die Verdienstmöglichkeiten sind besser als ihr Ruf: So verdient ein Altenpflege-Azubi beim Wohlfahrtswerk im ersten Ausbildungsjahr 860 Euro, im zweiten 929 Euro und im dritten 1.055 Euro - Wochenendzuschläge und Sonderzahlungen kommen noch dazu. Damit liegen die Vergütungen deutlich über dem, was das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in einer Studie für andere Branchen ermittelt hat (Anm: verglichen wird hier jeweils 3. Ausbildungsjahr): Azubis im Einzelhandel verdienen demnach 857 Euro, im Hotel- und Gaststättengewerbe 633 Euro und im KFZ-Handwerk 831 Euro. Selbst die Auszubildenden im Bankgewerbe und in der Metall- und Elektroindustrie bekommen mit 1.000 Euro bzw. 1.004 Euro im dritten Ausbildungsjahr weniger als die Altenpflege-Azubis.
Weitere Informationen für Interessenten gibt es unter 0711/61926-142 oder auf der Homepage der Stiftung unter www.wohlfahrtswerk.de.









