(openPR) In den letzten Monaten haben internationale Studienergebnisse zu einem Umdenken in der Osteoporose-Therapie geführt, wie Endokrinologe Prof. Dr. Herrmann erläutert.
Einerseits konnte nachgewiesen werden, dass bei besser gewordener Calcium-Aufnahme durch die tägliche Nahrung eine zusätzlich hohe Tabletteneinnahme von Calcium (ca. 1000 mg) zu einem erhöhten Risiko von Herzinfarkten durch Verkalkung führte. Somit reicht es in den meisten Fällen aus, dass Osteoporose-Patienten 800-1000 I.E. Vitamin D pro Tag zu sich nehmen. Die zusätzliche Calcium-Einnahme ist somit keinesfalls mehr zwingend erforderlich, sondern nur bei Patienten die calciumhaltige Nahrungsmittel wenig zu sich nehmen (z. B. Joghurt, Milch).
Knochendichtemessung (DXA)
Bei nachweislicher Osteoporose durch die Knochendichtemessung (empfohlene Methode: DXA) sollte neben Vitamin D eine spezifischen medikamentöse Therapie durchgeführt werden. Aufgrund von Vergleichsdaten und insbesondere wegen eines geringeren Nebenwirkungsprofils ist der Wirkstoff Denosumab (Prolia®) dem sogenannten Bisphosphonaten (Alendronat, Ibandronat, Risedronat) überlegen. Der Wirkstoff Denosumab wird alle 6 Monate wie eine Insulin- oder Heparin-Spritze unter die Haut injiziert. Denosumab hat zudem den Vorteil, den Rahmen (Corticalis) der Wirbel- und Röhrenknochen (z. B. Oberschenkelknochen) zu verstärken.
Osteoporose Studien: Ausblick
Derzeit laufen auch Untersuchungen mit anderen Substanzen, die einen ähnlichen Wirkansatz wie Denosumab haben, so Schilddrüsenspezialist Prof. Herrmann aus Bochum. Der Knochen ist keinesfalls ein statisches Gewebe. Ständig erfolgt ein An- und Abbau von Knochensubstanz. Dies erfolgt durch sogenannte Osteoblasten (Knochenanbau) und Osteoclasten (Knochenabbau). Die bestehen auch in Zusammenhang der Knochensubstanz (Knochenmatrix). Bei der Osteoporose ist die Kommunikation dieser Zellen untereinander gestört. Signalstoffe, die ungünstigerweise vermehrt produziert werden und zu einem Knochenabbau führen können jetzt durch selektive Antikörper gehemmt werden. Zu diesen Antikörpern gehören Cathepsin-Antikörper als auch Sclerostin-Antikörper. Diese erhöhten in Studien deutlich die Knochensubstanz. In näherer Zukunft bleibt abzuwarten, ob in größeren Studien auch die Fraktur-Rate auch bei Osteoporose-Patienten gesenkt werden kann.









