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Offener Brief an Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer

28.05.201312:46 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Offener Brief an Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer
Seit Jahrhunderten ist die Lahn Schifffahrtsstraße und Lebensader
Seit Jahrhunderten ist die Lahn Schifffahrtsstraße und Lebensader

(openPR) „Offener Brief“


Sehr geehrter Herr Minister Dr. Ramsauer,

vom 9. bis 12. Mai 2013 veranstaltete PROLAHN e.V. in Bad Ems das diesjährige Skippertreffen. Es stand unter dem Motto:

„Mein Herz schlägt für die Lahn!“



Bundes- und Landtagsabgeordnete, Verbände, Bürgermeister, Landräte, Skipper, Bürger, Mitarbeiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und Journalisten informierten sich über die Situation an der Lahn. Keiner ist mehr bereit, die in den letzten Jahren vernachlässigten Erhaltungsmaßnahmen an der Lahn hinzunehmen.

Schleusen und Wehre müssen funktionieren, um die Verkehrssicherheit der Lahn und den Hochwasserschutz für Städte und Gemeinden entlang der Lahn zu gewährleisten. Die Schleusen und Wehre stammen teils aus dem Jahre 1853, sind mittlerweile Kulturgut und schon deshalb erhaltungswürdig.

Sehen Sie selbst unter „ELVIS“, dem Informationsservice der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, dass es derzeit in der Lahn 75 Fehltiefen gibt, die eine Gefahr für die Berufs- und Freizeitschifffahrt darstellen.

(www.elwis.de/mvc/main_notemplate.php?modul=nfb&action=showPDF&nfbid=0590/2013)

Die Lahn ist ein über Jahrhunderte gewachsenes, touristisches Freizeit- und Erholungsgebiet. Die hier ansässigen Unternehmen sichern mit ihren Investitionen und den angebotenen Dienstleistungen eine Vielzahl von Arbeitsplätzen.

Bedauerlicherweise hat sich die Substanz der Bundeswasserstraße Lahn in den letzten Jahren durch unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen immer mehr verschlechtert, was eine Gefährdung der gewachsenen Strukturen in unserer Region mit sich bringt.

Das Baggerschiff „Greiff“ ist wieder einmal reperaturbedürftig. „Greiff“ hat überJahrzehnte sehr gute Dienste getan. Ein neues Kran-/Baggerschiff in gleicher Bauweise muss an die Lahn. Ein entsprechender Antrag von der WSV Koblenz/Diez auf Neubau wurde von Ihrem Ministerium in Bonn unkommentiert an den Absender zurückgeschickt!

Ein solches Verhalten Ihrer Behörde ist gegenüber den Bürgern unverantwortlich. Bestimmt ist man sich in Ihrem Ministerium nicht der Folgen bewusst. Nur mit einem Kran-/Baggerschiff dieser Bauart kann die Verkehrs- und Betriebssicherheit der Wehre und Schleusen aufrechterhalten werden. Mit dem „Greiff“ konnte man dicht an die Wehre und Schleusen heranfahren, um beschädigte Bauelemente schnell zu reparieren oder auszutauschen.

Sachkundige Wasserbau-Ingenieure warnen: Bricht ein Wehr durch die mangelnde Wartung, kommt es an der Lahn zu einem verheerenden Hochwasser. Bei den schnellen Hochwassern, wie sie in den letzten Jahren öfters passierten, ist eine Katastrophe nicht mehr auszuschließen. Die Städte und Gemeinden an der Lahn würden dabei blitzartig, in einer Art Kettenreaktion, überflutet. Es käme zu Lebensgefahr für Mensch und Tier, Hab und Gut! Die Folgekosten einer solch möglichen Katastrophe werden höher sein als die Anschaffung eines geeigneten Kran- und Baggerschiffes.

Welchen Sinn macht es bitte, dass 2012 in Diez an der Lahn ein Bauhafen für 2,6 Millionen Euro mit Steuergeldern gebaut wurde, an den Schleusen edle Pflasterungen vorgenommen werden und Sie möglicherweise im Gegenzug planen, die Lahn schon bald ganz zu schließen? Wollen Sie langsam die Lahn versanden und austrocknen lassen, um die leidige Region auszuhungern?

Die Menschen wollen von Ihnen - noch vor den Bundestagswahlen - wissen, was Sie mit der Lahn im Schilde führen!
Deshalb fordern wir Sie, sehr geehrter Herr Dr. Ramsauer, auf, endlich Klarheit zu schaffen. Sagen Sie uns, was Sie vorhaben!

Wir erwarten als Bürger dieses Staates von Ihnen eine ehrliche Antwort!

Leider sind weder Sie, noch Staatssekretär Enak Ferlemann, noch ihr Vizepräsident Dirk Schwardmann, unseren mehrfach übermittelten Einladungen nach Bad Ems gefolgt.
Sie alle haben uns nicht einmal geantwortet.

In unseren Augen haben Sie eine hervorragende Gelegenheit verpasst, die Menschen an der Lahn über Ihre Absichten zu informieren. So aber bleiben Ungewissheit und vielerlei
Existenzängste.

Zeigen Sie, dass Ihnen die Menschen an der Lahn und in Deutschland noch etwas wert sind.

Mit den besten Grüßen von der Lahn
PROLAHN e. V.
gez.

M. Kutscher
(1.Vorsitzender)

H. Scheyer
(2. Vorsitzender)

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