(openPR) München/Grünwald 11. April 2013: Ab August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen KITA-Platz für ihren Nachwuchs unter drei Jahren. Doch bundesweit fehlen 150.000 KITA-Plätze, alleine in München werden 400 pädagogische Fachkräfte verzweifelt gesucht. Während Familienministerin Schröder nach wie vor kein Problem sieht, schlagen Experten, wie Tobias Dreilich, selbst ausgebildeter Erzieher und Geschäftsführer der Betreuungsvermittlungsagentur Kids Concept, Alarm.
Ab 350 Euro für städtische, bis 1.000 Euro für private: So viel kostet beispielsweise in München einer der rar gesäten Kita-Plätze. Der Run ist groß: Viele Mütter wollen wieder arbeiten, die Lebenshaltungskosten in der bayerischen Landeshauptstadt sind hoch, auf zwei gehaltlichen Füßen steht es sich besser, als auf einem. Doch die Warte-Listen und -Zeiten sind lang: Bis zu zwei Jahre müssen sich Eltern auf einen der begehrten Krippenplatz gedulden. Ab August haben Kinder unter drei einen gesetzlichen Anspruch auf einen KITA-Platz. Doch eine Entspannung der Situation erwartet Tobias Dreilich, Geschäftsführer der Betreuungsvermittlungsagentur Kids Concept, bis dahin nicht.
„Die Wurzel des Problems ist, dass Kinderbetreuung – ob beruflich oder privat ausgeübt – nicht ausreichend geschätzt wird“, erklärt der ausgebildete Erzieher. Im Schnitt verdient ein Erzieher in Bayern rund 1600 Euro brutto in Vollzeit – einem Single bleiben im Schnitt 1.135 € netto. Die Ausbildung ist lange, der Stress bei der Arbeit hoch. „Kinder sind angeblich unser größtes Potential, aber die, die sich um unsere Kinder und damit unsere Zukunft kümmern, werden nicht anerkannt“, sagt Tobias Dreilich. „Speziell in München kann von diesem Gehalt niemand eine Familie ernähren. Gerade für Männer, die nach wie vor oft noch die Hauptverdiener sind, ist dieser Job nicht lukrativ. Dabei werden gerade Männer händeringend gesucht.“
Die Grünwalder Agentur vermittelt Betreuungspersonal für Familie, Firmen sowie Kitas in und um München: Kinderpfleger, Erzieher, Babysitter, Leih-Omas, Tagesmütter, Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung. “Wir haben mehr Anfragen, als wir vermitteln können“, erklärt der 36jährige. „Es muss generell zu einer Aufwertung der pädagogischen Arbeit kommen und Anreize geschaffen werden, diesen Beruf zu ergreifen. Hier ist der Staat gefragt, ordentliche Rahmenbedingungen zu schaffen.“ Die hohe Flexibilität, der Stressfaktor, die psychische Belastbarkeit in Einrichtung wie Kinderheim, die lange Ausbildung und der kaum anerkannter Beruf gepaart mit schlechter Bezahlung bei großer Verantwortung hält viele davon ab, den Beruf zu ergreifen. „Der Beruf des Erziehers fordert den Menschen in seiner Gesamtpersönlichkeit und leistet einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung – das muss endlich vom Staat und der Gesellschaft honoriert werden!“
Für Tobias Dreilich ist Erzieher sein jedoch nicht Beruf, sondern Berufung: „Kinder schenken einem so viel! Der Job ist kreativ und abwechslungsreich. Die Grundvoraussetzung ist natürlich die Leidenschaft für den Umgang mit Menschen, insbesondere mit Kindern – und das Interesse an Themen wie Pädagogik, Methodik und Psychologie und deren Einsatz zur individuellen Förderung von Kindern.“












