(openPR) Neuer Arbeitsplatz, unbekannte Stadt, die Suche nach einer Wohnung oder einem KiTa-Platz: eine neue berufliche Aufgabe ist oftmals mit Schwierigkeiten verbunden. In Südwestfalen sollen sich Neubürger künftig schneller heimisch fühlen. Mit der Aktion „Willkommenskultur“ sucht die Südwestfalen Agentur gute Ideen und Ansätze, damit diese in möglichst vielen Kommunen umgesetzt werden können. Erstmals hat dafür jetzt ein Runder Tisch mit Vertretern aus Städten und Gemeinden der Region stattgefunden.
Die Veranstaltung in Werdohl stand unter dem Motto „Gemeinsam neue Ideen finden und von guten Beispielen lernen“.„Gelebte Willkommenskultur besteht aus kleinen und großen Gesten, Service-Dienstleistungen und funktionierenden Strukturen. Gute Ideen möchten wir mit der neuen Aktion jetzt in die Breite tragen. Ich bin froh, dass dieser Ansatz bei den Kommunen so gut angekommen ist“, sagt Marie Ting, Regionalmarketing-Managerin der Südwestfalen Agentur. Gute Beispiele? In Siegen hat man sich eine besonders clevere Idee einfallen lassen. Hier werden potentielle Neubürger und ihre Lebenspartner bereits beim Bewerbungsgespräch empfangen und betreut. Sandra Kosch von der Wirtschaftsförderung der Stadt hat diese Aufgabe vor zwei Jahren übernommen: „Wenn der Bewerber ein Vorstellungsgespräch hat und seine Begleitung sich in dieser Zeit die Stadt anschauen möchte, begleite ich diese gerne, führen sie durch die Stadt und zeige, was Siegen zu bieten hat. Eine persönliche Startbetreuung also.“
Dieser Service funktioniert nur in Zusammenarbeit mit den Unternehmen, die potentielle Bewerber von außerhalb erst einmal bei Sandra Kosch melden müssen. „Da würde ich mir noch den einen oder anderen Hinweis mehr wünschen, denn bei den Neubürgern kommt die Startbetreuung sehr gut an“, sagt Sandra Kosch. Diese Siegener Art der Willkommenskultur endet übrigens nicht, wenn die Entscheidung des Bewerbers für die Stadt gefallen ist. Ob Hilfe bei Behördengängen, der Wohnungssuche oder der Suche nach einem passenden Job für den Partner – Sandra Kosch versucht auch bei den weiteren Schritten so gut wie möglich zu unterstützen.
Das „Siegener Modell“ ist eine der beispielhaften Maßnahmen, die jetzt mit anderen Kommunen diskutiert und möglicherweise in die Fläche getragen wird. Die Veranstaltung in Werdohl war hierzu der Startschuss. Eingeladen hatte die Südwestfalen Agentur, denn das Thema Willkommenskultur ist einer der zentralen Bausteine der gestarteten Fachkräftekampagne „Südwestfalen – Alles echt“. Südwestfalen soll als neue regionale Marke entwickelt werden, um künftig benötigte Fach- und Führungskräfte mit ihren Familien zu gewinnen. „Nur für die Region zu werben, reicht nicht. Wir müssen vor Ort die entsprechenden Strukturen schaffen und ausbauen, um den Menschen zu zeigen: Hier seid ihr und eure Familien willkommen“, erklärt Marie Ting.
Eine Aussage, der auch Siegfried Griebsch zustimmt. Der Bürgermeister der Stadt Werdohl nahm persönlich am Runden Tisch Willkommenskultur teil und ist erfreut über die interkommunale Initiative. „Lange Zeit war jede Stadt oder jede Gemeinde weitesgehend Einzelkämpfer. Durch die Regionale 2013 ist hier viel in Bewegung geraten, ein anderes Denken hat Einzug gehalten. Das Thema Willkommenskultur mit vereinten Kräften anzugehen und gute Ideen und Projekte zu teilen und zu übernehmen, ist der absolut richtige Ansatz“, so Griebsch. In Werdohl ist geplant, die Stadt- und Touristikinformation künftig im derzeit in der Sanierung befindlichen Bahnhofsgebäude unterzubringen. Sie soll zentrale Anlaufstelle für Bürger, Zugezogene und Gäste sein. „Wir möchten Neubürgern durch diese Maßnahmen den Gang durch viele unterschiedliche Ämter ersparen und ihnen alle Start-Informationen bereitstellen, die notwendig sind“, erklärt der Bürgermeister.
Ob die Beispiele aus Siegen oder Werdohl – auf weiteren Veranstaltungen sollen im laufenden Jahr unter den Städten und Gemeinden in Südwestfalen gute Ideen ausgetauscht und die Zusammenarbeit forciert werden.













