openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Nichts mehr zu lachen! Neue Reisepässe - hohe Gebühr nicht einfach hinnehmen!

01.12.200517:58 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Nichts mehr zu lachen! Neue Reisepässe - hohe Gebühr nicht einfach hinnehmen!
Logo des BSZ® e.V.
Logo des BSZ® e.V.

(openPR) Am Montag war die Hölle los!“ berichtet Rudi Lärche, Leiter des Einwohnermeldeamtes Heidelberg dem in Heidelberg erscheinenden Wochenblatt „Rhein-Neckar-Bote“. „In den 10 Jahren, in denen ich als Amtsleiter tätig bin, habe ich noch nie so einen Ansturm erlebt!“



Die Mitarbeiter haben „ohne Mittagessen“ – wie Lärche betont - bis 15 Uhr durchgearbeitet anstatt wie üblich bis 12 Uhr. Am Mittwoch danach gab’s dafür als kleine Anerkennung Mohrenköpfe vom Amtsleiter. 350 Besucher kamen morgens in das Einwohnermeldeamt, jeder zweite wollte noch einen alten Reisepass beantragen. Der ist billiger und noch 10 Jahre gültig.

Die meisten Bürgerämter hatten am Montag aufgrund des Feiertages am Dienstag praktischerweise gleich ganz geschlossen – da wurde das Bürgeramt Mitte gestürmt. Die nächsten Tage verliefen dann eher ruhig. Neue Reisepässe wurden bereits beantragt.

Der neue Pass soll das Reisen einfacher und sicherer machen, versprechen jedenfalls die Experten. Otto Schily, vom Ex-Terroristen-Anwalt zum Sicherheits-fanatischen Innenminister mutiert, verfocht am eifrigsten den neuen Reisepass: „Der wichtigste Baustein im Kampf gegen die organisierte Kriminalität und den internationalen Terrorismus!“

Der Baustein ist ein dünner Mikrochip, der in den Umschlag des neuen Passes eingearbeitet ist. Der arbeitet nach der sogenannten RFID-Technik; damit können über Funk Daten von einem Chip gelesen werden. Was künftig in Supermärkten auf Schweinhälften, Käse- und Wurstpackungen kleben und die Warenströme kontrollieren wird, soll jetzt auch bei Bürgern eines Staates angewendet werden.

Deren sogenannte biometrische Daten werden mit einem digitalen Foto gespeichert. Ab März 2007 sollen dann noch zusätzlich zwei Fingerabdrücke mit aufgenommen werden. Darauf haben sich gerade die EU-Innenminister geeinigt. Automatische Lesegeräte sollen fortan automatisch bei Grenzkontrollen Terroristen unter den Reisenden erkennen.

Doch Terroristen und andere Reisende werden gebeten, sich tunlichst nur von vorn aufnehmen zu lassen. Die Bilder müssen gleichmäßig frontal ausgeleuchtet werden, sonst hat die Bilderkennungselektronik keine Chance. Außerdem dürfen die Passinhaber nicht lächeln, das verwirrt ebenfalls die Systeme. Reisenden dürfte dies schwerer fallen als typischerweise finster dreinschauende Terroristen.

Die neuen Reisepässe sollen selbstredend fälschungssicher sein. Auch Schily hat erkannt: „Da die Fälscher in den vergangenen Jahren dazugelernt haben, ist bei den neuen Pässen die Verwendung modernster Techniken geboten.“

Doch selbst modernste Technologien sind – Hacker geplagte Software-Hersteller wissen ein Lied davon zu singen – keineswegs fälschungssicher. Die Daten sollen nach der Herstellung des Chips nicht mehr gelöscht oder geändert werden können. Auch soll ein besonderer Schutz verhindern, daß die Daten an den Grenzen von Staaten, die es mit dem Datenschutz nicht so genau nehmen, gelesen werden können.

Schon früh hat der legendäre Chaos Computer Club (CCC) eine einfache Anleitung geliefert, wie sich die biometrischen Merkmale überlisten lassen. Die Reaktion des Bundesinnenministeriums ganz im neuen vorlauten Schily-Stile: „Der Chaos Computer Club soll bei seinen Leisten bleiben und sich mit Hackern beschäftigen und nicht mit dem Thema Sicherheit!“

Zunächst stehen die Zöllner aber vor praktischen Problemen. Nach und nach erst sollen die Grenzen mit entsprechenden Geräten ausgestattet werden, die die neuen Pässe erkennen können. Ein Versuch mit immerhin 10000 Menschen mit Gesichtserkennung und digitalen Fingerabdrücken offenbarte erhebliche Fehler des Systems: Die Geräte erkannten nur 69 Prozent von „Durchschnittsmenschen“ und 48 Prozent von Behinderten.

Die Technik ist vor allem für Anwendungen in großem Stil nicht ausgereift, sagen Experten wie die britische Biometrie-Expertin Angela Sasse. Andere Fachleute meinen, dass es dieser Technik nie gelingen wird, mit hinreichender Genauigkeit zu erkennen.

Vor allem dauern die Erkennungsprozesse sehr lang: Zwischen 40 Sekunden und 1 Minute und 20 Sekunden dauerte die Erkennung – reichlich lang, wenn man sich den neuen Super-Airbus A380 mit 400 bis 500 Menschen an Bord in der Abfertigungshalle vorstellt. Bis zu einem viertel der Testteilnehmer wurden fälschlicherweise zurückgewiesen – obwohl die Pässe und Bilder korrekt waren. Das Bundesinnenministerium gibt zu, daß diese Bürger immer wieder mit verschärften Kontrollen zu rechnen hätten. Vermutlich auch diejenigen, deren Chip nach einigen Jahren Defekte aufweist und bei Kontrollen nicht mehr gelesen werden kann.

Die Geräte, die dermaleinst Fingerabdrücke erkennen sollten, scheiterten meist an Narben auf der Haut.
Deutschland ist mit der Einführung des Reisepasses vorgeprescht. Die anderen EU-Länder verhalten sich abwartend.
Otto Schily warf dem Bundesdatenschutzbeauftragten Kompetenzüberschreitung vor, als der das Projekt scharf kritisierte.

Vielleicht erklärt auch ein Blick auf die Kosten das Vorpreschen: Mit 59 Euro ist der neue Reisepass deutlich teurer als der bisherige zu 23 Euro. Dabei kostet der eigentliche Chip nur fünf bis zehn Cent.
Der Heidelberger Rechtsanwalt Axel Widmaier meint denn auch, dass man zwar die Gebühr bezahlen muss, aber gleichzeitig Widerspruch einlegen solle. „Denn dabei handelt es sich um eine Gebühr für Verwaltungshandeln“, sagt Widmaier, „die Verwaltung aber hat noch nicht dargetan, dass sie in dieser Höhe notwendig ist.“ Möglicherweise handele es sich um eine „verdeckte Zusatzeinnahme des Staates“. Außerdem bestehe für den Bürger ein Zwang, er könne sich nirgendwo sonst einen Pass besorgen.

Der BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V. hat nun auf seiner Internethomepage – www.fachanwalt-hotline.de eine Umfrage gestartet, um zu erfahren, was denn die Bürger von dem neuen Pass halten.

Die Aufnahme in die Interessengemeinschaft kostet einmalig 75,00 Euro. Dieser Betrag deckt die Verwaltungsgebühren des BSZ® e.V. ab. Die weitere Mitgliedschaft in der Interessengemeinschaft ist beitragsfrei. Diese 75.- Euro werden bei einer späteren Beauftragung der Rechtsanwälte in voller Höhe mit den Anwaltskosten verrechnet! Die Anspruchsprüfung des Falles durch die Rechtsanwälte löst jedoch keine gesonderten Kosten aus.


BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V.
Groß-Zimmerner-Str. 36 a, 64807 Dieburg
Telefon: 06071-823780
Internet: www.fachanwalt-hotline.de
Direkter Link zum Anmeldeformular für eine BSZ® Interessengemeinschaft:
http://www.fachanwalt-hotline.de/component/option,com_artforms/formid,4/Itemid,106

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 70648
 123

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Nichts mehr zu lachen! Neue Reisepässe - hohe Gebühr nicht einfach hinnehmen!“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V.

Bild: ,,Geschlossene Fonds: Geschädigte können ihre Beteiligung unter Umständen schlicht widerrufen"Bild: ,,Geschlossene Fonds: Geschädigte können ihre Beteiligung unter Umständen schlicht widerrufen"
,,Geschlossene Fonds: Geschädigte können ihre Beteiligung unter Umständen schlicht widerrufen"
Bekanntermaßen verlaufen viele Investments in geschlossene Fonds für ihre Zeichner seit vielen Jahren wirtschaftlich sehr enttäuschend. Die Palette an gescheiterten Schiffs-, Immobilien-, Flugzeug-, Medien-, Leasing- oder auch Filmfonds wächst bis heute kontinuierlich. Betroffene Anleger müssen bei diesen Fonds teilweise erhebliche Wertabschläge ihrer Beteiligungen bis hin zur Wertlosigkeit hinnehmen, teilweise sehen sie sich sogar noch Ansprüchen der Fondsgesellschaften oder des Insolvenzverwalters auf Rückzahlung ihrer früher erhaltenen ,…
Bild: Lebensversicherungsreform: So vermeiden Altkunden VerlusteBild: Lebensversicherungsreform: So vermeiden Altkunden Verluste
Lebensversicherungsreform: So vermeiden Altkunden Verluste
Dieburg, 03. Juli 2014. Noch in diesem Monat soll die umstrittene Reform des Lebensversicherungsrechts in Kraft treten. Durch das Eiltempo könnten die betroffenen Altkunden nicht mehr die verschlechterten Bedingungen mittels Vertragskündigungen vermeiden, so der Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein® e. V. (BSZ®). Dennoch gibt es Alternativen zur Kündigung, die unter bestimmten Voraussetzungen die vollständige Rückzahlung der Prämien ermöglichen. Verbraucherschützer, Anwälte aus dem Kapitalanlagerecht und Kunden von Kapitallebensver…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Sicherer Schutz vor Datenklau - DURABLE erweitert das Sortiment aus Kartenhaltern um RFID SECURE ProdukteBild: Sicherer Schutz vor Datenklau - DURABLE erweitert das Sortiment aus Kartenhaltern um RFID SECURE Produkte
Sicherer Schutz vor Datenklau - DURABLE erweitert das Sortiment aus Kartenhaltern um RFID SECURE Produkte
… sicheren Schutz vor dem ungewollten Auslesen von Daten im High-Frequency-Bereich 13,56 MHz. Dieser Frequenz-Bereich wird international für z.B. Bankkarten, Kreditkarten, Reisepässe, Führerscheine, offizielle Krankenkassen-Karten etc. genutzt. Das RFID SECURE Sortiment umfasst eine Kreditkartenhülle und ein Kartenetui, wobei ein spezielles Material die …
Bild: Passkontrolle – Jetzt noch einen Kinderreisepass beantragen: Neuer KidsAway.de-Ratgeber hilft mit PraxistippsBild: Passkontrolle – Jetzt noch einen Kinderreisepass beantragen: Neuer KidsAway.de-Ratgeber hilft mit Praxistipps
Passkontrolle – Jetzt noch einen Kinderreisepass beantragen: Neuer KidsAway.de-Ratgeber hilft mit Praxistipps
… und in den Sommerferien kann die Wartezeit für einen elektronischen Reisepass bis zu vier Wochen betragen. Am besten bereits bei Buchung der Urlaubsreise Reisepässe aller Mitreisenden auf Gültigkeit und Aktualität prüfen. Nicht auffindbare Reisepässe suchen. Abgelaufene Reisepässe müssen verlängert werden, nicht mehr auffindbare Reisepässe ersetzt und …
Bild: pic2pass unterstützt Fotografen bei der Erfüllung der Foto-Richtlinien für den neuen ReisepassBild: pic2pass unterstützt Fotografen bei der Erfüllung der Foto-Richtlinien für den neuen Reisepass
pic2pass unterstützt Fotografen bei der Erfüllung der Foto-Richtlinien für den neuen Reisepass
… Portrait- und Passbildanlagen. Dabei unterstützt pic2pass den Fotografen durch eine vollautomatische Überprüfung der, durch die Behörden vorgegebene, Foto-Mustertafel für die neuen Reisepässe. Die Richtlinien für die Erstellung von Passbildern für die elektronischen Reisepässe sind für viele Fotografen schwierig umzusetzen da es außer einer Schablone …
Neue Plattform für Reisepass-Sammler - OLDPASSPORTS.COM
Neue Plattform für Reisepass-Sammler - OLDPASSPORTS.COM
Winterthur/Schweiz, 20.September 2010 Tom Topol hat eine neue Plattform für Sammler geschaffen. Alte, ungültige Reisepässe zu sammeln, hört sich erst einmal recht ungewöhnlich an, ist aber inzwischen ein Sammelgebiet wie das Sammeln von Münzen und Briefmarken. Was macht alte Reisepässe so interessant? Nun, dazu gibt es so viele Aspekte, wie es Sammler …
Abu Dhabi: Berlin stellt Reisepässe für VAE her
Abu Dhabi: Berlin stellt Reisepässe für VAE her
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben an Deutschland einen Großauftrag vergeben. In der Berliner Bundesdruckerei sollen elektronische Reisepässe für die VAE hergestellt werden. Die deutsche Bundesdruckerei konnte sich bei einer internationalen Ausschreibung gegen etliche qualifizierte Bewerber behaupten und aufgrund ihres Erfahrungsschatzes und einer …
ID Development lädt zum Vortrag: „Pass ich noch in den Reisepass?“ anlässlich der CeBIT 2006 ein
ID Development lädt zum Vortrag: „Pass ich noch in den Reisepass?“ anlässlich der CeBIT 2006 ein
Oberwil, Schweiz, (21. Februar 2006).Immer mehr Nationen führen die neuen biometrischen Reisepässe (ePassports) ein. Zusätzlich zu den bisherigen Daten, wie Name, Wohnort, Geburtsdatum, Lichtbild und Unterschrift beinhalten die neuen Reisdokumente elektronische Referenzdaten zur biometrischen Verifikation. Diese müssen unter standardisierten Bedingungen …
Bundespolitik in Lütjensee
Bundespolitik in Lütjensee
… erkundete der innenpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag die Produktion am Standort Lütjensee. Insbesondere die Inlay-Fertigung für biometrische Reisepässe stieß auf großes Interesse. So nahm Dr. Konstantin von Notz die kontaktlosen Chipmodule während des Unternehmensrundgangs unter einem Mikroskop in Augenschein. …
Bild: Systeme von media transfer AG (mtG) für den internationalen elektronischen ReiseverkehrBild: Systeme von media transfer AG (mtG) für den internationalen elektronischen Reiseverkehr
Systeme von media transfer AG (mtG) für den internationalen elektronischen Reiseverkehr
mtG-CARA unterstützt Standards für elektronische Reisepässe und internationale Lesegeräte Darmstadt, 9. Oktober 2008.- mtG CARA von media transfer AG erfüllt die hohen Schutzmechanismen, die in Deutschland für den Zugriff auf elektronische Reisepässe vorgeschrieben sind. Außerdem ist die Sicherheitslösung für die europäische Standardisierung gerüstet, …
Die Open House Group unterstützt die Spendenaktion der Reiseindustrie
Die Open House Group unterstützt die Spendenaktion der Reiseindustrie
Die Open House Group, einer der größten europäischen Online-Anbieter von Ferienwohnungen und Hotels, hat zuletzt eine außergewöhnliche gemeinnützige Initiative unterstützt. „Reisepässe mit Zweck“, die Idee von vier Bloggern aus Seattle zielt darauf ab, Probleme in der Dritten Welt zu bekämpfen, indem man sich die Popularität der heutigen Reise-Blog Community …
Neue Reisepass-Pflicht für Kinder: Kein Problem dank Online-Fotokabine
Neue Reisepass-Pflicht für Kinder: Kein Problem dank Online-Fotokabine
Vorsicht bei Reisen ins Ausland: Ab dem 26. Juni 2012 benötigen Kinder jeden Alters eigene Reisedokumente. Nicht mehr gültig sind Eintragungen der Kinder in den Reisepässen der Eltern. Mit der Umsetzung europäischer Vorgaben in deutsches Recht benötigen Kinder nun von Geburt an eigene Reisedokumente, um zur Grenzüberschreitung ins Ausland berechtigt zu …
Sie lesen gerade: Nichts mehr zu lachen! Neue Reisepässe - hohe Gebühr nicht einfach hinnehmen!