openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Deutscher Rettungsdienst in Gefahr

21.11.201217:41 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Pläne von Bund und Ländern für Notfallsanitätergesetz bergen erhebliche Risiken
Die Versorgung von Notfallpatienten und Unfallopfern droht nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft Rettungsassistentenschulen Deutschland (AgRD) bundesweit unter die Räder zu kommen. Grund hierfür sind die Pläne von Bund und Ländern für ein neues Notfallsanitätergesetz. Die Länder werden danach ihrem gesetzlichen Auftrag, den Rettungsdienst zu gewährleisten, nicht mehr nachkommen können, sagte der Sprecher der AgRD, Ingo Kolmorgen, heute in Berlin.


Alle Hinweise der AgRD auf die unzureichenden Finanzierungsgrundlagen seien im Gesetzgebungsverfahren ignoriert worden. Vorgesehen sei unter anderem eine Nachschulung von Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern. Dies wird nach Berechnungen der AgRD mit mindestens 40.000 Euro pro Rettungsassistent zu Buche schlagen. Wer diese Kosten tragen solle, sei völlig unklar, sagte Kolmorgen.
Auch personell sei für die Phase der Nachqualifizierung von Rettungsassistenten keinerlei Vorsorge getroffen. Klar sei, dass Rettungsassistenten in dieser Zeit für Einsätze nicht zur Verfügung stehen. Wer ihr Gehalt weiterzahle und wie die personellen Lücken auf Einsatzfahrzeugen geschlossen werden sollten, sei offen.
Die ersten Notfallsanitäter werden nach Einschätzung der AgRD nicht vor Ende 2017 ihren Dienst antreten können. Damit droht eine massive Verschärfung des schon bestehenden Fachkräftemangels im Rettungswesen. Im schlimmsten Fall können Rettungswagen nicht zu Einsätzen ausrücken. Chaotische Zustände seien daher vorprogrammiert, und die Gefährdung von Menschenleben werde in Kauf genommen.
Zwar hat der Gesundheitsausschuss des Bundesrates inzwischen Korrekturen beschlossen. So soll das bisher geltende Rettungsassistentengesetz (RettAssG) ein Jahr länger als bisher geplant in Kraft bleiben. Doch Kolmorgen ist überzeugt: "Solche Übergangsfristen werden bei weitem nicht ausreichen, um die Personalprobleme im Rettungswesen zu lösen.“ Im Übrigen werden die Beschlüsse des Gesundheitsausschusses dazu führen, dass auf Rettungswagen künftig Sanitäter mit einer "Schmalspurausbildung" von drei Monaten eingesetzt werden. Außerdem plant der Gesetzgeber, die eigentlich dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter auf die Hälfte der Ausbildungszeit zu verkürzen. "Gemessen an der ursprünglichen Absicht, Notarzteinsätze auf ein Minimum zu reduzieren, ist das ein gefährlicher Rückschritt in die Steinzeit“, so Kolmorgen.
Zugleich werden freie Schulen, die bisher 50 Prozent des in Deutschland benötigten Rettungsdienstpersonals ausbildeten, in ihrer Existenz bedroht. Das Gesetz soll nach Beschlüssen von Bundestag und Bundesrat Anfang 2014 in Kraft treten. Mit einer Entscheidung des Bundestages sei Im Januar kommenden Jahres zu rechnen.
Die AgRD fordert den Gesetzgeber auf, ungeachtet der Pläne für ein Notfallsanitätergesetz am RettAssG festzuhalten. Nur so ließen sich schwerwiegende Folgen für die Organisation des Rettungswesens in den 16 Bundesländern abwenden.

Die AgRD ist die bundesweite Vertretung der freien und staatlich anerkannten Rettungsassistentenschulen, die bis dato mit über 50 Prozent den größten Anteil der rettungsdienstlichen Fachausbildung in der Bundesrepublik verantworten.
Für Nachfragen steht Ingo Kolmorgen, Tel.: 0172 4040979, zur Verfügung.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 680868
 674

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Deutscher Rettungsdienst in Gefahr“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Zertifikat für ASB Rettungsdienst GmbHBild: Zertifikat für ASB Rettungsdienst GmbH
Zertifikat für ASB Rettungsdienst GmbH
Bereits zum zweiten Mal hat der Arbeiter-Samariter-Bund Rettungsdienst GmbH die Prüfung des Zertifizierungsdienstleisters DEKRA Certifications GmbH mit Bravour bestanden. Für drei Gebiete seines Arbeitsbereichs erhielt der Rettungsdienstleister Zertifikate gemäß dem internationalen Standard ISO 9001:2008. Für die Zertifizierung überprüfte die DEKRA eineinhalb …
Bild: MW10 AG – QM-Pioniere im Rettungsdienst - „MWquality macht dort weiter, wo herkömmliche QM-Software aufhört“Bild: MW10 AG – QM-Pioniere im Rettungsdienst - „MWquality macht dort weiter, wo herkömmliche QM-Software aufhört“
MW10 AG – QM-Pioniere im Rettungsdienst - „MWquality macht dort weiter, wo herkömmliche QM-Software aufhört“
Die Münchner MW10 AG kann mit einer wirklich besonderen Entwicklung aufwarten: einer Qualitätsmanagement-Plattform speziell für den Rettungsdienst. Die Firma hat sich schon immer individuell angepassten Kundenlösungen verschrieben, dringt aber nun mit ihrem Produkt MWquality für den Rettungsdienst in eine Nische vor, die bisher nur Software-Anbieter …
Bild: Zivilcourage - Jeder kann helfenBild: Zivilcourage - Jeder kann helfen
Zivilcourage - Jeder kann helfen
… als Zeuge benötigt. ? Wenn ich dem Opfer nicht aktiv helfe und nicht als Zeuge bereitstehe, ziehe ich mich vom Tatort zurück, sonst blockiere ich die Zufahrtswege für Rettungsdienst und Polizei. Es sind keine Helden gefordert. Oft sind Angreifer in der Überzahl oder einfach stärker und zu jeder Gewalt bereit. Wichtig ist jedoch, überhaupt zu reagieren. …
Bild: Praxistest der Traser Uhr P 6502 Navigator mit „mb-microtec H3 illumination technology“Bild: Praxistest der Traser Uhr P 6502 Navigator mit „mb-microtec H3 illumination technology“
Praxistest der Traser Uhr P 6502 Navigator mit „mb-microtec H3 illumination technology“
… am Kreiskrankenhaus – Tauberbischofsheim) testete die Traser Uhr P 6502 Navigator der Firma traser watches - 3172 Niederwangen - (Schweiz) Nächtliche Einsätze im Rettungsdienst Viele Maßnahmen im Rettungsdienst wie z.B. die regelmäßige Kontrolle der Vitalfunktionen oder die Gabe von Medikamenten müssen zeitgenau erfolgen. Bei Tageslicht kein Problem. …
Wer hat’s erfunden? Notruf feiert 40jähriges Jubiläum
Wer hat’s erfunden? Notruf feiert 40jähriges Jubiläum
Vor 40 Jahren führte der Unfalltod des erst 9-jährigen Björn Steiger zu den Bemühungen, einen flächendeckenden Rettungsdienst im gesamten Bundesgebiet zu etablieren. Wer ist dieser Mann, der den Notruf erfunden hat? Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Björn-Steiger-Stiftung führte das Internetportal news.de ein Interview mit Siegfried Steiger, dem …
Bild: Ausschreibungspflicht im deutschen Rettungsdienst: Falck begrüßt Urteil des Europäischen GerichtshofesBild: Ausschreibungspflicht im deutschen Rettungsdienst: Falck begrüßt Urteil des Europäischen Gerichtshofes
Ausschreibungspflicht im deutschen Rettungsdienst: Falck begrüßt Urteil des Europäischen Gerichtshofes
… Rettungskonzern Falck begrüßt das heutige Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH). Die EU-Richter hatten in ihrer Entscheidung die fehlende Ausschreibungspraxis von Leistungen im Rettungsdienst gerügt. Falck erwartet in den nächsten Monaten eine deutliche Zunahme öffentlicher Vergabeverfahren und damit einen intensiven Wettbewerb, an dem man sich …
Bild: Professor Dr. Klaus Runggaldier wird Geschäftsführer der Falck Rettungsdienst GmbHBild: Professor Dr. Klaus Runggaldier wird Geschäftsführer der Falck Rettungsdienst GmbH
Professor Dr. Klaus Runggaldier wird Geschäftsführer der Falck Rettungsdienst GmbH
Professor Dr. Klaus Runggaldier wird zum 1. November 2010 Geschäftsführer der Falck Rettungsdienst GmbH. Falck unterstreicht mit der Ernennung von Professor Dr. Klaus Runggaldier sein Vorhaben, sich in Deutschland langfristig mit dem Rettungsdienst sowie anderen Dienstleistungen etablieren zu wollen. Mit Professor Dr. Klaus Runggaldier als Geschäftsführer …
Bild: Rettungsdienst Schweiz: Top-Thema im neuen Rettungs-MagazinBild: Rettungsdienst Schweiz: Top-Thema im neuen Rettungs-Magazin
Rettungsdienst Schweiz: Top-Thema im neuen Rettungs-Magazin
Rettungsdienst Schweiz: Kaum in einem anderen Land außerhalb Deutschlands dürfte es eine ähnlich hohe Dichte an Rettungsassistenten geben wie in der Schweiz. Die Gründe: Es locken ein gutes Gehalt und man spricht – fast – dieselbe Sprache. Irgendwie scheint alles wie in Deutschland zu sein, nur kleiner, langsamer und putziger. Wer beide Rettungsdienst-Systeme …
Bild: Erfolgreiche Messe für Inno-LogicBild: Erfolgreiche Messe für Inno-Logic
Erfolgreiche Messe für Inno-Logic
… in Karlsruhe präsentierte Inno-Logic seine neue Softwarelösung „RD-Manager“. Mit der Anwendung RD-Manager reagiert das Haus Inno-Logic auf spezielle Anforderungen aus dem Rettungsdienst laut Herrn Pfister (Geschäftsführer). Der moderne Rettungsdienst stelle heute höhere Anforderungen an den Dienstplan wie viele andere Bereiche der Wirtschaft. So müssen …
Neue Details zum Leichenfund in Mainz-Laubenheim
Neue Details zum Leichenfund in Mainz-Laubenheim
Am Donnerstagabend (14. Oktober 2021) kam es zu einem Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst auf einem Firmengelände im Dammweg in Mainz-Laubenheim. Dort wurde gegen 18:00 Uhr eine leblose Person aufgefunden. BYC-News war vor Ort.Wiederbelebungsmaßnahmen durch ZeugenNach Informationen von BYC-News fand ein Zeuge am frühen Donnerstagabend gegen …
Sie lesen gerade: Deutscher Rettungsdienst in Gefahr