(openPR) Individuelle Förderung stellt im heutigen Bildungssystem einen festen Bestandteil dar. Schließlich nimmt jeder 3. – 4. Schüler (Bertelsmann-Studie 2010) im Laufe seiner Schulkarriere Nachhilfe in Anspruch. „Würden unsere Nachhilfelehrer die leistungsschwachen oder besonders begabten Schüler nicht fördern, dann würden sie häufiger sitzen bleiben, die Quote der Schulabbrecher würde steigen oder die Talente von besonders begabten Schülern würden sich nicht weiterentwickeln“, betont Andrea Heiliger, Sprecherin des Bundesverbandes Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN e. V.). „Das kann sich Deutschland zukünftig immer weniger leisten. Deshalb setzt sich die Nachhilfebranche für einen intensiven Dialog mit bildungs- und arbeitsmarktrelevanten Politikern, Akteuren von Städten, Kommunen, Jobcentern und auch Schulen ein. Sie sollen die Nachhilfebranche nicht als Konkurrenz oder Geschäftemacherei im Schulsystem 2/3 sehen, sondern als sinnvolle Ergänzung der Schulausbildung betrachten.“ Dass Politiker seit dem PISA-Schock Schulreformen vornehmen, Studien beauftragen oder Bildungsprojekte fördern, ist gut. Ein Beispiel ist hier das Bildungs- und Teilhabepaket, welches die Chancen von Hartz IVKindern verbessern soll. „Warum jedoch von Politikern vor der Einführung des Bildungspaketes in 2011 und auch bei der Evaluation in 2012 die bundesweiten Erfahrungen unserer Mitglieder nicht eingeholt wurden, ist nicht verständlich“, sagt Heiliger. „Schließlich tauschen sie sich täglich mit Eltern und Schülern von Hartz IV-Familien aus und wissen daher ganz genau, wie die Zusammenarbeit zwischen Jobcentern, Schulen und Nachhilfeinstituten funktioniert und diese optimiert werden könnte.“ Doch nicht nur beim Bildungspaket, auch in der Zusammenarbeit mit Ganztagsschulen könnten die Kompetenzen der VNN-Mitglieder wichtig sein. Nachhilfelehrer könnten am Nachmittag die Hausaufgaben-betreuung oder die individuelle Förderung von schwachen Schülern übernehmen. Das käme den Eltern sehr entgegen, da sie dann vom leidigen Thema Hausaufgaben und Üben befreit wären. „Dass 45% unserer Nachhilfeschüler das Gymnasium, 20% die Realschule, 13% die Grundschule, jedoch nur4% die Hauptschule besuchen, findet Heiliger verwunderlich. „Benötigen sie weniger Hilfe in Mathe, Englisch oder Deutsch? Oder liegt es vielleicht daran, dass ihre Eltern sie finanziell nicht unterstützen können? Dann könnte das Problem ebenso durch eine partnerschaftliche Kooperation zwischen Politik, Schule und Nachhilfeorganisationen ebenso gelöst werden. Das wäre ein weiterer Schritt für die Chancengleichheit.“
Der Mini-Lernkreis ist eines der Mitglieder des VNN e.V. und kann die Aussage des Verbandes nur bekräftigen. Als Kritikpunkt führt Frau Brunn vom Mini-Lernkreis Sachsen-West-Dresden an, „dass die Leistungen des Bildungsgutscheine an zu wenig bedürftige Familien und deren Kinder erteilt werden. Eltern geben auf, weil sie nicht mit harten Bandagen bis hin zur Anrufung des Gerichts kämpfen wollen oder können. Die Entscheidung über die Notwendigkeit des Nachhilfeunterrichts sollten in stärkerem Maße die Klassen- oder Fachlehrer treffen und die Bewilligungsbehörde nur die soziale Bedürftigkeit prüfen.“ www.minilernkreis.de/sachsen-west







