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Inklusion ja, aber bitte nicht mit jedem

07.09.201213:29 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Inklusion ja, aber bitte nicht mit jedem
inklusive Schule - gemeinsamer Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung
inklusive Schule - gemeinsamer Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung

(openPR) München, den 07.09.2012: Die neue JAKO-O Bildungsstudie ist veröffentlicht. Bundesweit wurden 3.000 Eltern in Deutschland mit Kindern im Alter bis 16 Jahren zu den verschiedensten Schul- und Bildungsthemen befragt. So ist im Bereich der Inklusion eine große Skepsis der befragten Eltern vorhanden. Weiter äußerten sich die befragten Eltern zu der verkürzten Gymnasialzeit, mit der sie nicht einverstanden seien, außerdem wünschen sie sich mehr Ganztagsangebote in Schulen und eine spätere Aufteilung in weiterführende Schulen (Grundschulzeit bis zur 6.Klasse) sowie gleiche Bildungschancen für alle Kinder und einheitliche Bedingungen in allen 16 Bundesländern. Bildungspolitisch sind hier sehr klare Wünsche und Meinungen geäußert worden.



Zum Thema Inklusion haben sich die befragten Eltern zwar grundlegend für die Inklusion ausgesprochen, jedoch nicht vorbehaltslos. So sprechen sich auf die Frage „Mit welchen Kindern sollen nicht behinderte Kinder in der Schule lernen?“ 89 Prozent für das gemeinsame Lernen von Kindern mit körperlicher Beeinträchtigung aus, aber gerade mal 46 Prozent für das gemeinsame Lernen mit geistig behinderten Kindern. Somit wird verdeutlicht, dass der Weg von der 2006 verabschiedeten und 2009 von Deutschland ratifizierten UN-Behindertenrechtskonvention in die gesellschaftliche Akzeptanz und Umsetzung lang ist. „Ziel ist es, das von Anfang an Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in allen Lebensbereichen selbstbestimmt leben. Es geht um gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft, die einem die Möglichkeit bietet einen selbstbestimmten Platz in einer barrierefreien Gesellschaft einzunehmen,“ erklärt Johannes Högl, Geschäftsführer der Aktion Sonnenschein. „Diesen Weg beschreiten wir mit unseren pädagogischen Einrichtungen bereits seit über vierzig Jahren und wissen um die vielfachen Schwierigkeiten die damit verbunden sind.“ Die Aktion Sonnenschein betreibt in München u.a. an zwei Standorten eine integrativ/inklusiv arbeitende Montessori-Schule und einen Montessori-Integrationskindergarten. „Wir haben,“ so führt er weiter aus „zu Zeiten, an denen noch keiner an Integration, bzw. sogar Inklusion gedacht hat, bereits Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet. Es steht schließlich nicht die Behinderung im Vordergrund sondern die Persönlichkeit jedes Einzelnen und dies macht schließlich eine aktive und gute Gesellschaft aus. Bildungspolitisch steckt die Inklusion noch in Kinderschuhen. Es ist nicht die Frage ob wir Inklusion machen oder nicht, sondern wie kann Inklusion umgesetzt werden, dass die ganze Gesellschaft diesen Weg mitgehen kann und dies ohne Ängste und vorbehalte.“ Die JAKO-O Bildungsstudie verdeutlicht die Aussage von Högl, dass die Inklusion noch am Anfang eines gesellschaftlichen Umdenkens steht und, dass die Bildungslandschaft sich den neuen Gegebenheiten stärker anpassen muss, da der Weg zur inklusiven Schule kein Selbstläufer ist.

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