openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Pathologen wehren sich gegen Bedarfsplanung

06.09.201211:00 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Pathologen wehren sich gegen Bedarfsplanung
Prof. Dr. med. Werner Schlake, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen
Prof. Dr. med. Werner Schlake, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen

(openPR) Der Bundesverband Deutscher Pathologen lehnt die Bedarfsplanung, die der G-BA heute beschließen soll, für sein Fachgebiet als ungeeignetes Mittel im Sinne der Versorgungsplanung ab. Das Ergebnis wäre katastrophal: ein Fachgebiet, dass sich durch die sektorenübergreifende Versorgung auszeichnet, das gerade durch die Verbindung von ambulanter und stationärer Medizin auch dem ambulanten Patienten die ganze Bandbreite und die Qualität hoch entwickelter Tumormedizin garantieren kann, würde sich rückentwickeln in einen je getrennten ambulanten und einen stationären Sektor, wie es andere Fachgebiete mit allen Nachteilen bereits erleben müssen.



Die Ganzheitlichkeit der Patientenversorgung würde einer segmentierten Versorgung Platz machen müssen. „Das trifft den Lebensnerv unseres Fachgebietes. Diese Rückentwicklung können und wollen wir nicht hinnehmen“, kündigt Prof. Dr. med. Werner Schlake, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, an. Er weiß die Unterstützung ähnlich strukturierter und bislang noch unbeplanter Arztgruppen hinter sich.

Die Fachgruppe Pathologie würde mit einer eigenen Bedarfsplanung doppelt gedeckelt. Schon die Planung der Auftrag gebenden Arztgruppen hat fast überall zu einer Niederlassungssperre geführt. Damit ist für Pathologen als Fachgruppe der auftragsgebundenen Krankenversorgung die Zahl der Zuweiser gedeckelt und in der Folge auch die Zahl der von ihnen ausgehenden Überweisungen limitiert. Darüber hinaus die Zahl der auf Überweisung tätigen Ärzte in der Pathologie zu begrenzen, ist sinnlos. Das entspräche in etwa dem Vorgehen, erst die Zahl der möglichen Arztkontakte pro Patient gesetzlich zu limitieren und dann auch noch die Zahl der behandelnden Ärzte einzuschränken. Wenn mit der Zahl der zuweisenden Ärzte die „richtige“ Versorgung der Patienten gewährleistet ist, ist damit im Wesentlichen auch der Tätigkeitsumfang der von diesen Zuweisern abhängigen, nur auf Auftrag tätigen Arztgruppen sinnvoll definiert.

Strukturell gibt es gravierende Unterschiede zu anderen Fachgruppen: Pathologen bearbeiten weit versendbares Material, sind aber auch durch die Notwendigkeit ihrer Direktverfügbarkeit bei Schnellschnitten und in interdisziplinären Mammographie-Screening- und Tumor-Konferenzen örtlich bzw. regional gebunden. Deshalb sind sinnvolle Planungszahlen und -verhältnisse im Sinne von örtlicher Zuweisung schon allein für den ambulanten Sektor nicht machbar. Sie sind in den Tumorzentren und im Mammographie-Screening konstantes Kernfach mit starker örtlicher Bindung.

Es gibt in diesem Sinn keine den Ärzten der direkten Krankenversorgung vergleichbare Fach- und Versorgungsstruktur, deshalb können auch nicht die gleichen Maßstäbe der Bedarfsplanung eingesetzt werden. Rechtlich gibt es keine Veranlassung, Fachgruppen unter 1000 tätigen Fachärzten in die Bedarfsplanung mit einzubeziehen. Insofern enthält das Versorgungsstrukturgesetz (VStG) keine einschlägigen neuen Bestimmungen.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 661053
 178

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Pathologen wehren sich gegen Bedarfsplanung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Bundesverband Deutscher Pathologen e.V.

Bild: Pathologie – Modell für einen dritten WegBild: Pathologie – Modell für einen dritten Weg
Pathologie – Modell für einen dritten Weg
Einladung zum Pressegespräch: „Pathologie – Modell für einen dritten Weg“ am 5. Mai 2015, um 11 Uhr, in der Geschäftsstelle des Verbandes, Robert-Koch-Platz 9, 10115 Berlin. als traditionelle Nachlese des 15. Bundeskongresses Pathologie Berlin. Prof. Dr. med. Werner Schlake, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, berichtet über die Ergebnisse des Kongresses, in dessen Blickfeld vom 24.-26.04.2015 in Berlin sowohl diagnostische, wie hochaktuelle gesundheitspolitische Themen standen. Es wurden die Strukturen analysiert und gep…
Bild: Genexpressionstests in der ASV: Erster Schritt zur besseren Brustkrebs-Diagnostik, weitere dringend nötigBild: Genexpressionstests in der ASV: Erster Schritt zur besseren Brustkrebs-Diagnostik, weitere dringend nötig
Genexpressionstests in der ASV: Erster Schritt zur besseren Brustkrebs-Diagnostik, weitere dringend nötig
Gesetzlich versicherte Brustkrebspatientinnen können ab dem 1. April 2015 mit einem Genexpressionstest untersucht werden, um für sie die beste und schonendste Behandlung auszuwählen. So lautet der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Möglich wird dies durch die Neuregelung der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV). Der Beschluss markiert einen wesentlichen Fortschritt für gesetzlich versicherte Patientinnen, denn Genexpressionstests waren bisher meist privat versicherten Frauen vorbehalten. Doch der Beschluss des G-…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Pressekonferenz: "Innovationsfeindlichkeit der gesetzlichen Krankenversicherung?"Bild: Pressekonferenz: "Innovationsfeindlichkeit der gesetzlichen Krankenversicherung?"
Pressekonferenz: "Innovationsfeindlichkeit der gesetzlichen Krankenversicherung?"
… Krankenversicherung zeigt sich auch an den zahlreichen Restriktionen für innovative Fachgebiete: die noch erlaubten molekularen Leistungen werden um 30 % abgewertet, die Bedarfsplanung soll das personelle Angebot an diagnostisch tätigen Ärzten einschränken, und die Anpassung von Genehmigungen hinkt um ein Jahrzehnt hinter den Weiterbildungsanforderungen …
Bild: Bedarfsplanung bremst Tumormedizin ausBild: Bedarfsplanung bremst Tumormedizin aus
Bedarfsplanung bremst Tumormedizin aus
… medizinische Behandlung Krebskranker. Doch während gerade wieder einem innovativen Projekt der individualisierten Krebsmedizin der Galenus-von-Pergamon-Preis verliehen wurde, bedroht die angekündigte Bedarfsplanung den Lebensnerv des Fachgebietes Pathologie. Ihr Ziel ist es, die Zahl der Pathologen auf dem derzeitigen Mangelniveau festzuschreiben – zu …
Bedarfsplanung unverzichtbar für expansionsorientierte Mittelständler
Bedarfsplanung unverzichtbar für expansionsorientierte Mittelständler
… von Demes | ARCHITEKTUR und TECHNIK aus Rheinbreitbach bei Bonn. Aber nur, wenn zu allererst die betriebs- und bautechnischen Vorstellungen im Rahmen der Bedarfsplanung konkretisiert würden. Nach Einschätzung des Experten für systematische Bedarfsplanung machten sich die meisten Bauherren und Nutzer zu wenig bewusst, dass Betriebe wesentlich mehr leisten …
GBA zementiert freie Niederlassungsmöglichkeiten
GBA zementiert freie Niederlassungsmöglichkeiten
Der Gemeinsame Bundesausschuss hat eine sofortige Zulassungssperre für neun Facharztgruppen verhängt. Damit wirft die so genannte Bedarfsplanung ihre Schatten voraus und der GBA reagiert auf eine Vielzahl von Zulassungsanträgen seitens der Ärzteschaft. Von dieser sofortigen Zulassungssperre sind Kinder- und Jugendpsychiater, Physikalische- und Rehabilitations-Mediziner, …
Bild: Pathologie – Modell für einen dritten WegBild: Pathologie – Modell für einen dritten Weg
Pathologie – Modell für einen dritten Weg
… schaffen Voraussetzungen für die systematische Behandlung von Tumorpatienten. Jüngstes Beispiel ist die prätherapeutische molekularpathologische Diagnostik der BRCA1 und BRCA2-Gene bei Eierstockkrebs.Bedarfsplanung Sie ist für das Fachgebiet Pathologie neu und bewirkt im Ergebnis den Rückbau eines bislang suprasektoralen Fachgebiets in die Blöcke ambulant …
Das integrierte Pathologiesystem OmnyxTM erhält CE-Kennzeichnung
Das integrierte Pathologiesystem OmnyxTM erhält CE-Kennzeichnung
- Omnyx Integrated Digital Pathology (IDP) ist eine vollständig integrierte, skalierbare und digitale Lösung für die Pathologie – entwickelt von Pathologen für Pathologen - Entwickelt wurde die Lösung in einem Joint Venture von GE Healthcare und dem University of Pittsburgh Medical Center München, 20. März 2013 – GE Healthcare gab kürzlich bekannt, …
Bild: Zu wenig Pathologen in DeutschlandBild: Zu wenig Pathologen in Deutschland
Zu wenig Pathologen in Deutschland
Der zukünftige Mangel an Pathologen in Deutschland zeichnet sich bereits heute ab. Die Ärztestatistik der Bundesärztekammer belegt die teilweise besorgniserregende Situation. Gab es im Jahr 2006 noch 1.400 berufstätige Pathologen in Deutschland, so sind es 2007 nur noch 1.384 – ein Minus von 1,1%. Bei einem Rückgang von 4,5% der an der Klinik tätigen …
Bundeskongress Pathologie Berlin kündigt sich an
Bundeskongress Pathologie Berlin kündigt sich an
… Möglichkeiten zur Vermeidung von Übertherapie sich durch Pathologen realisieren lassen. Die Hauptveranstaltung am 2. Juni befasst sich mit dem Versorgungsstrukturgesetz 2012. Erstmalig steht die Bedarfsplanung für Pathologen zur Diskussion, die aus Sicht der KBV notwendig geworden ist. Es geht aber auch um die neuen Möglichkeiten in der ambulanten spezialfachärztlichen …
Bild: Kongressbericht 2011 - Pathologie sichtbar machenBild: Kongressbericht 2011 - Pathologie sichtbar machen
Kongressbericht 2011 - Pathologie sichtbar machen
Der Bundesverband Deutscher Pathologen hat seinen Kongress im April in Berlin unter das Motto „Pathologie sichtbar machen“ gestellt. Denn zurzeit vollzieht sich der Wandel des Pathologen vom stillen Versorger im Hintergrund zum sichtbaren und unverzichtbaren Partner in den Organkrebs-und Tumorzentren. Tumorzentren stellen den Patienten in den Mittelpunkt …
Bild: Bundeskongress Pathologie 2015Bild: Bundeskongress Pathologie 2015
Bundeskongress Pathologie 2015
… gemeinsame und abgestimmte Patientenversorgung im Vordergrund steht. Fachlich liegt der Schwerpunkt auf den Magen- / Oesophagus-Tumoren. Aus berufspolitischer Sicht werden die Bedarfsplanung im Hinblick auf die Pathologie und ggfs. auf das Partnerfach sowie die Auswirkungen des Versorgungsstärkungsgesetzes von besonderer Bedeutung sein. Zu den Veranstaltungen …
Sie lesen gerade: Pathologen wehren sich gegen Bedarfsplanung