(openPR) Die FDP im Rat hat im Juni dieses Jahres angeregt, eine Schuldenuhr für die Stadt Bochum zu veröffentlichen. Als Vorbild sollte die Schuldenuhr der Stadt Essen dienen, die auf der städtischen Homepage abrufbar ist. Die Stadtverwaltung weist dieses Ansinnen jetzt zurück. Eine Schuldenuhr auf sekündlicher Basis, so das Argument der Stadtverwaltung, wäre nicht korrekt im fachlichen Sinne. Der Schuldenstand wäre lediglich auf Basis von quartalsweisen Berechnungen auf das laufende Jahr hochgerechnet und auf einen sekündlichen Zuwachs wieder heruntergerechnet. Zudem würde eine laufende Schuldenuhr nicht darstellen, dass unterjährig auch Schuldenabnahmen und nicht ausschließlich Schuldenzuwächse zu verzeichnen seien. Gleichzeitig räumt die Verwaltung aber ein, dass die jährliche Entwicklung der Finanzen derzeit ausschließlich Schuldenzuwächse verzeichne.
"In Bochum gehen die Uhren wieder einmal anders", so Felix Haltt, Sprecher der FDP im Rat. "Was in Essen oder Mönchengladbach ohne Probleme möglich ist und auch gut angenommen wird, geht in Bochum anscheinend noch lange nicht. Die Verwaltung verschanzt sich bei der Ablehnung der Schuldenuhr hinter formalen Argumenten. Tatsächlich scheint es wohl einfach nicht gewünscht zu sein, die prekäre, städtische Finanzlage auf einen Blick darzustellen."
Die Verwaltung kritisiert in ihrer Mitteilung auch den symbolhaften Charakter der Schuldenuhr. Haltt weiter: "Dabei ist doch gerade das die Stärke der Schuldenuhr. Sie soll anschaulich symbolisieren, wie es um die städtischen Finanzen bestellt ist. Auf einen Blick würde jedem Betrachter der Schuldenuhr noch mal eindringlich deutlich, dass die Entwicklung in die falsche Richtung läuft. Eine Schuldenuhr mahnt dabei auch, nicht nur die Ausgeglichenheit des Haushalts anzustreben, sondern langfristig auch Schulden abzubauen, wenn kommende Generationen nicht mit einem Schuldenberg belastet werden sollen."
Die FDP im Rat bedauert die ablehnende Haltung der Verwaltung. "In Bochum wird also auf absehbare Zeit keine Schuldenuhr laufen. Leider liegt dies nicht daran, dass die Stadt keine Schulden mehr aufnimmt. Vielmehr laufen immer noch neue Schulden auf. Wahrscheinlich befürchtet man im Rathaus einfach, dass der Tag, an dem in Bochum die Schuldenuhr rückwärts laufen würde, so bald nicht kommen wird", so Haltt abschließend.













