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Der Marktkommentar – 3. August 2012

(openPR) Autor: Christoph Leichtweiß, Ypos-Consulting GmbH, Darmstadt

Industrieproduktion spricht eine klare Sprache
Die aktuellen Daten zur Industrieproduktion zeigen keinerlei Anzeichen für eine Annäherung der Entwicklung innerhalb der Eurozone. Ganz im Gegenteil. Nicht nur in Sachen Haushaltspolitik geht die Schere zwischen den verschiedenen Nationalstaaten sogar noch weiter auseinander. Je länger klare Maßnahmen ausbleiben, desto stärker werden die ökonomischen Schäden wachsen. Gleiches gilt für das gesellschaftliche Konfliktpotenzial.

Spanien stehen noch weitere Schmerzen bevor
Der Zusammenbruch des Immobilienmarktes in Spanien ähnelt – zumindest von der Ablaufsystematik her – durchaus dem in den USA, der am Beginn der Bankenkrise stand. Ein Vergleich zeigt, dass ein weiterer Preisrutsch zu erwarten ist. Für Spanien ist das ein erschreckendes Szenario, stellen die Immobilien doch immerhin rund 70 Prozent des spanischen Privatvermögens. Eine Abwertung der Häuser und Wohnungen um 40 Prozent würde demnach 28 Prozent des gesamten Vermögens vernichten. In Kombination mit einem stark gefallenen Aktienmarkt und dem desaströsem Arbeitsmarkt ergibt sich ein katastrophaler Cocktail.
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USA – Immer mehr Menschen rutschen in die Armut ab
Die aktuelle Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes zeigt deutlich, dass hier die massiven Folgen einer jahrelangen Fehlallokation von Kapital zu beobachten sind. Zwar konnte die mangelhafte Anpassung der USA an den globalisierten Weltmarkt und die kontinuierliche Deindustrialisierung zeitweise über beleihbare Vermögenspreise kompensiert werden – doch damit war es spätestens mit der Pleite der Lehman-Bank vorbei. Der Anstieg der Empfänger von Lebensmittelmarken auf mittlerweile 46,5 Millionen Personen zeigt die schwache Qualität des Aufschwungs.

China leidet unter der Eurokrise
Mit Macht China stemmt sich gegen den wirtschaftlichen Abschwung. So wurden die Leitzinsen gesenkt und die Großbanken entlastet. Doch das eigentliche Problem des Exportweltmeisters China ist nicht der Binnenmarkt sondern die Abschwächung des Welthandels aufgrund der Eurokrise. Ob die Maßnahmen der chinesischen Staatsführung greifen, hängt nicht zuletzt von der Entwicklung der Nahrungsmittelpreise ab. Halten diese die Inflationsrate hoch, wird das die Wirksamkeit der Stimuli begrenzen. Die Enttäuschung für die globalen Kapitalmärkte wäre vorprogrammiert.

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