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Und was machst Du? – Ich mach in Werbung

24.07.201213:22 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Täglich wird man überall und jederzeit und das fast vierundzwanzig Stunden am Tag mit Werbung konfrontiert. Im Fernsehen, im Radio, auf Plakatwänden. In der Bahn, am Arbeitsplatz, sogar auf der Toilette. Überall lächelt einem ein freundliches Gesicht entgegen, hört man ein eingängiges Lied oder liest man einen knackigen Slogan. Werbung gehört zu unserem täglichen Leben einfach dazu. Das Problem daran ist nur, dass jeder glaubt zu wissen, wie Werbung funktioniert. Ganz nach dem Prinzip: Jeder kann mitreden, jeder hat Ahnung!



Oder irgendwas mit Medien…
Wie Werbung genau funktioniert und welche Mechanismen dahinter stecken, wissen meistens nur diejenigen, die real in der Branche arbeiten. Gerade die Jugendlichen, die sich für einen späteren Berufsweg in der Werbung interessieren, müssen sich also informieren, welche Möglichkeiten es gibt, und was ihnen wirklich liegt. „Die Bandbreite der Berufe ist sehr groß. Ob man Mediengestalter, Texter, Kundenkontakter oder gar zuständig für die kaufmännische Arbeit sein möchte, muss man sich sehr genau überlegen. Und am besten probiert man seine Fähigkeiten und Neigungen auch ein Stück weit aus“, erläutert Dr. Bernd Skorpil, selbst Inhaber der Kölner Agentur Aha! und Experte für Handelsmarketing.

Wer sich für einen Weg in die Welt der Werbung interessiert, hat viele Möglichkeiten sich zu informieren. Basis ist dabei der eigene Bildungsstand – so wird ein Abiturient eher an ein Studium denken, der junge Mensch mit Fachhochschulreife sich vielleicht eher an einer berufsbezogenen Ausbildung orientieren. Auch duale Studiengänge sind mittlerweile üblich. „Nach zwanzig Jahren als Agenturinhaber habe ich eines festgestellt: Ohne gute Ausbildung kommt man auch in der scheinbar so flippigen Werbebranche nicht wirklich weiter. Ja, wir Werber müssen kreativ sein. Aber die Basis ist immer die Ausbildung“, so Skorpil.

Traumjob Kundenkontakter
Vor allem das Agenturumfeld bietet eine Vielzahl an verschiedenen Berufsbildern. Eines davon ist das des Kundenkontakters. Er ist die Schnittstelle zwischen Agentur und Kunde und koordiniert in der Regel sämtliche Aktivitäten, die sicherstellen, dass ein Projekt termingerecht, reibungslos und zur Zufriedenheit des Kunden abgewickelt wird – vom ersten Briefing bis hin zur fertigen Werbekampagne. Die Hauptaufgaben eines guten Kontakters bestehen im Detail meist in der strategischen Planung von Werbekampagnen, der Erstellung von Zeitplänen und Kalkulationen, Wettbewerbsanalysen und Erfolgskontrollen. Jedoch kann das Aufgabengebiet je nach Agenturumfeld und Größe variieren. In kleineren Agenturen ist ein Kontakter oft Allrounder, während es in größeren Agenturen Spezialisten oder ganze Abteilungen für einzelne Aufgabenbereiche, wie beispielsweise die strategische Planung, gibt.

Das Aufgabengebiet ist anspruchsvoll, eine klassische Ausbildung, die auf einen Job als Kundenkontakter vorbereitet, gibt es nicht. Oft steckt eine praktische Berufsausbildung als Werbekaufmann oder -frau oder aber ein Studium an einer Marketingakademie bzw. eine akademische Ausbildung im Bereich Marketing/BWL an einer FH oder Universität hinter dem Berufsbild des Kundenkontakters. Neben der fachlichen Ausbildung sollte ein guter Kontakter aber auch bestimmte soziale Kompetenzen mitbringen. Er sollte möglichst kontaktfreudig sein, Fingerspitzengefühl besitzen und über diplomatisches Geschick verfügen. Es kann vor allem kurz vor Deadlines öfters zu längeren Arbeitszeiten kommen, ein hohes persönliches Engagement, Einsatzbereitschaft und ein gewisses Maß an Belastbarkeit und Flexibilität sind daher Grundvoraussetzung. Aus eigener Erfahrung weiß auch Dr. Bernd Skorpil, was hinter dem Beruf Kundenkontakter steckt und wie man sich am besten darauf vorbereitet: „In meiner Agentur habe ich einige Kontakter, die eine praktische Berufsausbildung mit einem Studium an einer Marketingfachschule kombiniert haben. Die Verknüpfung theoretischer und praktischer Kenntnisse ist sicherlich hilfreich, außerdem sollte man sich vorab in einem Praktikum genauestens über das Berufsbild informieren. Entweder, man ist zum Kundenkontakter geboren oder eben nicht. Wenn man sich aber darauf einlässt, ist es eines der vielseitigsten Berufsbilder in der Werbebranche.“

Die Chancen stehen gut
Leidenschaft für den Beruf ist Grundvoraussetzung – denn vor allem in der Einstiegsphase wird häufig ein sehr hohes Engagement erwartet. Doch die Chancen sind gut, vor allem im Bereich der Agenturen: Laut einer Studie des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) steigerte sich die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern vor allem bei Agenturen in 2011 um 12 Prozent. Insgesamt verzeichnet der Stellenindex des ZAW für 2011 4.849 offene Stellen für Werbeexperten.
Über mögliche Ausbildungswege informieren zahlreiche Fachverbände wie zum Beispiel der GWA (Gesamtverband Kommunikationsagenturen e. V./www.gwa.de) und der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft e.V. (www.zaw.de).

Info-Kasten
Der promovierte Volkswirt Dr. Bernd Skorpil gründete nach seiner erfolgreichen Tätigkeit für die Industrie, u. a. als Leiter Handelsmarketing der Henkel KgaA und Advertising Director Goodyear Europe, die Aha! Agentur für Handelsmarketing in Köln. Mit Geschäftsbereichen Marketing, E-Commerce, Event und PR betreut die Agentur namhafte Kunden wie die Goodyear Dunlop Handelssysteme (GDHS), die Carl Kühne KG (GmbH & Co.), Unilever mit Marken wie Dove, Viss, Domestos und Coral, Johnson & Johnson mit Penaten, die Messe Essen GmbH, den Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. und den VDZB (Verband der deutschen Zulieferindustrie für das Bestattungsgewerbe). Skorpil war Dozent an der Westdeutschen Akademie für Kommunikation e.V. (WAK) und der Europäischen Fachhochschule. Zu Skorpils Spezialgebieten gehören Multi-Channel-Marketing, E-Commerce sowie die Entwicklung neuer Distributionswege.

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