(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Die Rohölnotierungen haben im heutigen Tagesverlauf langsam, aber beständig nachgegeben. Es sind wohl Nachwirkungen der amerikanischen Entwicklungen, die wir am Morgen beschrieben haben. Die Notenbank nimmt keine stützenden Maßnahmen in Angriff, und die Bestandsdaten des Energieministeriums deuten zwar auf Abbauten, aber gleichzeitig reichlichen Vorrat. Weil dieser ein wenig überflüssig daher kommt und nicht gut genug nachgefragt wird, interpretieren die Marktteilnehmer die Gesamtlage mit etwas Verspätung doch eher preishemmend. Aktuell wird US-Leichtöl (WTI) für 84,50 Dollar je Barrel gehandelt, Nordseeöl (Brent) hat sich von der 100-Dollar-Marke verabschiedet und liegt derzeit etwa einen Dollar darunter.
Altes und neues Sorgenkind ist der Euro. Kamen die neuen Tiefstwerte bislang ameisenartig, rutscht die Gemeinschaftswährung heute deutlich ab – unter 1,22 stehen zu Buche. Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz, zitiert vom Branchendienst Futures Services, sieht Deutschland in der Verantwortung: Das Bundesverfassungsgericht habe für einen weiteren Unsicherheitsfaktor gesorgt. Da man möglicherweise bis zu drei Monaten auf eine Entscheidung zu den Eilanträgen gegen die Gesetze warten müsse, könne der Eurokurs in den kommenden Wochen auch noch unter die Marke von 1,19 Dollar fallen.
Trifft dies tatsächlich zu, hilft simple Mathematik für eine ungünstige Heizölprognose: Bei Seitwärts-Entwicklung der Ölnotierungen wird sich das in Euro gehandelte Produkt verteuern. Der heutige Tag ist dafür angesichts der gefallenen Rohölpreise aber (noch?) kein gutes Beispiel: Mit 89,09 Euro für hundert Liter einer 3.000-Liter-Lieferung ist Heizöl im bundesdeutschen Durchschnitt gerade einmal 5 Cent teuer als gestern.
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