(openPR) Ein Betonkopf löst den anderen ab: Joachim Rukwied, der neue Bauernverbandspräsident, hat längst klar gemacht, dass er nicht die Bauern, sondern die Agrar-Konzerne vertritt.
Die verbliebenen „freien, stolzen“ Bauern, von denen Sonnleitner so gerne fabulierte, werden bei ihrem verzweifelten Kampf um das Überleben ihrer Höfe keine Unterstützung erwarten können. Eine wachsende Zahl von Bauern wird auch künftig in die Zwangsjacke der Konzerne gepresst und als Lohnmäster ein hohes Risiko tragen. Das Bauernlegen wird fortgesetzt, ebenso Umweltzerstörung und Tierquälerei. Die Erderwärmung wird unverantwortlich angeheizt. 80% der Agrar-Subventionen landen nicht bei den hart arbeitenden Bauern, sondern Industrie-Konzernen. Das wird so bleiben.
Der Plan des Landwirtschaftskommissars Ciolos, für 7% des Bodens Ruhephasen als Brache vorzusehen ist das Minimum, um Reste der wertvollen Humusschicht zu schonen und ein Refugium für Ackerwildkräuter und die vielen Tierarten zu schaffen, denen durch intensive Bearbeitung der Böden mit Gift und Dünger ihre Lebensräume geraubt wurden.
Rukwied hat einen peinlichen Fehlstart hingelegt, indem er die gegenwärtige Entwicklung mit den Begriffen „nachhaltig“, „verantwortungsvoll“, „Umweltschutz“ und „Naturschutz“ garniert, da fast jeder weiß, dass die Methoden der Agrarindustrie die Lebensgrundlagen auch der Menschen vernichten, wozu auch der Agrosprit-Anbau beiträgt.
Die Verbraucher wollen nicht länger ungesunde, unappetitliche, Billigprodukte kranker, überzüchteter, verstümmelter, nur mit Antibiotika überlebender Tiere aus Tierfabriken essen, und die Menschen in armen Ländern wollen die hoch subventionierten Überschüsse unserer wahnsinnigen Überproduktion nicht, die auch dort die bäuerliche Landwirtschaft ruinieren. Hierzulande sind Supermärkte und Kantinen mit Tierprodukten überladen und Unmengen werden weggeworfen. Während fast die Hälfte der weltweit erzeugten Getreideernte in Massentierhaltungen landet, hungern 1 Milliarde Menschen: „Das Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen“.
Einen Bauernverbandspräsidenten, der existentielle Probleme leugnet und selbst kleinste Korrekturversuche bekämpft, verdient kein Vertrauen. Seine Strategie des "Weiter so" in einem kranken System ist zum Scheitern verurteilt. Wer hat ihn eigentlich gewählt?






