(openPR) Das Ergebnis der vom Bauernverband in Auftrag gegebenen Meinungsumfrage zeigt klar: Die Deutschen wollen nicht länger durch irreführende Werbung für dumm verkauft werden und lehnen tierquälerische Massentierhaltung ab. Neben einem verantwortungsvollen Umgang mit den Tieren legen sie großen Wert auf Qualität, Regionalität und Transparenz. Auch Umweltschutz und Biologischer Landbau sind den Menschen sehr wichtig. Zwar wird den Bauern Sympathie und Verständnis für die Schwierigkeiten in ihrem Arbeitsalltag entgegengebracht. Doch viele der Befragten sehen ihre Erwartungen in die Landwirtschaft nicht erfüllt.
Das wundert die Vorsitzende des Vereins Tier & Mensch, Karin Ulich, nicht: „Die Agrar-Industrie treibt mit Hilfe der Politik den Strukturwandel auf unverantwortliche Weise voran. Man täuscht den Verbrauchern eine heile Welt vor und die fatalen Folgen der industriellen Tier-Produktion werden vertuscht.“ Die Tierärztin weist darauf hin, dass Rechtsbrüche nicht geahndet werden, jedoch an der Tagesordnung sind. Denn die krank gezüchteten Tiere werden in nicht artgerechte Systeme eingepasst, indem sie unter anderem illegal an Schnäbeln und Schwänzen verstümmelt werden. „Von den Behörden, dem Bauernverband und der Politik wird stillschweigend toleriert, dass kranke Tiere das Ergebnis sind, wie zum Beispiel die Geschwüre an den Füßen fast aller Masthühner und Puten zeigen.“ Die Massentierhaltungen sind im übrigen als Brutstätten zahlloser Infektionskrankheiten der Tiere längst zu einer akuten Gefahr für die Gesellschaft geworden – man denke an Lebensmittelvergiftungen, Antibiotikaresistenzen und zahllose weitere Skandale.
Die Gesellschaft hat diese Fehlentwicklung erkannt und lehnt sie ab. Sie fordert bäuerliche Landwirtschaft, nicht das Diktat der Agrarindustrie. Ist es Technikfeindlichkeit, wenn nicht geduldet wird, dass Technisierung so weit getrieben wird, dass Gesetze und sogar die Gesundheit auf der Strecke bleiben?
Bauernpräsident Sonnleitner und Emnid-Chef Schöppner kritisieren den Verbraucherwillen als „romantisierend“ und unrealistisch. Sie wollen den Bürgern weiß machen, dass die Technisierung der Landwirtschaft eine Notwendigkeit in einer globalen Wirtschaftswelt sei. Ein realistisches Bild der „modernen Landwirtschaft“ wird von dieser Seite allerdings nicht zu erwarten sein. Denn Sonnleitner steuert die rücksichtslose Umwandlung der bäuerlichen Landwirtschaft in eine Tier und Mensch verachtende Profit-Maschinerie als knallharter Vertreter der mächtigen Agrar-Lobby maßgeblich mit. Wer zweifelt, kann nachschauen, wer hinter der „Fördergemeinschaft für nachhaltige Landwirtschaft“ steckt, deren Vorsitzender er ist - und was sie an „Informationsschriften“ herausgibt!
Leider unterwirft sich Landwirtschaftsministerin Aigner dem Diktat der Konzerne. Und so wird auch weiterhin der Bau hunderter riesiger Ställe für Tausende von Tieren subventioniert, trotz der verheerenden Folgen für Mensch, Tier und Umwelt. Dagegen wurde die staatliche Förderung im Biosektor dermaßen gekürzt, dass er nicht mit der steigenden Nachfrage wachsen kann und weitgehend dem Ausland überlassen wird.
Eine Agrarwende ist bitter nötig und bei entsprechendem politischem Willen realisierbar.
Doch mit Ministerin Aigner ist eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik nicht denkbar. Ulich stellt dazu fest: „Sie hat jahrelang tatkräftig eine nicht akzeptable Politik betrieben. Skandale sind meist durch engagierte Bürger ans Licht gekommen.“
Die Ursachen der Missstände müssten durch Haltungsvorschriften, die den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden, an der Wurzel gepackt werden. Die Verbraucher haben ein uneingeschränktes Recht, über den Ursprung besonders der Tierprodukte ehrlich informiert zu werden. Neben Amtstierärzten sollten daher auch Vertreter anerkannter Tierschutzverbände ein Recht bekommen, Ställe zu inspizieren, denn nur so ließe sich Transparenz verwirklichen. Unabhängige Kontrollen vom Stall bis zu den Schlachtstätten müssten endlich gewährleistet werden.
Karin Ulich sieht nur einen Ausweg: „Die Bürger verlangen eine Neuausrichtung der Landwirtschaft. Es wird Zeit, dass Frau Aigner zurücktritt.“






