(openPR) Einstieg in die Agrarwende konkretisieren - Absage an Ideologiedebatten
Gräfelfing - Auf der Agrarministerkonferenz (AMK) vom 10.-12.04. in Berchtesgaden beraten die Staatssekretäre und Länderagrarminister u.a. über die Umsetzung der Beschlüsse zur EU-Agrarreform. "Der Öko-Landbau erbringt öffentliche Leistungen durch seine umweltschonende Wirtschaftsweise", erläuterte Hans Hohenester, Naturland Präsidiumsvorsitzender, im Vorfeld der AMK. "Deswegen fordern wir, dass Deutschland ab 2014 bis zu 15 Prozent der Mittel aus der ersten Säule in die zweite Säule für Agrarumweltmaßnahmen und den Öko-Landbau umschichtet, um drohende Kürzungen auszugleichen.“ Letzte Woche warf Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, dem Öko-Landbau die Abhängigkeit von Subventionen vor und stellte die Existenzfrage. "Wir bieten Rukwied ein Gespräch auf einem Naturland Hof an, um über Zukunftsstrategien für die Landwirtschaft zu diskutieren. Die Ideologiedebatten in der Agrarpolitik sind nicht mehr zeitgemäß, die Verbraucher erwarten Lösungen ", ist sich Hohenester sicher.
Sackgasse "Wachse oder Weiche!"
Immer größer, immer billiger - Das Prinzip der industriellen Landwirtschaft mit hohen Tierbestandszahlen, größeren Betrieben und zunehmenden Maisflächen führt zu weiteren Höfesterben und einer Verarmung der Kulturlandschaft. Hohe Nitratgehalte und Pestizidbelastungen im Grundwasser und in den Flüssen, Verlust der Artenvielfalt und geschädigte Böden sind die Folge. Bienen verlieren ihre Nahrungsgrundlagen und insektenschädliche Mittel unterstützen das flächendeckende Bienensterben. Bürger gehen zunehmend auf die Straße, um gegen neue überdimensionierte Stallanlagen zu protestieren.
Der Öko-Landbau als ganzheitliches System verzichtet auf mineralische Kunstdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Ohne diese umweltbelastenden "Hilfsmittel" ist ein professionelles, modernes Tier- und Pflanzenmanagement im Einklang mit der Natur erforderlich. Wissenstransfer, Beratung, Züchtung und Forschung im Öko-Landbau muss intensiviert werden, um Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft zu korrigieren.
"Die Bauern sind zunehmend verunsichert, was die Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft angeht. Viele Öko-Bauern engagieren sich daher auch in den Länderorganisationen des Bauernverbandes. Die jüngsten Äußerungen von Rukwied sind ein Schlag ins Gesicht aller aktiven Öko-Bauern. Wir hoffen, dass ein gemeinsamer Weg möglich ist", plädierte Hohenester.











